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Der Tanz ums Wasser

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_05_2013 - 01.05.2013

Text:  Lioba Schneemann

Wasser, unser bestes Nahrungsmittel, wird immer mehr zu einem Lifestyleprodukt, das heilen und glücklich machen soll. Eine kritische Spurensuche.

Wasser ist unser wichtigstes Lebenselixier und essenzieller Nährstoff. Ohne Wasser wäre unser Planet unbelebt. Im menschlichen Körper – er besteht zu 60 bis 70 Prozent aus Wasser – dient es dazu, Stoffe zu transportieren, es hilft, Stoffwechselprodukte und Salze über die Nieren auszuscheiden, und es regelt die Körpertemperatur. Wasser heilt und beugt vor – und macht uns auch noch schöner. Anwendungen wie Badekuren, Güsse, Wickel und Thermalbaden wirken heilsam auf Körper und Geist. Nachgewiesenermassen sind auch die vielfältigen Wasseranwendungen, die Pfarrer Sebastian Kneipp entwickelte, unserer Gesundheit sehr zuträglich.

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Trinkwasser, günstig und gut

Wer fit und gesund bleiben will, sollte ausreichend trinken. Am besten und einfachsten ist reines Wasser. Eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag sollte ein gesunder Erwachsener zu sich nehmen. In der Regel kann man sich dabei nach seinem Durstgefühl richten. Der Bedarf an Wasser variiert auch mit dem Flüssigkeitsanteil in der Nahrung. Zu beachten ist, dass das Durstgefühl im Alter oftmals nachlässt. Die tägliche Wassermenge muss je nach Aktivität, sportlicher Betätigung (Salz nicht vergessen), Nahrung oder Alter angepasst werden.

Vor allem Frauen neigen dazu, zu wenig zu trinken, sei es, weil sie den Gang zur Toilette vermeiden möchten oder weil sie glauben, dass Wasser den Körper aufschwemme. «Das ist Unsinn», sagt Bernhard Uehleke, Mediziner für Naturheilverfahren der Hochschule für Gesundheit und Sport, Berlin, sowie am Universitätsspital Zürich. «Mit einer Zunahme an Flüssigkeit können sogar menopausale Beschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen günstig beeinflusst werden.» Dabei spiele es keine Rolle, ob man Trinkwasser aus der Leitung oder ein Mineralwasser trinke. Trinkwasser ist unser bestes und günstigstes Lebensmittel. Eine Studie des Schweizerischen Konsumentenschutzes zeigte, dass die meisten Mineralwässer qualitativ gleich oder gar minderwertiger als unser Hahnenburger sind. Dafür sind sie um ein Vielfaches teurer. Wasser wird mehr und mehr zu einem Lifestyleprodukt – wer fast alles hat, braucht zum Glücklichsein offenbar nur noch das richtige Wasser.

Alternative zu Medikamenten

Kein Lifestyle sind Heilwässer – sie zählen zu den ältesten Naturheilmitteln. Sie werden in Trinkkuren, zur Prävention, bei kurativen Therapien, zur Rehabilitation oder äusserlich für medizinische Bäder, etwa bei Rheuma und Arthrosen, angewendet. Wie auch Mineralwasser stammt Heilwasser aus oft mehreren Hundert Metern tiefen Wasservorkommen. Auf dem Weg in die Tiefe wurde das Wasser gefiltert und gereinigt sowie mit Mineralien und Spurenelementen angereichert. Ein Heilwasser gilt als solches, wenn mindestens
ein Gramm gelöste Mineralstoffe oder Spurenelemente enthalten sind und seine Wirkungsweise wissenschaftlich nachgewiesen wurde.

Wer regelmässig ein Heilwasser trinkt, kann Mangelzuständen vorbeugen oder bereits vorhandene Defizite ausgleichen, die Stoffwechsel- und Organfunktionen stärken und körpereigene Kräfte aktivieren. Sulfat-Heilwässer etwa regen die Funktion von Galle und Bauchspeicheldrüse an und stimulieren die Darmfunktion. Das tägliche Trinken von Hydrokarbonatwässern wirkt bei Magen- oder Darmproblemen, bei zu starker Säureproduktion des Magens oder zur Prophylaxe von Harnsäuresteinen. «Ein Liter Heilwasser mit einem Hydrogencarbonatgehalt von zwei Gramm pro Liter erreicht die Säureneutralisationskapazität von zwei Tabletten eines frei verkäuflichen Medikamentes zur Neutralisierung der Magensäure», erläutert Karl-Ludwig Resch vom Deutschen Institut für Gesundheitsforschung. Kalciumreiche Heilwässer hingegen – das sind Wässer mit einem Kalciumgehalt von über 250 Milligramm pro Liter – können einem Mangel vorbeugen oder bei der Behandlung von Osteoporose helfen. Sogar Diabetes kann mit dem Trinken eines Heilwassers vorgebeugt werden. Die Palette der Anwendungsgebiete der diversen Heilwässer ist gross, Nebenwirkungen gibt es, im Gegensatz zu Medikamenten, hierbei keine.

Fotos: fotolia.com, Tekke / flickr / cc

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