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Erste Hilfe aus der Natur:
Spitzwegerich stillt Husten

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 3 - 2009 - 01.03.2009

Text:  Sabine Hurni

Spitzwegerich ist ein heilkräftiges Hustenmittel und kommt in vielen Hustenpräparaten vor. Frisch gepflückt ist er zudem ein hilfreicher Wundheiler.

Zuerst ist es nur ein leises Kitzeln. Dann entwickelt es sich zu einem krampfartigen Hustenanfall, der die Stille oft im ungünstigsten Moment durchbricht. Der Husten kündigt sich meistens mit einer harmlosen Erkältung an. Tummeln sich die Viren zunächst in Nase oder Hals, wandern sie in der Regel auch weiter zu den Bronchien. Kann das Immunsystem die Viren nicht rechtzeitig bekämpfen, nisten sie sich in der Schleimhaut ein und verursachen früher oder später eine Entzündung. Das reizt die Bronchien und führt zu einem trockenen Husten. Bereits kleinste Reize wie kalte Luft, Rauch oder Staub lösen Hustenattacken aus, die mit starken Schmerzen oder gar Brechreiz verbunden sein können.

Die vermeintliche Erlösung kommt nach zwei bis drei Tagen. In dieser Zeit hat sich in den Bronchien bereits so viel Schleim angesammelt, dass sich der bellend harte Reizhusten in eine akute Bronchitis verwandelt. Nach und nach löst sich der zähe Schleim und mit kräftigen Hustenstössen transportiert ihn der Körper aus den Bronchien. Ein solcher Bronchialhusten kann äusserst hartnäckig sein und sich über mehrere Tage bis Wochen hinweg ziehen. Trotzdem ist die akute Bronchitis bei einem gesunden Menschen zwar eine unangenehme, aber harmlose Erkrankung, die meist ohne Zwischenfälle oder unangenehme Folgen verläuft. Brodelt die akute Bronchitis allerdings länger als zehn Tage unverändert stark, wird von Fieberschüben begleitet oder befällt Leute, die bereits geschwächt sind, besteht die Gefahr einer Lungenentzündung oder einer chronischen Bronchitis. In diesen Fällen ist eine ärztliche Kontrolle erforderlich.

Pflanzenschleime als Reizstiller

So weit soll es jedoch gar nicht erst kommen. Dem Husten sind wir zum Glück nicht machtlos ausgeliefert. Wer in den ersten Tagen handelt, bekommt die Erkrankung mit sanften Methoden in den Griff. Besonders wohltuend bei Reizhusten ist der Spitzwegerich.

Die auf unseren Wiesen weitverbreitete Heilpflanze enthält als wirksame Hauptkomponenten Schleim-und Gerbstoffe. Das macht sie zu einem beliebten Hustenmittel, das vor allem bei Kindern äusserst gut wirkt. Die Schleimstoffe legen einen feinen Film über die Luftröhre. Dieser Pflanzenschleim kühlt, befeuchtet die Schleimhaut und lindert den Hustenreiz. Die Wirkung wird unterstützt durch die Gerbstoffe, welche die Schleimhaut leicht angerben und sie so widerstandsfähiger machen. So kommt eine Doppelwirkung zustande, die den Husten bereits im Anfangsstadium lindert. Mit etwas Glück verhindert das schnelle Eingreifen, dass die Viren in die unteren Luftwege wandern und dort einen akuten Bronchialhusten auslösen. Neben den Schleimstoffen und den Gerbstoffen enthalten die Wegericharten aber auch antibakterielle Inhaltsstoffe. Damit wirkt die Heilpflanze gegen viele entzündliche Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes.

Tipps gegen Reizhusten
Viel trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr verflüssigt den Schleim, hält die Schleimhäute feucht und macht sie so widerstandsfähiger gegen den Angriff von Bakterien und Viren.
Reize vermeiden: Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute zusätzlich. Verzichten Sie auf den Glimmstängel und meiden Sie verrauchte Lokale. Die Schleimhaut kann sich so schneller erholen.
Milchprodukte meiden: Die Erfahrung zeigt, dass Milchprodukte bereits vorhandene Verschleimungen verstärken können. Lassen Sie deshalb die Milch- und Käsespeisen bis zur vollkommenen Genesung auf der Seite.
Homöopathie: Wenn der Hustenreiz heftige Stiche verursacht, kann die Teufelsrübe (Bryonia) unterstützend wirken. Doch auch Sonnentau (Drosera), Kupfer (Cuprum metallicum) oder Ampfer (Rumex) helfen bei trockenem Reizhusten.
Einreibungen: Ätherische Öle von Eukalyptus, Teebaum, Pfefferminz, Thymian oder Fichtennadeln wirken krampflösend, antibakteriell und antivirell. Verdünnt mit Mandelöl oder eingearbeitet in Bronchialsalben eignen sie sich zum Einreiben von Brust, Rücken und Füssen. Besonders wohltuend und beruhigend wirkt dies über Nacht.
Inhalation: Dämpfe mit den oben genannten Ölen halten die Schleimhäute feucht. Die gebeugte Haltung mit dem Kopf über einer Schüssel kann aber den Weg in die Bronchien versperren. Bei Husten sind Inhalationsgeräte idealer, die Ihnen eine aufrechte Sitzhaltung erlauben.
Vitamine: Die Vitamine C, E und Zink stärken die Abwehrkräfte und wirken unterstützend bei Entzündungen aller Art, so auch bei der Bronchitis.
Gesunde Ernährung: Gemüse und Obst enthalten sämtliche Vitalstoffe, die der Körper braucht. Umso wichtiger sind diese Inhaltsstoffe, wenn wir durch eine Erkältung geschwächt sind.

Weitverbreitete Wiesenpflanze

Spitzwegerich ist hierzulande auf fast jedem Wiesenfleck zu finden. Sowohl in Städten wie auch in den Bergen. Er wird bis zu 20 Zentimeter hoch und blüht den ganzen Frühling und Sommer über mit unscheinbaren, braunen Blüten. Nur die gelblich-weissen Staubblätter leuchten aus den grünen Wiesen hervor und heben den Spitzwegerich vom restlichen Gras ab. Im mitteleuropäischen Klima gedeihen sieben verschiedene Wegericharten, die heilkräftig sind. Auf Wanderungen und Spaziergängen sind hierzulande aber hauptsächlich vier Wegeriche anzutreffen: der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) mit den lanzettlichen Blättern, der Mittelwegerich (Plantago media) mit den eiförmigen und der Breitwegerich (Plantago major) mit den bis zu handgrossen Blättern; auf Bergwiesen ist ausschliesslich der Alpenwegerich vertreten (Plantago alpina). Er ist aufgrund des rauen Klimas kleiner gewachsen, aber genauso wirkstoffreich wie seine Artgenossen.

Spitzwegerich anwenden
Spitzwegerich ist in vielen Arzneien wie Hustensirup, -dragées oder -tropfen enthalten. In einigen Präparaten ist der Spitzwegerich als Einzelbestandteil vertreten. Viel häufiger wird er aber kombiniert mit Huflattich oder Eibisch, die ebenfalls Schleimstoffe enthalten. Viele Leute empfinden bei Husten einen Sirup als besonders angenehm. Beim Spitzwegerich spielt es keine Rolle, in welcher Form er eingenommen wird. Wichtig sind die Regelmässigkeit und der Therapiebeginn im Anfangsstadium.

Teezubereitung
Eine mittlere Tagesdosis liegt bei 3 bis 6 Gramm Spitzwegerich pro Tag. Bei Reizhusten dürfen Sie täglich durchaus 4 bis 8 Tassen Spitzwegerichtee trinken. Für die Zubereitung übergiessen Sie 1 Teelöffel trockenes Spitzwegerichkraut pro Tasse mit 2 Deziliter kochendem Wasser und lassen den Tee 10 Minuten im Teesieb ziehen. Noch besser wirkt der Tee, wenn Sie vor dem Trinken in diesen einen Teelöffel Honig rühren. Bei Zahnschmerzen, Mund- und Rachenentzündungen kann der Teeaufguss als Gurgelmittel dienen.

Äusserliche Anwendung
Der Presssaft der Spitzwegerichblätter kann wundheilungsfördernd und entzündungshemmend wirken. Auflagen von zerquetschten Spitzwegerichblättern lindern die Wunden von Insektenstichen und lassen Schnitt-und Schürfwunden schneller heilen. Wer auf einer Wanderung oder beim Spiel auf der Wiese schnelle Hilfe braucht, kann ein Spitzwegerichblatt im Mund gut kauen und diesen Brei auf die Wunde legen.

Bilder: © René Berner

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