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Mein Kind hat Masern - was nun?

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_03_20 - 26.03.2020

Text:  Andreas Krebs

Auch wenn Masern selten geworden sind und oft als gefährlich dargestellt werden – wenn das eigene Kind an Masern erkrankt, ist das kein Grund zur Panik. „natürlich“-Redaktor Andreas Krebs weiss das aus eigener Erfahrung.

@ mauritius-images.com

Es begann Ende Januar mit typischen Erkältungssymptomen: gerötete Augen, Schnupfnase, Husten; nichts Wildes. Nach ein paar Tagen kam hohes Fieber dazu. Am Tag darauf brachen die typischen Masernflecken aus; zuerst am Kopf, dann breiteten sie sich wie ein fallendes Nachthemd über den ganzen Körper aus. Zuerst bei Jeremias (9). Am Sonntag früh. Bei Amira (11) war es am Sonntagabend so weit. Am Montag bestätigte unsere Kinderärztin den Verdacht: Masern. Sie rühmte den massiven Ausschlag – «wenn die Viren über die Haut ausgeschieden werden, befallen sie nicht die Hirnhäute» – und verschrieb uns Pulsatilla für den Ausschlag und Apis Belladonna gegen das Fieber und die Schwellungen. «Das beste Heilmittel», sagte sie, «sind die Eltern.»

Charakteristisch | Sobald der typische Masernausschlag kräftig erscheint, nimmt das Komplikationsrisiko ab.

Die sind gefordert. Sie müssen sich ein, zwei Wochen lang intensiv um die Kinder kümmern können. Dem Arbeitgeber sei Dank konnte ich in dieser Zeit zu Hause arbeiten. Es ist eine anspruchsvolle Zeit, in der die Eltern zusammenhalten und den Kindern Vertrauen vermitteln sollen. Dieses Vertrauen haben wir. Nach ausführlicher Recherche zu den Themen Masern und Impfen sowie einer Nutzen-Risiko-Abwägung basierend auf der Familienanamnese haben wir uns bewusst gegen das Impfen entschieden. Wir haben Vertrauen in das Leben und in die Selbstheilungskräfte unserer Kinder. Es gibt keinen Grund zur Panik: Masern sind bei ansonsten gesunden Kindern in aller Regel unproblematisch. Aber sie sind für die Kinder sehr anstrengend. Sie brauchen neben der Zuwendung sehr viel Ruhe.

Am Sonntag und Montag siechten Amira und Jeremias richtiggehend dahin; tagsüber auf dem Sofa, nachts im Bett. Sie waren extrem lichtempfindlich, assen kaum und tranken auch nur wenig. Sie husteten bellend und hatten Durchfall. Es ging ihnen richtig schlecht. Wir sassen bei ihnen, lasen Märchen vor; sie schliefen oder hörten Hörbücher. Doch hauptsächlich kämpften sie gegen das Virus. Mit Fieber, jedoch nicht sehr hohem. Der Schlaf war unruhig. Dann waren sie wieder wach und lagen still da. Im Banne der Krankheit. Es war eindrücklich und bereichernd, sie dabei zu beobachten und bestmöglich zu unterstützen. Jeremias nahm das Leid ohne Klage hin, so wie es auch die Mama hinnehmen würde. Amira hingegen, ganz der Papa, jammerte und wimmerte: «Warum gerade ich? Ojeoje, ich Ärmste!» Aber beide machten es gut. Beeindruckend gut. Und das sagten wir ihnen auch immer wieder. Noch ein, zwei Tage, sagten wir, dann habt ihr das Gröbste überstanden.

Am Dienstag ging es Jeremias schon etwas besser. Er sagte zwar immer noch nichts, und war tagsüber sichtlich mit dem Virus am Kämpfen, aber der Ausschlag klang schon ab. Als er dann gegen Abend auf einmal vor dem Kühlschrank stand, war klar: Der Bub hat das Schlimmste überstanden. Amira hingegen litt noch immer, konnte aber endlich wieder besser schlafen.

Am Mittwoch wachte Jeremias auf und lechzte nach einem Wassereis. Das gab es dann auch, und Salzstängeli und sogar etwas Reis assen beide. Jeremias fläzte zwar noch den ganzen Tag auf dem Sofa, war aber wieder deutlich munterer. Amira hingegen war immer noch lichtempfindlich und erschöpft. Doch als am Abend Jeremias von Schnitzel schwärmte, die er sich für den nächsten Tag wünschte, weckte das auch bei ihr den Appetit – oder die Sehnsucht: nach Spätzle mit Sauce.

Am Donnerstag waren unsere Kinder endgültig über dem Berg; und am Freitag auch nicht mehr ansteckend. Es braucht nach den Masern allerdings seine Zeit, bis die Abwehrkräfte wieder hochgefahren sind; vier bis sechs Wochen heisst es. Amira und Jeremias sind nun ein Leben lang immun gegen Masern. Das, bin ich überzeugt, ist der bessere und gesündere Schutz, als der durch die Impfung. Aber das muss jeder für sich abwägen.

Foto: mauritius-images.com

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