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Mehr Lust – weniger Frust

Kategorie: Gesundheit, Leben
 Ausgabe 4 - 2008 - 01.04.2008

Text:  Ananda Kunz

Mehr Lust, mehr Sex, lautet die Devise in der Werbung und in vielen Medien. Doch für immer mehr Menschen endet die propagierte Lust im chronischen Frust und in Krankheit. Eine ganzheitliche Wahrnehmung statt schnelle Befriedigung und chemisch gestützte Potenz hilft aus der Krise.

Laura Lust erzählt: «Die alte Menschheitsfrage: Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich? – nun hatte sie auch mich überfallen. Wenn unsere unterdrückten Wünsche zu Gift werden, einem Seelengift, das schliesslich auch den Körper verseucht, dann war ich längst davon befallen. Was soll ich tun?» Was sie am meisten quält, ist die Schwierigkeit, sich beim Sex fallen zu lassen. «Zu Deutsch: Ich komme nicht zum Höhepunkt.» Orgasmus ist für sie nicht nur ein Fremdwort vom Klang her: «Öfters empfand ich sogar körperlichen Schmerz, wenn Reiner in mich eindrang. Manchmal gerate ich auch in eine Art Starre und habe das Gefühl, dass meine Vagina ganz taub ist. Oder ich verfalle in krampfartige Zuckungen dabei.»

Im Buch «Lauras Vagina-Dialoge» macht sich die junge Frau zusammen mit dem deutschen Homöopathen Peter Raba auf die Reise in ihre tief verborgenen Verletzungen, Fantasien und Ängste. Was den Anschein eines erotischen Krimis macht, ist in Wirklichkeit eine authentische Lebens- und Leidensgeschichte mit viel psychologischem Tiefgang und wertvollen Informationen zu homöo-pathischen Behandlungsmethoden im Bereich der Sexualität. In berührenden Bildern und bewegeden Erlebnisberichten wagt sich Raba auf einfühlsame, offene und ganzheitliche Weise an das sensible Thema der Sexualität heran. Im Zentrum steht bei dem inzwischen 72-Jährigen immer der Mensch als ganz- heitliches Geist-Seelen- und Körperwesen sowie die klassische Homöopathie.

Das flüchtige Glück der Gefühle

Frühlingserwachen. Die Tage werden heller, wärmer, länger. Vögel zwitschern, Blumen blühen. Die Natur ist aus ihrem Winterschlaf erwacht. Auch im Menschen ist die schwere Wintermüdigkeit den lebenslustigen Frühlingsgefühlen gewichen. Und wo noch Frühlingsmüdigkeit herrscht, verhilft der kräftigste Frühlingsbote zu neuer Kraft: der Bärlauch. Wo immer Mann oder Frau hingeht, geniessen verliebte Paare innig das Hochgefühl des Zusammenseins. Ein Knistern liegt in der Luft – zumindest wenn es nach den gängigen Medienklischees und Werbeverführungsbotschaften  geht. 

Doch wie lange hält es an, das Glück der Gefühle? Eine Studie des europäischen Instituts für Familienpolitik aus dem Jahr 2006 zeigt: Nicht lange! Die Rate der Ehescheidungen stieg in den letzten 25 Jahren europaweit auf rund 50 Prozent. Dies, obschon in kaum einer Zeitepoche so viel über Sexualität, Lust, Leidenschaft und Partnerschaft geredet und geschrieben wurde wie der gegenwärtigen.

Die Paar- und Familientherapeutin Mayra Melcher aus Brugg AG ist erstaunt, wie klischeehaft die Sexualprobleme ihrer Klienten oftmals sind. «ER will mehr und SIE mag nicht. Oder ‹es› geschieht zu wenig. Jedenfalls denken das die beiden – denn so wird es ihnen durch unsere Medienkultur vermittelt. Durch den Druck und die Angst nicht zu genügen, verspannen sie sich. Und dann geht noch weniger im Schlafzimmer und in der Beziehung.» Häufige Partnerwechsel, sexuelle Ausbeutung, geistig-seelische Traumen, Perversion und körperliche Symptome zeigen: Die anfängliche Lust endet oft im chronischen Frust. Was kann Mann und Frau also tun?

Sexualprobleme – was kann ich tun?
Reden Sie mit Ihrem Partner offen und ehrlich über Ihr Problem.
Lassen Sie sich nicht von der alltäglichen Meinung, was «normal» sei,
oder von Ihrem Partner unter Druck setzen. Sexualität ist viel mehr als das,
was einem von den Medien weisgemacht wird. Stress führt zu innerer und
äusserer Blockade und verhindert eine Sensibilisierung Ihrer Wahrnehmung.
Befreien Sie sich und Ihren Partner von jeglichem Leistungsdruck in Sachen Sex. Geniessen Sie das Zusammensein, ohne immer etwas tun zu müssen.
Falls Sie in Ihrer Beziehung nicht mehr weiter wissen, ist es hilfreich,
einen erfahrenen, ganzheitlich orientierten Therapeuten aufzusuchen. Wie in jedem anderen Beruf, gibt es auch hier grosse Unterschiede. Informieren
Sie sich daher darüber, wie Ihr Therapeut arbeitet.
Gesunde Ernährung, viel Wasser (nicht Mineralwasser) trinken und
Bewegung (Sport, meditative Bewegung wie Eurythmie, Yoga, Tai Chi und
Qi-Gong) stärken die Lebenskraft und somit auch die Sexualkraft.
Suchen Sie einen naturheilkundlich orientierten Arzt, Homöopathen
oder Spagyriker auf.
Nehmen Sie Ihre Träume als symbolische Sprache Ihrer Geistseele ernst
und suchen Sie Hilfe bei einem Therapeuten.

Sexualkraft ist Lebenskraft

Was in alten Mysterienschulen über den Umgang mit der Sexualkraft gelehrt wurde, ist heute in Vergessenheit geraten. Der europäische spirituelle Meister Omraam Mikhaël Aïvanhov (1900–1986) sagte dazu: «Männer und Frauen wissen nicht, was sie eigentlich zueinander hinzieht. Sie folgen blind dieser Anziehungskraft, ja suchen nach ihr, da sie die Zufriedenstellung ihres Sexualverlangens als eine der Hauptquellen körperlicher Lust empfinden. Und nehmen die Erlebnisse auch ein enttäuschendes, unwürdiges Ende, so liegt ihnen doch der Gedanke fern, dass sie ihre Auffassung von Liebe und Sexualität berichtigen sollten. Man könnte meinen, die Menschen nehmen es seit Jahrtausenden als ein unabänder- liches Schicksal hin, dass Liebe stets mit den schönsten Träumen von Glück beginnt und in bitterer Enttäuschung, wenn nicht gar in geistig-seelischem und körperlichem Zusammenbruch endet.»

Gemäss Aïvanhov lehren die Eingeweihten, «dass Mann und Frau die polaren Repräsentanten der zwei Uraspekte Gottes sind: des Ewig-Männlichen und des Ewig-Weiblichen, woraus das gesamte Universum erschaffen wurde – und dass sie im Besitz derselben Schöpfermacht sind.» Für den europäischen Eingeweihten war auch klar: «So wie die Vereinigung von Geist und Materie, vermag auch die Vereinigung von Mann und Frau neue Welten zu schaffen. Dazu jedoch bedarf es in der Liebe eines erweiterten Verstehens, einer vertieften Auffassung, besonderer Regeln und Verhaltensweisen, wie sie trotz des sich verbreitenden Schrifttums über asiatische Tantrik noch nie gelehrt wurden.»

Stefan Peter
Stefan Peter, Jahrgang 1966, arbeitet als selbstständiger Fotograf in Luzern und ist einer der gefragtesten Porträt- und Aktfoto- grafen in der Schweiz. Seine Stärken sind seine grosse Kreativität, sein feines Gespür im Umgang mit Menschen vor der Kamera und dem gekonnten Spiel von Licht und Schatten. Seine fotografischen Arbeiten wurden bereits an diversen Ausstellungen einem breiten Publikum präsentiert. Zudem hat er mit seinen Werken an Wettbewerben im In- und Ausland Preise gewonnen.

Kontakt: Stefan Peter, Fotografie, Bürgenstrasse 17, 6005 Luzern
Telefon 041 220 02 52
infowhatever@stefanpeter.ch, www.stefanpeter.ch

Auf der Suche nach der Liebeskraft

Der Schweizer Heilpraktiker und Hermetiker Felix Gastpar ergänzt: «Damit dieses Erreichen neuer Welten im Bereich der Liebe und Sexualität möglich wird, benötigt es ein erweitertes Verstehen der Liebe und der geistigen Ur-Gesetze. Ursächliche Quelle der Lebenskraft ist die Schöpferkraft, die Zeugungskraft – von Zeus, dem Göttervater – die Sexualkraft. Deren Motivation war und ist ursprünglich allerdings nicht primitiv-blind, sondern göttlich-sinngemäss: nämlich voller Liebe. Sexualprobleme sind also immer Zeichen nicht gesund fliessender Lebens-, also Liebeskraft.» Beides kann am Ende, wie Aïvanhov sagt: «zu geistig-seelischem und körperlichem Zusammenbruch führen». Homöopathie, Spagyrik und jede andere Heilkunst bemühen sich laut Felix Gastpar also darum, «dem jeweiligen Menschen genau das an geistig-seelischem Gehalt zu geben, was ihm fehlt, was ihn in seiner geistig-seelisch-körperlichen Problematik weiterbringt in Richtung des von der ernsthaften Esoterik seit je angestrebten inneren magischen Gleichgewichtes der vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde. Aus deren Harmonie entsteht automatisch die direkte Gottesverbundenheit.»


Demzufolge seien die Heilkünste darauf ausgelegt, leidenden Menschen nicht bloss Probleme und Symptome wegzunehmen, sondern in geistig-seelisch-körperliche Entwicklungsprozesse zu bringen. «Denn die wirkliche persönliche Entwicklung des Menschen ist das Einzige, was ihn auf Dauer befriedigt. Ursächlich damit verbunden ist somit auch die Entwicklung der Sexualkraft
durch wahrhafte, edelmütige Liebe.»

Keine Heilung ohne Lernschritte

Peter Raba erklärt dies praktisch anhand der Homöopathie: «Jedes homöopathische Mittel trägt in sich schon die Potenz, ein Mittler und Katalysator zu sein zwischen Krankheit und Genesung. Oder anders ausgedrückt, zwischen Stagnation auf der einen, und einem In-Fluss-Kommen des Gesamtorganismus auf der anderen Seite. Krankheit fordert zu Lernschritten heraus. Homöopathie beschleunigt bewusstseinserweiternde Prozesse, im Sinne einer Reorientierung an der ursprünglichen Schöpfungsordnung. Ist der Lernschritt gemacht, verliert das Symptom seine Bedeutung und löst sich auf.» Das Symptom selbst gleiche dabei lediglich einem roten Warnlämpchen. Hat es sich allerdings zu weit in Richtung Degeneration entwickelt, komme man bisweilen nicht umhin, es herauszuschneiden.

«Das heisst aber nicht, dass der damit verbundene Lernschritt nicht trotzdem gemacht werden muss», betont Peter Raba: «Eine Gallenblase, die vor Steinen fast platzt, muss herausoperiert werden. Hierdurch hat der Betroffene jedoch nicht gelernt, mit seinen unterdrückten Aggressionen besser umzugehen. Das aber kann geschehen durch eine auf sein spezielles Beschwerdebild herausgesuchte Arznei. Dann geht ihm eben nicht mehr ‹die Galle hoch›, weil er inzwischen den Herausforderungen des Lebens gegenüber gelassener reagiert. Ist er, weil an sich selbst leidend, rechtzeitig zur Behandlung gekommen, wird es gar
nicht erst zur Steinbildung kommen. Homöopathie greift also nicht nur am Symptom an, sondern immer auch an der dahinterstehenden Seelenhaltung.» Deshalb wäre es für Peter Raba wünschenswert, «wenn es mehr und mehr zu einer Synthese zwischen der rein naturwissenschaftlich-materialistischen Anschauung der Lehrmedizin und den ganzheitlich orientierten Heildisziplinen käme».

Die Lustkiller: Stress und Leistungsdruck


Die Verwechslung von genitaler Lust mit Liebe und notorisches Leistungsdenken beim Sex – dies sind aus Sicht des Homöo-pathen Peter Raba zwei Hauptprobleme
in der Sexualität. Die Lösung: Wegkommen vom kopfgesteuerten Liebesspiel.



Kann die Homöopathie auch bei sexuellen Störungen und den dahinterliegenden geistig-seelischen Fehlhaltungen helfen?
In der Tat. Werden zum Beispiel Frauen in ihrer weiblichen Würde verletzt, stellt sich bei ihnen nicht selten jenes Phänomen ein, das dann mit dem Begriff «Frigidität» belegt wird. Hier kann die Homöopathie wertvolle «Entwicklungshilfe» leisten, indem solche Frauen unter Einnahme einer speziell ihrer Problematik angepassten homöopathischen Arznei damit beginnen, neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. Gleichzeitig lassen sich dabei die körperlichen Auswirkungen, die sich etwa in Senkungsbeschwerden der Gebärmutter oder allen nur denkbaren Menstruations-anomalien äussern, beheben. Mit solchen und vielen anderen Problemen des Sexus habe ich mich in einem meiner Hauptwerke, über «Eros und sexuelle Energie durch Homöopathie» eingehend beschäftigt. Dieses Buch ist so angelegt, dass es eben nicht nur für Fachleute, sondern vor allem auch für interessierte Laien und mündige Patienten hilfreiche Wege aus ganzheitlicher Sicht aufzeigt.

Worin sehen Sie die Hauptprobleme bezüglich Sexualität in der heutigen Zeit?
Dass Menschen bei ihrer oft verzweifelten Suche nach sich selbst, Sexualität – also die rein genitale Lust – mit Liebe verwechseln. Ein zweites Hauptproblem ist der immer noch auf weiter Strecke vorherrschende Irrglaube, es käme beim sexuellen Austausch auf eine besondere Leistung an, die beim Mann an der Erektionsfähigkeit einerseits und bei beiden Geschlechtern an der Menge möglicher Orgasmen andererseits, bemessen wird. Das Liebesspiel bleibt kopfgesteuert. Statt dessen wäre angesagt, die Körper der sich von selbst entwickelnden Eigenschwingung zu überlassen. Die kann sich allmählich bis zur Ekstase steigern, wobei es völlig unwichtig ist, ob dann ein Orgasmus stattfindet oder nicht. Auch hierbei, wie bei vielen anderen sexuellen Problemen, können homöopathische Mittel hilfreich eingesetzt werden.

Was ist der grösste Lustkiller?
Der inzwischen wohl grösste Lustkiller überhaupt scheint mir im zunehmen-den Stress des Berufslebens zu bestehen. Je mehr die Lebensenergie auf Prozesse des Überlebens ausgerichtet wird, umso mehr fehlt sie danach für einen lustvollen Austausch zwischen den Geschlechtern. Würde allerdings Liebe im zuvor angesprochenen Sinne geübt, so bestünde durchaus die Möglichkeit, sich aneinander energetisch wieder aufzuladen anstatt sich gegenseitig sexuell auszubeuten. Dieser überall betriebene und von den daran Beteiligten kaum oder gar nicht bemerkte sexuelle Vampirismus ist ein weiteres Hauptproblem.

Sie glauben, dass die Homöopathie bei all diesen Problemen helfen kann?
Nur denen, die das von sich aus wollen und die bereit sind, ihre dunklen Seelenanteile anzuschauen und in ihre eigene Verantwortung zu nehmen, denn das bewirkt Homöopathie. Sie werden – meist in nächtlichen Träumen, bis hin zu Albträumen – mit Schattenanteilen ihrer selbst konfrontiert, die ihnen nicht sehr gut gefallen und wovon sie sich unter Umständen längst befreit glaubten.

Können Sie das erläutern?
Ein eklatanter Fall: Eine Frau, deren sexuelle Lustgefühle ziemlich erstorben waren, was sich auch durch eine schon länger anhaltende Trockenheit der vaginalen Schleimhäute kundtat, litt zusätzlich unter hartnäckigem Asthma. Die Asthma-Anfälle ereilten sie nachts, wobei diesen meist ein sich in Abständen wiederholender Traum voranging. Ganz nebenbei: Sich wiederholende Träume zeigen an, dass die Seele an einem Problem arbeitet, welches sie ohne zusätzliches Stimulans nicht zu lösen in der Lage ist. In diesem Traum nun befand sich die Frau jedesmal in einer wüstenähnlichen Landschaft – ihrer eigenen seelischen Desolation. Dort begegnete ihr – als Abbild eines von ihr verdrängten Seelenanteils – ein Medusenhaupt, vor dem sie immer wieder erschrocken zurückwich und floh. Die unbewältigte Problematik bewirkte, dass sofort der nächste Asthma-Anfall ausgelöst wurde, wodurch sie erwachte.

Wie nahm sich die Homöopathie dieses Falles an?
Die speziell auf ihr Beschwerdebild anhand eines anamnestischen Fragebogens herausgesuchte homöopathische Arznei führte nun dazu, dass sie sich dem Schlangenhaupt im nächsten, wiederum ähnlichen Traum nähern konnte. Jetzt war sie fähig, die Gestalt zu fragen: «Wer bist du?» Und diese antwortete: «Ich bin dein Hass!» Sie war ob ihrer Selbsterkenntnis tief bewegt und konnte diesen abgesprengten Seelenanteil nun in die Arme nehmen, woraufhin die Schlangen sich auflösten. In der unmittelbaren Folge floss ihr Energie zu, die sie zuvor gebraucht hatte, um diese Erkenntnis von sich abzuwehren. Sie erwachte tränenüberströmt und zum ersten Mal ohne Asthma-Anfall. Das blieb danach so. Gleichzeitig verschwand die vaginale Trockenheit, weil nun der Energiefluss innerhalb des Organismus sich wieder normalisiert hatte. Man darf annehmen, dass der unbewusste Hass der Frau sich gegen einen Geschlechtspartner gerichtet hat, von dem sie sich getrennt hatte.

Wie Ihrem Werk «Lauras Vagina-Dialoge» zu entnehmen ist, war Laura in besonderem Masse bereit, sich ihren symptomaus-lösenden Seelennöten zu stellen.
Ja, hier kam wirklich alles zusammen. Die durch grosse Not ausgelöste Bereitschaft für die Therapie und die Begabung dieser Frau, in Worte zu fassen, was sie bewegte. Das gab den Anstoss, den ganzen Prozess ihrer inneren Befreiung aus Ängsten, Zwängen und Schuldgefühlen in diesem Buch zu präsentieren, damit auch andere Frauen daraus Gewinn ziehen können. Inzwischen erreichen uns Mails, Faxe und Anrufe von Frauen, die uns – bisweilen unter Tränen – zu dem Mut beglückwünschen, solch ein Buch auf den Markt gebracht zu haben.

Zurück zu unserem Ursprung

Jakob Bösch, ehemaliger Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste Baselland, hat in seiner Praxis für Spirituell Orientierte Therapie immer wieder mit Menschen zu tun, denen eine spirituelle Ausrichtung im Bereich der Sexualität ein grosses Anliegen ist. «Ich treffe viele Ratsuchende, die ihre Sexualität gering schätzen oder gar als hinderlich für ihre spirituelle Suche abwerten und unterdrücken. Diese Unterdrückung führt sehr oft zu körperlichen Symptomen», bemerkt der Autor des soeben erschienenen Buches «Versöhnen und Heilen», in dem sich ein Kapitel ausführlich der Sexualität widmet. «Kaum etwas nagt so sehr an unserer Kraft und unserem Wohlbefinden, wie das Gefühl, nicht ursprünglich verbun- den zu sein. Die Sexualität ist ein wichtiges Element dieser Verbundenheit», erklärt der Psychiater.

Sexualität und wahrhafte Spiritualität sind aber hier nicht zu trennen, wendet der Heilpraktiker Felix Gastpar ein: «Spiritualität und Geisteswissenschaft führen immer zur Re-Ligio – zur Rückbindung an den Ursprung. Daher muss die Grundsatzfrage geklärt werden, wozu die Sexualkraft da ist. Geht man von der tierisch-menschlichen Abstammung aus, dann geht es um die Fortpflanzung und um die Befriedigung tierisch-instinktiver Bedürfnisse, worüber nicht weitergesprochen werden muss, weil alle wissen, worum es geht. Wenn man hingegen von der göttlich-menschlichen Abstammung ausgeht, dann geht es um die Selbst-Transmutation des Menschen, also um die geistig-seelisch-körperliche Höherentwicklung. Damit befindet man sich im Bereich der Lebenssinnfragen, also im Bereich der Geisteswissenschaft und Religion respektive bei der ernsthaften Esoterik, welche die Klärung dieser Fragen immer für sich beansprucht hat – in Theorie und Praxis.»

Natürliche Aphrodisiaka
Die Bezeichnung Aphrodisiakum stammt aus dem Griechischen. Der Begriff ist auf die Göttin Aphrodite, genauer auf das ihr zu Ehren gefeierte Fest Aphrodisia, zurückzuführen. Während des Festes wurden anregende Rauschmittel, soge- nannte Aphrodisiaka, eingenommen. Aphro- dite war ursprünglich die Fruchtbarkeitsgöttin im Sinne von Entstehen und Wachsen. Erst später wurde sie die Göttin der Liebe, Schönheit und der sinnlichen Begierde.

Heute versteht man unter Aphrodisiaka Mittel, die auf den Körper und die Psyche wirken und eine Wiedererweckung oder Belebung des sexuellen Lustempfindens hervorrufen. Aphrodisiaka können gegessen, eingerieben oder als Duftstoffe verwendet werden. Zu natürlichen Aphrodisiaka gehören unter anderem Zimt, Vanille, Safran, Ingwer, Moschus, Myrrhe, Austern, Granatäpfel, Kaviar, Erdbeeren, Koriander, Thymian, Basilikum, Trüffel, Muskatellersalbei, Kürbiskerne, Ginkgokerne, Chilischoten, Kakao. Beim Kauf von natürlichen Aphrodisiaka ist auf gute Qualität zu achten. Zudem gilt auch hier: «Weniger ist mehr», und ein Zuviel kann neben gesundheitlichen Schäden auch eine ungewollte Veränderung der Wahrnehmung herbeirufen.

Magie und Tantra

«In Europa definierte sich diese Esoterik immer als Magie», erklärt Felix Gastpar und nennt als Beispiel den Schweizer Magier, Alchimisten und Spagyriker Paracelsus (1493–1541). Er war gemäss Felix Gastpar denn auch der Erste, und nicht Samuel Hahnemann, welcher für die Öffentlichkeit den homöopathischen Leitsatz des «Similia similibus curentur» aufstellte, also das bereits erklärte Ähnlichkeitsgesetz.

«In Asien nennt man diese Wissenschaft Tantra», sagt Felix Gastpar. Diese sei keineswegs mit dem zu verwechseln, was man heute gemeinhin darunter versteht: Sextechniken. «Vielmehr waren dies jene Methoden, welche die in diese ganzheitliche Wissenschaft Eingeweihten, die spirituellen Meister, ihre Schüler lehrten, damit diese die direkte Gottesverbundenheit erreichen und sich somit wahrhaft Selbst-Verwirklichen konnten. Es ging also sozusagen darum, anstelle leidenschaftlichweltlichen Sex, solchen in vollkommener Reinheit mit Gott zu haben, um damit ‹den Himmel auf Erden zu holen›.»

Orgasmus und Lebensfragen

Diese Vorstellung ist insofern gut nachvoll- ziehbar, als dass sich die meisten Menschen bei «gutem Sex» und insbesondere im Orgasmus mit allem voll- kommen eins und glücklich fühlen – wenn auch nur für kurze Zeit.
Dies zeigt: Keine ganzheitliche Betrachtung und somit auch kein ganzheitlicher Behandlungsweg von Sexualproblemen führen an den ursächlichen Lebens- fragen der Menschheit vorbei. So ist es kein Zufall, dass Laura Lust gerade am Anfang ihres langen Weges zu einer erfüllten Sexualität feststellt: «Die alte Menschheitsfrage: Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich? – Nun hatte sie auch mich überfallen.»

Bilder: Stefan Peter

Literatur
Peter Raba: «Lauras Vagina-Dialoge» Andromeda Verlag 2002, Fr. 99.90
Peter Raba: «Göttliche Homöopathie» Andromeda Verlag 1999, Fr.169.–
Omraam Aïvanhov Mikhaël: «Liebe und Sexualität» Prosveta Verlag 1998, Fr. 44.90
Rudolf Steiner: «Von der Erotik zur Liebe» Archiati Verlag 2007, Fr. 3.90

Therapien
Regionale und örtliche Familien-, Paar- und Eheberatungsstellen sowie Frauenzentralen (Frauenberatungsstellen) geben Auskunft über spezialisierte Fachpersonen.

Internet
Mit Hilfe von Suchbegriffen wie «Sexualität» oder «Paartherapie» finden Sie im Internet eine Fülle von Adressen und Instituten.

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Kategorie: Gesundheit

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