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Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_04_2013 - 01.04.2013

Text:  Marion Kaden

Überschüssige Pfunde loszuwerden, ist eine harte Sache, auch wenn immer neue Methoden etwas anderes versprechen. Um nachhaltig schlank und vor allem auch gesund zu werden, oder es zu bleiben, bedarf es einer Aktivierung der Selbstheilkräfte.

Ohne Zweifel steht die Übergewichtsepidemie im Zusammenhang mit einer denaturierten, industrialisierten Landwirtschaft, einer Hightech-Lebensmittelindustrie oder einem oft menschenverachtenden Nahrungsmittelhandel. Deren Produkte mögen vielleicht mit fragwürdigen Methoden definierte Nährstoffbedürfnisse decken. Im Wesentlichen aber machen sie krank, fett und bewegungslos. Um diese Schuld zu verstecken und die persönliche Verantwortlichkeit von (Aktien-)Eigentümern zu vertuschen, ist es optimal, die Schuld an ernährungsabhängigen Zivilisationskrankheiten wie das metabolische Syndrom, Zuckerkrankheit oder Adipositas lieber den Betroffenen selbst in die Schuhe zu schieben. Übergewichtige werden also nicht, so die Botschaft, von einer völlig pervertierten, amoralischen Industriemafia gemästet und vergiftet, sondern sie haben nur zu viel gegessen. So einfach ist das. Ein schönes Beispiel für diese Heuchelei ist der us-amerikanische Lebensmittelproduzent H. J. Heinz Company, der unter anderem Ketchup herstellt. Vor rund 13 Jahren wurde die zum Konzern gehörende Firma Weight Watchers in neue Besitzverhältnisse überführt. Die Verschleierung der wahren Eigentümer von Weight Watchers hat selbstverständlich nichts am Wertschöpfungs-Prinzip geändert: Für viel Geld, viel Hoffnung verkaufen.

Body-Mass-Index taugt nichts

«Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast», heisst es so schön. Der Spruch könnte direkt auf das neueste Machwerk von US-Statistikern angewendet werden, die Sterblichkeitsdaten von 2,9 Millionen Menschen ausgewertet haben. Er kann das schon länger bekannte «Übergewichts-Paradox» bestätigten: Gemessen am Body-Mass-Index (BMI) haben Adipöse mit einem BMI zwischen 30 und 35 keinerlei erhöhtes Sterberisiko aufgrund ihres Übergewichts. Übergewichtige mit einem BMI zwischen 25 und kleiner 30 haben sogar eine um 6 Prozent verbesserte Sterblichkeit gegenüber Normalgewichtigen (BMI 18,5 bis 25). Erst oberhalb eines BMIs von 35 steigt die Sterblichkeit – wie erwartet – stark an. Der grundlegende Fehler der Studie liegt in der Nutzung des schon seit Langem als völlig überholt erkannten Parameters BMI. Dieser ist zur Feststellung der Gesundheitsrisiken durch Übergewicht und Adipositas absolut ungeeignet (im Gegensatz zur Messung des Bauchumfangs).

Ohne Fleisch gesund und schlank

Die in den USA und Kanada seit 12 Jahren laufende «Adventist Health Study 2», die weltweit grösste Vegetarier-Studie mit etwa 96 000 Teilnehmern, belegt diese katastrophale Einschätzung mehr als eindrucksvoll: So kommen Zivilisationskrankheiten unter vegetarischer Ernährung sehr viel seltener vor als beim Essen mit Fleisch. Auch Übergewicht ist bei Vegetariern selten. Aufsehenerregend ist jedoch die in diesem Umfang nicht erwartete Steigerung der Lebenserwartung: Männer erreichen durch vegetarische Ernährung ein Plus an Lebenserwartung von 9,5 Jahren, Frauen von 6,1 Jahren. Wird diese Studie demnächst offiziell publiziert, wird die bereits erwähnte Heerschar «zweifelsfrei» feststellen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf! Schliesslich ist Fleisch ein Stück Lebenskraft.

Der kanadische Physiologe, Michel Cabanc, Quebec, hat vor mehr als 40 Jahren postuliert, dass es irgendwo im Organismus ein Regelorgan gibt, welches das Körpergewicht hochgenau und effizient regelt sowie konstant hält – der Ponderostat. Obwohl alle Übergewichts-«Experten» wissen, dass das Körpergewicht nicht ständig in weiten Bereichen schwankt und sich auch nicht durch einfache Massnahmen mal eben steigern oder reduzieren lässt, wird meist so getan, als benötige es nur einen Schwabbelfett-Guru, damit eine Wampe einfach weggeheilt werden kann. Die Erfahrung bestätigt das tagtäglich: Selbst «wissenschaftliche» Diäten und Gewichtsreduktions- Programme zeigen meist nur minimale Effekte, wobei ihnen zudem jede Nachhaltigkeit fehlt. Kein Wunder: Wenn der Ponderostat beim Abnehmen mithilfe der Naturheilkraft nicht heruntergeregelt wird, sind alle Mühen für die Katz.

Selbstheilkraft muss aktiviert werden

Die Naturheilkunde hat eine zentrale Botschaft: Heilung und Gesundheit werden möglich, wenn es gelingt, die uns innewohnende Naturheilkraft oder Selbstheilkraft zu (re)aktivieren. Das geistige Ideal, das die Richtung Gesundheit – und damit auch Schlankheit – vorgibt, nannte Paracelsus den «Inneren Archaeus». Biologistisch wäre dies vielleicht als spezifisches Genom oder Proteom von Gesundheit oder Gesundung zu bezeichnen. Beginnt dieses innere Ideal von Heilung und Gesundheit wieder zu leuchten, kann die ureigenste Selbstheilungskraft wirksam werden und unphysiologisches, krankmachendes Übergewicht verschwinden (wenn dann auch noch wichtige krankmachende Einflüsse verringert werden). Im Folgenden werden einige Beispiele genannt.

Natürlich können viele andere Mass nahmen bei nachhaltig wirksamer Gewichtsreduktion helfen: Optimierter Stressumgang (Autogenes Training), Ernährungsumstellung (zum Beispiel Vegetarismus oder Vollwertkost nach Maximilian Bircher-Benner), zeitlich begrenzte Saftkuren oder künstlerische und Bewegungs-Therapien (therapeutischer Ausdruckstanz, Musiktherapie). Entscheidend für die Nachhaltigkeit ist jedoch nicht die kurzfristige Effektivität einer Massnahme, sondern die nachhaltige Wirksamkeit bei der Anregung der «Lebenskräfte» und der Selbstheilungskräfte.

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