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Weihrauch hilft bei Schmerzen und Rheuma

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_03_2014 - 01.03.2014

Text:  Text: Sabine Hurni

Rheuma verursacht oft grosse Schmerzen. Linderung verschaffen kann eine Kombination von Bewegung, eiweissarmer Ernährung und indischem Weihrauch.

Bei mir liegt das Rheuma in der Familie», erklärt die 60-jährige Hanna Bucher. Bevor sie zum normalerweise üblichen nächsten Satz ausholt – «da kann man nichts machen» –, lächelt sie und ergänzt stattdessen: «Würde ich nicht regelmässig meine Yogaübungen machen und auf meine Ernährung achten, hätte ich gewiss stärkere Schmerzen.» Die im Winter auftretenden Knieschmerzen halte sie mit wärmenden Knieschonern in Schach. Und wenn es im Rücken zwickt, mache sie ihre Yogaübungen. «Die lindern den Schmerz.»

So harmonisch verläuft das Krankheitsbild nicht bei jedem Rheumapatienten. Ständig Schmerzen leiden zermürbt. Doch die Dauereinnahme von entzündungshemmenden Medikamenten ist keine befriedigende Lösung.

Brodelnde Entzündungen

Wer wissen möchte, was Rheuma genau ist, bekommt selten eine klare Antwort. Denn insgesamt sind 400 verschiedene Krankheiten unter dem Sammelbegriff zusammengefasst. Diese Krankheiten können in zwei grosse Ursachengruppen eingeteilt werden: 1. In Beschwerden, die durch eine Gelenkabnutzung verursacht werden. 2. In Beschwerden, die durch eine Entzündung zustande kommen. Weichteilrheumatismus und Knochenerkrankungen bilden eigene Gruppen.

Während sich entzündliche Gelenk- und Muskelbeschwerden bei Ruhe verschlimmern, sind degenerative Erkrankungen bei Belastungen vermehrt spürbar. Der typische Morgen- oder Nachtschmerz ist somit ein Zeichen für eine entzündliche Erkrankung.

Dauern diese Schmerzen länger als eine halbe Stunde, sollte eine Abklärung beim Rheumatologen erfolgen. Ebenso bei geschwollenen Gelenken. Der Arzt verschreibt entzündungshemmende Medikamente, damit die brodelnde Entzündung keinen grösseren Schaden anrichtet und die Schmerzen reduziert werden.

Die Lehre des Ostens

Aus Sicht der indischen Naturheilkunde Ayurveda ist entzündliches Rheuma die Folge eines extrem schwachen Verdauungssystems. Ist das Verdauungssystem schwach, verlangsamt sich der Abbau von Nahrungsmitteln. Das wirkt sich nicht nur auf der Ebene des Verdauungstraktes aus, sondern auch auf Zellebene: Durch den trägen Stoffwechsel verlangsamt sich der Austausch von Nährstoffen und Stoffwechsel-Endprodukten in den Zellen. Das wiederum hat Auswirkungen auf Gelenke, Muskeln und Organe.

Ein schwaches Verdauungssystem ist meist Folge falscher Ernährung. Exzessiver Genuss von Fleisch und anderen proteinreichen, öligen schweren Mahlzeiten wirkt mitunter verheerend. Auch Alkohol und Bewegungsmangel können die Verdauung träge machen. Dazu kommt, so die Ayurveda-Lehre, dass im Alter das Element Wind im Körper vorherrscht. Das erklärt die wandernden Schmerzen: Der Wind bläst sie unkontrolliert im Körper herum.

Rheumapatienten leiden sehr oft nicht nur an Schmerzen, sondern auch unter Blähungen, Verstopfung, Nervosität, Schlaflosigkeit. Das alles sind Beschwerden, bei denen das Element Wind eine zentrale Rolle spielt. Rheuma sollte also ganzheitlich angegangen werden. Vom Patienten bedarf es Offenheit, Wille und Durchhaltevermögen, damit er lieb gewonnene Gewohnheiten überdenken und
allenfalls aufgeben kann.

Natürliche Tipps zum Vorbeugen und Lindern von rheumatischen Schmerzen
Ein gesunder Lebensstil verzögert das Auftreten rheumatischer Erkrankungen. Schon kleine Änderungen im Alltag haben einen raschen Nutzen:
Auf tierische Eiweisse verzichten. Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind für den Rheumatiker besonders bekömmlich. Ab und zu darf auch Fisch oder helles Fleisch auf den Teller kommen. Auf Fleisch, Milchprodukte, Eier, Käse sollte jedoch weitgehend verzichtet werden.
Wärmende Speisen. Fühlen sich die Gelenke kalt an, sind warme Mahlzeiten umso wichtiger. Starten Sie mit einem warmen Frühstück in den Tag und schliessen Sie diesen mit einer Suppe oder einer anderen leichten warmen Mahlzeit ab.
Genug trinken. Damit die Nieren gut durchgespült werden, sollten Sie täglich mindestens zwei Liter stilles Wasser oder Tee trinken. Besonders ideal sind Brennnessel- und Birkenblättertee. Kühlende Getränke wie Bier oder Weisswein sollten vermieden werden.
Nährstoffe und Vitamine. Antioxidantien wie Vitamin C, Zink, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren sind gute Entzündungshemmer. Viel davon enthalten Broccoli, Vollkorngetreide, Lachs oder Weizenkeime. Auch Nahrungsergänzungen mit Hagebuttenextrakt oder Fischöl enthalten sehr viel Vitamin C beziehungsweise Omega-3-Fettsäuren.
Alles mit Mass. Zigaretten, Alkohol und Kaffee verschlimmern die Situation in der Regel. Die Entzündung wird durch diese erhitzenden Reizmittel verstärkt.
Moderater Sport. Laufen oder Krafttraining sind nicht ideal für Rheumatiker. Besser sind sanfte Sportarten wie Schwimmen, Gehen, Velofahren oder Aquafit.
Sauna. Wärme lindert bei vielen Betroffenen die Beschwerden. Regelmässiges Saunieren ist für sie eine Wohltat.

Hilfe aus Indien

Viele Rheumapatienten verdauen Fleisch und Milch sehr schlecht. Sie sollten vorwiegend vegetarisch essen und höchstens sehr kleine Mengen Milch trinken oder ganz auf Soja- oder eine andere Pflanzenmilch umsteigen. Auch Zucker, Weissmehlprodukte und Backwaren machen die Verdauung träge. Diese Speisen sollten Betroffene öfters mehrere Wochen weglassen – zum Beispiel in der Fastenzeit zwischen Fasnacht und Ostern.

Ein wunderbares Heilmittel für Rheumapatienten ist der Weihrauch. Wir kennen ihn traditionell als Räucherharz bei zeremoniellen Feiern in der Kirche. Das Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia serrata) wird aber auch innerlich angewendet. Shallaki, wie Weihrauch im Ayurveda genannt wird, hat einen süssen, bitteren und herben Geschmack. Er wirkt leicht kühlend und nach der Verdauung auf der Zellebene eher scharf. Dank diesen Eigenschaften reduziert Weihrauch ein Zuviel an Hitze in den Gelenken. Gleichzeitig beruhigt er das Windelement und fördert den Zellstoffwechsel.

Der Weihrauch enthält etwa 200 Bestandteile. Von besonderem pharmakologischem Interesse sind die ätherischen Öle, die Boswelliasäuren. Diese, so der Stand der Wissenschaften, sollen ein Enzym blockieren, das bei chronischen Entzündungen eine Schlüsselrolle einnimmt. Deshalb wird Weihrauchharz überall dort eingesetzt, wo eine entzündungshemmende, antibakterielle, beruhigende, schmerzlindernde Wirkung erwünscht ist. Dazu gehören neben entzündlichen rheumatischen Beschwerden auch Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oder schlecht heilende Wunden. Bei Bronchialasthma und anderen Erkrankungen der Atemwege wird der Weihrauch für Inhalationen eingesetzt.

Natürliche Pflege für schmerzende Gelenke
Schmieren und Salben. Kräftige Selbstmassagen lockern die Muskulatur und machen die Bänder und Sehnen weich und geschmeidig.
Warme Bäder. Baden lockert die erstarrten Gelenke und wärmt nachhaltig. Besonders geeignet sind Zusätze mit ätherischen Weihrauch-Ölen, Schwefel, Arnika oder Heublumen. Auch saunieren ist eine Wohltat.
Warme Gelenkwickel. Viele Rheumatiker klagen über ein Kältegefühl in den Gelenken. Warme Wickel mit Kartoffeln, Leinsamenmehl, Heilerde oder Kirschkernen sind eine Wohltat für schmerzende Gelenke.
Kühlende Wickel. Fühlt sich das Gelenk heiss an, ist es rot oder gar geschwollen, sind kühle Wickel angezeigt. Zum Beispiel Quarkwickel oder kalt angerührte Heilerde.
Gelenkwärmer. Gelenkwärmer aus Angora, Wolle, Seide oder Merinowolle halten Knie, Schultern und Ellenbogen warm.
Heilende Pflanzen. Arnika, Rosmarin und Thymiankraut sind wunderbare Helfer bei rheumatischen Beschwerden. Je zwei Esslöffel dieser Kräuter in einem Liter Wasser zum Kochen bringen, etwa zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Ein Tuch darin tränken, auswringen und auf die schmerzende Stelle legen. Darüber kommen eine Folie und ein Frottiertuch, damit der Umschlag möglichst lange warm bleibt. Mehrmals täglich wiederholen.
Heublumensäckchen. Ein Heublumensäckchen mit heissem Wasser übergiessen und ziehen lassen, auswringen und mit einem Schal auf der schmerzenden Stelle befestigen. Nach knapp einer Stunde entfernen. Bei Bedarf wiederholen.

Tränen der Bäume

Es gibt rund 20 verschiedene Weihraucharten. Sie gehören zur Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae). Weihrauchbäume wachsen in Trockengebieten in Indien, Afrika und im arabischen Raum. Sie werden bis zu acht Meter hoch und gedeihen in Lagen bis 1200 Meter über Meer.

Wie bei vielen anderen Heilpflanzen entscheiden auch beim Weihrauchbaum Gattung, Standort, Klima und Boden über die Zusammensetzung der Wirksubstanzen. Die indische Variante, Boswellia serrata, weist den höchsten Gehalt an Boswelliasäuren auf. Sie erregt deshalb das besondere Interesse der Gesundheitsindustrie.

Für medizinische Zwecke gibt es aber nur ein einziges Weihrauchpräparat, das in der Schweiz verkauft werden darf, und das nur im Kanton Appenzell: H15. In Deutschland ist H15 offiziell als Arzneimittel zugelassen. Es hat eine hohe Qualität und ist frei von Verunreinigungen. Billigprodukte enthalten oft minderwertiges Harz, das zwar nach Weihrauch riecht, aber bedeutend weniger entzündungshemmend wirkende Boswelliasäuren enthält.

Die Weihrauchproduktion beginnt ungefähr Ende März und dauert mehrere Monate. Damit der Ertrag möglichst hoch ausfällt, schneiden die Bauern Stämme und Äste ein. Auf diese Weise bringt ein einziger Weihrauchbaum während einer

Erntesaison drei bis zehn Kilogramm Harz hervor. Das Harz, das in den ersten drei Wochen aus dem Baum tropft, ist stark verunreinigt, minderwertig und arm an Boswelliasäuren. Erst nach dieser Zeit fliesst reineres Harz aus den Stämmen. Dieses ist qualitativ besser und kann als Heil- und Räuchermittel Rheuma und andere Krankheiten lindern.

Fotos: waldheusl.com, thinkstock.com

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