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Der bewohnte Mensch

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_09_10_2015 - 01.09.2015

Text:  Markus Kellenberger

In und auf jedem Menschen leben gut zwei Kilogramm Bakterien. Was gruslig tönt, ist für uns überlebenswichtig. Die winzigen Mikroorganismen helfen uns, gesund zu bleiben und sind ein wichtiger Teil unseres Immunsystems.

Fassen Sie sich einmal kurz hinter das rechte Ohr – dort leben über 2300 verschiedene Arten von Bakterien. Und jetzt tippen Sie sich mit dem Finger auf die Zunge. Auf deren Oberfläche finden sich fast 8000 unterschiedliche Arten. Wohlverstanden: Arten, nicht Menge, denn die ist noch viel imposanter. Wir sind von weit über 100 Billionen Mikroorganismen dicht besiedelt. Sie leben überall auf der Haut, im Mund, an den Händen, zwischen den Zehen, unter den Armen, auf den Schleimhäuten und vor allem im Darm. Sie ernähren sich von den Abfallstoffen des Menschen, bauen unverdauliche Ballaststoffe ab, erzeugen wichtige Vitamine und sind ein Teil unseres Schutzschildes gegen krankmachende Bakterien.

All diese Mikroorganismen bilden, je nachdem wo sie wohnen, florierende, kleine Ökosysteme, in denen sich gesunderhaltende und krankmachende Bakterien in einem fragilen Gleichgewicht befinden. Wird dieses durch falsche Ernährung oder zu häufiges Waschen gestört, kann es zu Verdauungsproblemen, Krankheiten und sogar Geschwüren kommen.

Sinnbildlich gesprochen sind wir wie die Erde ein bewohnter Planet, dessen pflanzliche und tierische Bewohner einen einzigartigen Organismus bilden. Und je achtsamer und natürlicher wir mit ihm umgehen, desto prächtiger und gesünder ist er – und desto mehr Freude macht es, mit und auf ihm zu leben.

Mund
In der Mundhöhle leben rund 10 Milliarden Bakterien pro Quadratzentimeter. Fast 8000 Arten auf der Zunge, mehr als 4000 im Rachen und rund 7000 im Speichel. Unter anderem finden sich im Mund:
• Streptokokken
• Staphylokokken
• Cornynebakterien
• Neisserien

Magen
Der grösste Teil der im Mensch lebenden Bakterien findet sich im Verdauungstrakt, insgesamt etwa eine Billion pro Quadratzentimeter. Darunter nützliche Verdauungshelfer wie Lactobazillen, aber auch die gefährlichen E-Coli-Bakterien. Unter anderem finden sich im Darm: Wegen der hohen Säurekonzentration leben hier nur etwa 100 Bakterien pro Quadratzentimeter. Jeder zweite Mensch trägt dabei den Heliobacterpylori in sich, der Magengeschwüre auslösen kann. Unter anderem finden sich im Magen:
• Streptokokken
• Hefen
• Eubacterium
• Peptokokken
• Escherichia
• Enterokokken

Haut
Unsere Haut ist im Vergleich mit anderen Körperteilen relativ dünn besiedelt. Hier leben rund 1000 Bakterien pro Quadratzentimeter, wobei sich die Regionen stark unter scheiden. In der Achselhöhle zum Beispiel leben etwa eine Million Bakterien pro Quadratzentimeter, zwischen den Zehen ebenfalls. Unter anderem finden sich auf der Haut:
• Staphylokokken
• Corynebakterien
• Acinetobacter
• Hefepilze
• Propionibakterien

Darm
Der grösste Teil der im Mensch lebenden Bakterien findet sich im Verdauungstrakt, insgesamt etwa eine Billion pro Quadratzentimeter. Darunter nützliche Verdauungshelfer wie Lactobazillen, aber auch die gefährlichen E-Coli-Bakterien. Unter anderem finden sich im Darm:
• Strebtokokken
• Coliforme Bifidobakterien
• Fusobakterien
• Ruminokokken
• Escherichia
• Eubakterien
• Klebsiellen
• Protozoen
• Neisserien
• Pseudomonas

Vagina
In der Scheide kommen hauptsächlich Lactobazillen vor, die eine Besiedlung der Schleimhaut durch Pilze verhindern.

foto: istockphoto.com

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