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Das Märchen vom Zappelphilipp

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_10_2013 - 01.10.2013

Text:  Andreas Krebs

Die Diagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefi zitsyndrom) trifft jedes Jahr unzählige Kinder und Jugendliche. Zu Unrecht, wie der Erfinder des Syndroms kurz vor seinem Tod eingestand.

Der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg gilt als Erfinder des Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndroms, kurz ADHS, im Volksmund auch als Zappelphilipp-Syndrom bekannt. Mit diesem Etikett werden Kinder und Jugendliche pathologisiert, die durch hibbeliges, impulsives Verhalten auffallen und so sozial und schulisch anecken. In der Regel wird ihnen das Stimulans Methylphenidat (MPH, Handelsname Ritalin) verschrieben. Ritalin wirkt ähnlich wie Kokain und macht psychisch abhängig – mittlerweile sind weltweit Millionen Menschen ritalinsüchtig. Nebenwirkungen sind Schlaf- und Essstörungen, Bluthochdruck und vermindertes Wachstum.

Kurz vor seinem Tod gestand Eisenberg dem Medizinjournalisten Jörg Blech, dass ADHS ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung sei, wie die Frankfurter Allgemeine (FAZ) berichtet. ADHS sei keine Krankheit, sondern ein Deutungsmuster, so die FAZ: als psychisch krank werde definiert, was gegen bestimmte Regeln verstösst und von Normen abweicht. Trotz dieser Bekenntnisse bleibt die Modediagnose ADHS ein Goldesel für die Pharmaindustrie. 2010 machte Novartis mit Ritalin weltweit einen Umsatz von über 460 Millionen Franken.

Foto: Verlag Edition Tintenfass

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