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Heilpflanze des Monats: Gelber Enzian

Kategorie: Heilpflanzen
 Ausgabe_10/17 - 01.10.2017

Text:  Sabine Hurni

Hände weg: Die bittere Alpenblume ist streng geschützt und darf nicht gepflückt werden.

Bitterer geht nicht! Der Gelbe Enzian ist noch vor Wermut (Artemisia absinthium) die bitterste Heilpflanze überhaupt. Sogar in einer Verdünnung von 1: 200 000 ist der bittere Geschmack noch wahrnehmbar.

Stolz präsentiert sich die von Juni bis August gelb blühende Staude auf hoch gelegenen, kalkreichen, vollsonnigen Alpwiesen. Enzian ist eine geschützte Pflanze und darf deshalb nicht gepflückt oder ausgegraben werden. Man muss die Wurzel deshalb in der Apotheke kaufen, um eine bittere Tinktur oder einen Schnaps anzusetzen. Es ist schwer, die Pflanze im Garten zu kultivieren, ein Versuch könnte sich aber lohnen.

Bitterstoffe wirken
reflektorisch auf die Ausscheidung der Verdauungsdrüsen. Das heisst: Sobald die Bitterstoffe im Mund sind, wird mehr Speichel produziert, die Magensäfte werden aktiviert, die Bauchspeicheldrüse beginnt Enzyme auszuschütten und der Darm wird aktiviert. Sämtliche Verdauungsorgane machen sich bereit, ihre Arbeit zu tun. Enzian ist also ein wirkungsvolles Verdauungstonic. Doch er kann noch mehr. Die Bitterstoffe im Enzian helfen auch, das Blut zu reinigen, stärken die Abwehrkräfte, können Krämpfe lindern und spenden Kranken Kraft.

In der Hausapotheke darf der Enzian nicht fehlen. Paracelsus hat schon geschrieben: Je kränker der Patient, desto bitterer soll die Medizin sein. Da Bitterstoffe in unserer Ernährung oft unterdurchschnittlich vertreten sind, ist die regelmässige Anwendung von Enzian sehr empfohlen. Wer ihn als Tee geniessen möchte, macht sich mit der geschnittenen Enzianwurzel über Nacht einen Kaltwasserauszug. Dazu setzt man einen Teelöffel Enzianwurzel in einer Tasse mit kaltem Wasser an. Am nächsten Tag kann man den Auszug vor den Mahlzeiten etwas wärmen und in kleinen Schlucken trinken. Einfacher geht es mit fertigen Tinkturen aus der Drogerie oder Apotheke, die man vor dem Essen als Verdauungshelfer oder nach dem Essen bei Vollegefühl einnimmt. 

Gutes aus Enzian
Schnaps: Ein kleines Glas Enzianschnaps vor dem Essen bekämpft den Heisshunger und regt den Kreislauf an.
Tinktur: Wenn man die Wurzel in Kornschnaps mit etwas Honig ansetzt, erhält man eine ausgezeichnete Tinktur, die besonders älteren und nervenschwachen Menschen wieder auf die Beine hilft. Zwei- bis dreimal täglich 20 Tropfen in Wasser einnehmen.
Gewürz: Hildegard von Bingen schrieb: «Wer einen Schmerz am Herzen hat, als hinge sein Leben an einem Faden, der pulverisiere Enzian und esse das Pulver in Suppen oder trinke es mit Wein.»
Vorsicht: Enzian ist nicht geeignet bei zu viel Magensäure. Hier helfen eher Fenchel, Kamille und Melisse.

Bisher erschienen: Gänseblümchen, Doldiger Milchstern, Hopfen, Heckenrose, Wacholderbeere, Mistel, Hamamelis, Kuhschelle, Schlüsselblume, Lavendel, Fenchel

Foto: istockphoto.com

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