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Zarte Kraft

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_05_2015 - 01.05.2015

Text:  Sabine Hurni

Die Knospen von Nadelhölzern sind nicht nur ein bewährtes Mittel gegen Husten, als Tee sind sie im Frühling auch gute Mineralstofflieferanten.

Endlich Frühling! Die Sonne scheint schon über 14 Stunden täglich; in der Natur herrscht Aufbruchstimmung und auch der Mensch erwacht zu neuem Aktivismus. Zum Schutz gegen Kälte sammelte der Körper im Winter vermehrt Fett an. Sobald es aber wärmer wird, braucht der Körper diese Kraftreserve nicht mehr. Viele Stoffwechselorgane wie die Leber, die Bauchspeicheldrüse und die Nieren werden imFrühling automatisch wieder aktiver und der Winterspeck schmilzt fast von alleine. Besonders dann, wenn der Körper mithilfe von leicht verdaulichen, mit scharfen und bitteren Kräutern gewürzten Lebensmitteln zusätzlich unterstützt wird. Mit stoffwechselanregenden Frühlingskräutern wie Brunnenkresse, bitteren Salaten aus Löwenzahn und gemüsereichen Mahlzeiten verschwindet nicht nur die winterliche Fettreserve, sondern auch die Winterschwere, die oft als Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet wird.

Das Tannenbier

Neben den hauptsächlich bitteren Frühlingspflanzen gehören auch die jungen Triebspitzen von Nadelhölzern zu den stoffwechselanregenden, schleimlösenden, herben Naturheilmitteln. Während Laubbäume aus ihren Knospen zarte, herrlich grüne Blättchen hervorbringen, wachsen an den Triebspitzen sämtlicher Nadelhölzer weiche, helle Nadeln. Die Triebspitzen von Tannen, Fichten oder Föhren sind bewährte Naturheilmittel. Man verwendet sie in Hustensirup oder Bronchialpastillen bei Atemwegsinfekten. In der Volksheilkunde wurde das Tannenbier, der Tee aus Tannenschösslingen, bei Vitaminmangel verschrieben. Neben Vitaminen enthalten die Tannenschösslinge auch viele Mineralstoffe und schleimlösende Substanzen. Die Wirkstoffe aus den Triebspitzen stärken zudem die Knochen, regen die Stoffwechseltätigkeit an und vertreiben den letzten Rest der Frühjahrsmüdigkeit.

So aktivieren Sie den Stoffwechsel
• Sanft fasten: Einmal die Woche einen Fastentag mit Säften, Früchten, Gemüsesuppen und viel Kräutertee durchführen. Abends nur noch eine würzige Suppe essen.
• Moderat bewegen: Sich täglich mindestens 30 Minuten draussen bewegen. Idealerweise im Wald.
• Wildkräuter essen: Mit jungen Löwenzahnblättchen, Schnittlauch, Knoblauchrauke oder Gartenkresse die Salate bereichern oder die Kräuter zusammen mit Früchten zu einem Smoothie verarbeiten.
• Heilkräftige Naturprodukte: Ein Mariendistelpräparat zur Aktivierung der Lebertätigkeit einnehmen. Für zwei bis drei Wochen täglich einen Liter Stoffwechseltee mit Brennnessel, Birkenblättern, Löwenzahn, Schafgarbe und Melisse trinken.
• Kneipp-Anwendungen: Täglich vor dem Duschen die Haut mit einem Sisal-Handschuh oder einer Trockenbürste sanft abrubbeln und den Körper – oder zumindest die Beine – nach dem Duschen kalt abspritzen.

Macht wach

Man kann die frischen Knospen mehrmals täglich kauen oder aus den jungen Triebspitzen und Nadeln einen herben, würzigen Tannenknospentee zubereiten. Als Tee gegen Frühjahrsmüdigkeit oder Bronchialhusten übergiesst man eine Handvoll Tannensprossen mit kochendem Wasser und lässt die Triebspitzen zugedeckt zehn Minuten im Wasser ziehen. Zur Anregung des Stoffwechsels trinkt man den herben Tee zwei Mal täglich. Bei verschleimten Atemwegen kann man zusätzlich zum Tee aus den Tannenschösslingen auch ein Dampfinhalationsbad zubereiten. Allerdings ist das Ernten von Tannenknospen im Wald verboten. Nur die eigene Tanne im Garten darf für die Herstellung der heilsamen Zubereitungen verwendet werden. Doch auch bei diesen Pflanzen ist Respekt geboten: Nehmen Sie so viel, wie Sie wirklich benötigen und lassen Sie einen grossen Teil der zarten Knospen an der Tanne. Achtung: Besonders das Sammeln der Wipfeltriebe schwächt den Baum empfindlich. Die Triebe der grossen unteren Äste kann man aber unbedenklich pflücken.

Foto: istockphoto.com

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