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Sonnenbrand

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_08_2013 - 01.08.2013

Text:  Sabine Hurni

Ist die Haut den UV-Strahlen der Sommersonne ungeschützt ausgeliefert, bilden sich freie Radikale. Diese begünstigen die Hautschädigung. Zink ist ein wirkungsvoller Radikalfänger, der die Haut schützt.

Der wundervolle Spaziergang am windigen Strand kann schmerzhaft enden, ebenso die fröhliche Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee oder die Wanderung im Aletschgebiet. Die Kraft der Sonne ist oft unerwartet heimtückisch und wird selbst von jenen, die es eigentlich wissen müssten, unterschätzt. Ehe man sich versieht, ist die Haut gerötet und schmerzt feurig heiss.

Scheint die Sonne über längere Zeit auf die ungeschützte Haut, zerstören die UV-Strahlen die obersten Hautschichten. Als Reaktion erweitern sich die Blutgefässe und die Durchblutung wird erhöht. Ein Sonnenbrand ist im wortwörtlichen Sinn eine Entzündung der Haut. Sie ist rot, heiss und geschwollen. Zudem schmerzt die verbrannte Stelle, das pulsierende Blut ist fühlbar und aus Zelltrümmern entstehen freie Radikale. Mit der verstärkten Durchblutung versucht der Körper die entzündete Stelle mit Nährstoffen zu versorgen, welche die geschädigte Haut reparieren und freie Radikale einfangen und unschädlich machen sollen.

Das Multitalent Zink

Einer der wichtigsten Radikalfänger, die der Körper in diesem Moment braucht, ist das Spurenelement Zink. Allerdings kommt Zink im menschlichen Stoffwechsel oft in unzureichender Menge vor. Das hat verschiedene Gründe. Trotz Überfluss in der Lebensmittelversorgung nehmen viele Menschen zu wenig Zink zu sich. Sei es weil sie Diäten machen, sich einseitig ernähren oder minderwertige Fertigprodukte konsumieren. Die ausreichende Zufuhr über die Ernährung ist auch schwierig zu erreichen, wenn eine Frau schwanger ist oder stillt. In dieser Zeit ist der Bedarf stark erhöht. Weitere Gründe für einen Zinkmangel können entzündliche Darmerkrankungen sein, welche eine ausreichende Aufnahme verhindern. Aber auch rheumatische Erkrankungen, Operationen und Wunden zehren stark am körpereigenen Zinkvorrat.

Fehlt das wichtige Spurenelement, kann das verschiedenste Stoffwechselaktivitäten beeinträchtigen. Rund 200 Enzyme sind auf Zink angewiesen, um ihre Funktion zu erfüllen. Viele dieser Enzyme sind im Verdauungssystem angesiedelt. Kohlenhydrate wie Reis und Getreide werden im Mund mithilfe von Enzymen aufgespalten. Auch Eiweisse können nur mithilfe von Enzymen verdaut und vom Körper verwertet werden. Zink ist darüber hinaus bedeutsam für den Stoffwechsel der Geschlechtshormone, der Schilddrüsenhormone und der Wachstumshormone. Auch im Zuckerstoffwechsel spielt das Spurenelement eine wichtige Rolle, genauso wie für das Immunsystem, die Haut, die Haare und die Psyche.

Damit der Körper diese Stoffwechselvorgänge bewältigen kann, braucht er täglich rund sieben (Frauen) bis zehn (Männer) Milligramm Zink. Gilt es ein Krankheitsbild ernährungsmedizinisch zu behandeln, braucht es höhere Dosen, die unmöglich über die Ernährung zugeführt werden können; Menschen mit Verdauungsbeschwerden, Diabetes, Hauterkrankungen, Haarausfall oder rheumatischen Problemen können ihren Zinkmangel oft nur mit einem geeigneten Zinkpräparat aus dem Fachhandel ausgleichen.

Sonnenbrand – das hilft sofort!
Zur Behandlung eines Sonnenbrandes sind Heilmittel gefragt, welche auf der Haut bleiben und dort nachhaltig kühlen. Sie müssen die erhitzte Haut rasch beruhigen, die Entzündung hemmen und gleich zeitig den Schmerz dämpfen.
• Befeuchten: Eingearbeitet in Körperemulsionen wird Dexpanthenol gut von der Haut aufgenommen. Es erhöht das Feuchthaltevermögen der Haut, pflegt und verbessert die Elastizität. Zudem unterstützt Dexpanthenol die Neubildung von Hautzellen und trägt so zur Hautregeneration bei. Es lindert Juckreiz, wirkt entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Eine ähnliche Wirkung hat auch AloeVera-Gel. Allerdings nur, wenn das Gel wirklich aus 100 Prozent AloeVera-Extrakt besteht. Am besten verwenden Sie frisches Gel direkt aus der Pflanze. Die fleischigen Blätter aufschneiden, das darin enthaltene transparente Gel direkt auf die Haut auftragen und einwirken lassen.
• Schmerzen stillen: Lidocain ist ein lokal wirkendes Schmerzmittel. Kommt es mit der Haut in Kontakt, blockiert es örtlich das Leitungsvermögen der sensiblen Nervenfasern und lindert so die Empfindung für Kälte, Wärme oder Druck. Lidocain wirkt gleichzeitig schwach entzündungshemmend.
• Schüssler-Salze: Natrium Chloratum, das Schüssler-Salz Nr. 8, reguliert den Wasserhaushalt in den Zellen und sichert die Durchlässigkeit des Zellgewebes. Für eine kühlende Waschung löst man 20 Tabletten in einem Liter Wasser. Ist das schüsslersche Kochsalz nicht zur Hand, kann dem Wasser eine Prise Kochsalz beigegeben werden, das hat einen ähnlichen Effekt. Ist die erste Hitze verklungen, sorgen Umschläge mit gelöstem Natrium Chloratum dafür, dass die Haut genügend Feuchtigkeit aufnimmt.
• Quark: Magerquark wirkt kühlend und entzündungshemmend. Man streicht ihn einen halben Zentimeter dick auf ein Tuch und legt dieses auf die gerötete Stelle, so lange, wie der Wickel als kühlend empfunden wird. Danach wiederholt man das Ganze, bis die Entzündung abklingt. Bei grossen Flächen kann der Quark auch direkt auf die Haut auf getragen werden.
• Johannisöl: Der ölige Auszug aus Johanniskrautblüten hat sich bei geröteter Sonnenbrandhaut ebenfalls bewährt. Nach dem Kühlen mit Quark kann das Johannisöl bei der Regeneration der Haut helfen.

Sonnenblume gegen Sonnenbrand

Benötigt der Körper Zink als Radikalfänger für sonnenverbrannte Haut, fehlt es vielleicht an einem anderen Ort. Deshalb ist es wichtig, dass im Sommer erst recht abwechslungsreiche Mahlzeiten auf den Tisch kommen. Fische und Meeresfrüchte zum Beispiel enthalten reichlich Zink. Auch Haferflocken, Weizenvollkornmehl, Weizenkleie, Linsen, Erbsen und Sojabohnen sind gute Zinklieferanten.

Eine besonders schmackhafte und gesunde Quelle für Zink sind die Sonnenblumenkerne. Sie enthalten, neben dem Spurenelement Zink, B-Vitamine, Vitamin E, Magnesium und Selen. Viele von diesen Inhaltstoffen wirken entzündungshemmend und somit beruhigend auf die sonnengerötete Haut. Geschälte Sonnenblumenkerne sind zudem sehr nahrhaft. Sie enthalten bis über 20 Prozent pflanzliches Eiweiss und einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren.

Beliebt sind die Kerne nicht nur im Müesli und auf oder im Vollkornbrötli – geröstet als Salatbeilage bereichern sie jeden sommerlichen Gartensalat. Weil die Samen allerdings auch reichlich Fett enthalten, werden sie schnell ranzig. Sie sollten deshalb kühl, trocken und nicht zu lange gelagert werden.

Die Sonnenblume (Helianthus annuus) lacht von Juni bis Ende September der Sonne entgegen. Wunderschön verwandelt sie ganze Ackerfelder in goldenes Gelb. Die Zier- und Nutzpflanze stammt aus Nordamerika und wurde im 16. Jahrhundert bei uns als Zierpflanze eingeführt. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 100 bis 350 Zentimetern. Der Stängel wird bis zu fünf Zentimeter dick und im Erdreich bilden sich lange, starke Pfahlwurzeln, welche der Pflanze die nötige Stabilität geben. Die Blütenköpfe und Blätter drehen sich während des Tages immer in Richtung Sonne. Dieses Phänomen nennt man Photomorphose. Erst im Oktober, nachdem sich die Samen gebildet haben, lassen die Sonnenblumen ihre Köpfe hängen. Das freut die Vögel, denn ihnen bietet die Sonnenblume – sofern man sie stehen lässt – die Samen als Wintermahlzeit an.

Foto: fotolia.com

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