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THC kann Leben retten

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 09/2016 - 01.09.2016

Text:  Infosperber.ch/krea

Cannabismedikamente reduzieren den Medikamentenverbrauch und verhindern Todesfälle. Dies zeigen US-Studien. Eine bittere Pille für die Pharmaindustrie.

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In der Schweiz ist die Behandlung mit dem Cannabis-Wirkstoff THC nur in wenigen Sonderfällen erlaubt (siehe «natürlich» 03-16). Anders in den USA: In 25 Bundesstaaten wird Cannabis für den therapeutische Einsatz häufig verschrieben, insbesondere bei chronischen Schmerzpatienten (z. B. bei MS, Paraplegien, Krebs, Rheuma), Patienten mit neurologischen Beschwerden, Krebs oder HIV (Appetitanregung) sowie zur Glaukom-Behandlung (Grüner Star).

Wissenschaftler der University of Georgia haben nun Daten analysiert, die die Auswirkung der Legalisierung auf den Medikamentenverbrauch aufzeigt. In allen 17 untersuchten Staaten, so die Autoren, verschrieben Ärzte deutlich weniger Medikamente als vor der Legalisierung, insbesondere weniger Anti depressiva, weniger krampflösende Medikamente (Antikonvulsiva) und vor allem weniger Schmerzmittel. So habe die staatliche Krankenversicherung Medicare, bei der Bürger der USA ab 65 Jahren pflichtversichert sind, in den 17 untersuchten Staaten im Jahr 2013 rund 165 Millionen Dollar eingespart.

Big Pharma passt das gar nicht: Viele Pharmaunternehmen wehrten und wehren sich noch immer vehement gegen die Legalisierung von Cannabis; manche unterstützen auch Anti-Cannabis-Gruppen oder Wissenschaftler, die gegen eine medizinische Verwendung von THC plädieren.

Dabei bietet der Wirkstoff THC gegenüber konventionellen Medikamenten einige Vorteile. So hat Cannabis weniger Nebenwirkungen als starke Schmerzmittel und es besteht kaum Gefahr einer Überdosierung.

Apropos Überdosierung: Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass fünf bis sechs Jahre nach der Legalisierung von Cannabis als Therapeutikum in den betreffenden Staaten die Anzahl der Todesfälle durch Medikamentenüberdosen stark abgenommen hat – bei Opiumderivaten wie Morphin und Oxycodon um rund ein Drittel. Im gleichen Zeitraum vervielfachte sich die Zahl der Opioidopfer im Rest des Landes. 60 Prozent der Todesopfer hatten ein legales Rezept.

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