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Das geniale Element Wasser

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe_01_2013 - 01.01.2013

Text:  Heinz Knieriemen

Ein alltäglicheres Element gibt es kaum. Und es gibt kaum ein derart wichtiges Element, mit dem wir so selbstverständlich wie auch gedankenlos umgehen.

Was ist Wasser? Zunächst einmal ein Element, Materie, gekennzeichnet durch die chemische Formel H2O – eine Verbindung der Gase Wasserstoff (Hydrogenium) und Sauerstoff (Oxygenium). Es ist aber auch der Baustein der Lebensprozesse und unentbehrlicher Bestandteil aller Körpersubstanzen, die Pflanze, Tier und Mensch aufbauen.

Wasser ist aber auch Klang, Schwingung, rhythmische Bewegung. Im Lösen und Binden, Abtragen, Neuformen und fortwährenden Umwandeln ist Wasser der Organismus der Erde, das Sinnesorgan der Natur. Panta rhei, alles fliesst: Das nasse Element galt den Griechen als der ursprüngliche Stoff des Lebens, als elementarste Materie, aus der die Welt sich in ruhiger und bewegter Form entwickelte.

Wasser ist eine simple Verbindung, weit entfernt von der Komplexität etwa der Eiweissmoleküle oder synthetischer Kunststoffe. Die Vereinigung zweier Wasserstoffatome mit einem Sauerstoffatom weist jedoch viele von der Norm abweichende Eigenschaften auf. Betrachten wir die Struktur von H2O, so fällt als Erstes auf, dass Wasser bei einer Einordnung in die periodischen Gesetzmässigkeiten der Materie aus dem Rahmen fällt. Doch gerade diese ungewöhnlichen Eigenschaften der Wassermoleküle ermöglichen erst Leben auf unserem Planeten.

Weshalb schwimmt Eis?

Die auffälligste und wohl wichtigste Anomalie: Wasser dürfte gar nicht flüssig sein. Weil seine Ausgangselemente Gase sind, müsste Wasser logischerweise auch gasförmig sein. Diesen Zustand erreicht es aber erst bei Temperaturen von über 100 Grad. Wasser gefriert bei null Grad und verdampft bei 100 Grad. Wir empfinden das als normal, doch sind Schmelz- und Siedepunkt als wichtige Richtwerte der Celsius-Temperaturskala einfach am Verhalten des Wassers fixiert worden.

Ungewöhnlich verhält sich Wasser auch in seiner Dichteanomalie, indem es mit zunehmender Abkühlung nicht immer gleichmässig dichter wird, sondern die grösste Dichte bei vier Grad erreicht, um bei weiterer Abkühlung und beim Erstarren zu Eis wieder leichter, also weniger dicht zu werden – auch das wieder mit weitreichenden Konsequenzen für Leben auf der Erde. Da Wasser bei vier Grad das Dichtemaximum erreicht, ist Eis leichter und schwimmt somit auf der Oberfläche. Damit wird ein Gefrieren der Tiefenschichten von Seen und Meeren verhindert, was Leben im Wasser auch bei Temperaturen unter null Grad möglich macht.

Wasser nimmt Gestalt an

Auf diese Weise werden die Meeresströme aufrechterhalten und damit letztlich der globale Wasserkreislauf und das Leben an Land. Die gewaltigen Wassermengen der Weltmeere wirken wie eine gigantische Klimaanlage, die die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen unserer Erde durch Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe ausgleicht. Die speziellen Eigenschaften des Wassers, die Leben erst ermöglichen, lassen sich beliebig fortsetzen. Die Gestaltbildungskräfte des Wassers kann jeder an ganz alltäglichen Phänomenen beobachten: an Regentropfen, an glitzernden Tautropfen auf Gräsern oder Spinnweben oder ganz einfach an einem tropfenden Wasserhahn.

Die Beispiele verdeutlichen, dass Wasser immer versucht, die Form einer Kugel, eines Tropfens einzunehmen. Diese Eigenschaft kommt durch die Oberflächenspannung und die Kapillarkraft zustande. Diese Kapillarkräfte ermöglichen ein Ansteigen des Wassers von den Wurzeln bis in die höchsten Baumkronen – ein für Pflanzen und letztlich auch für Menschen überlebenswichtiger Transportweg und Teil des grossen Wasserkreislaufs.

Schwerkraft gilt nicht

In Zellen und Blutadern überwindet das Wasser in sogenannten kolloidalen Lösungen die Gesetze der Schwerkraft. Kolloide, winzige unlösbare Mineral- und Elektrolytpartikel, sinken nicht nach unten, wie das die Schwerkraft eigentlich verlangt, sondern halten sich in der Schwebe – ein für die Zellfunktionen lebenswichtiges Phänomen. Aufgabe und Funktion des Wassers sind in allen lebenden Organismen sehr vielfältig. Wasser ist der wichtigste Vermittler des Stoffwechsels. Es übernimmt die Lösung und den Transport der Nahrungssubstanzen, die in Aufbaustoffe des Körpers verwandelt werden. Wasser wirkt mit beim Umbau, Abbau und der Ausscheidung dieser Substanzen. Ein Säugling besteht zu über 90 Prozent aus Wasser, ein Erwachsener noch aus gut 60 Prozent. Wasser kommt vielfältigen Aufgaben als Transportvermittler, Lösungsmittel oder Regulator der Körpertemperatur nach. Das gewaltige Filtervolumen der Nieren mit etwa 180 Litern am Tag wäre ohne das flüssige Element gar nicht denkbar. Es sind also die gegensätzlichsten Funktionen, die das Wasser wie selbstverständlich ausübt.

Denken wir uns die gesamte Wassermenge der Welt als eine gefüllte Badewanne mit 200 Liter Inhalt. Allein das Meerwasser macht 195 Liter davon aus. Weitere 4,2 Liter entsprechen dem Wasser, das im ewigen Eis, im Permafrost und in den Gletschern gespeichert ist. Jetzt bleiben nur noch 0,8 Liter Wasser, das frei als Regen, in Bächen, Flüssen, Seen und als Grundwasser zirkuliert – ein Bruchteil der gewaltigen Wassermenge unseres Blauen Planeten also – und darum weit wertvoller, als unser täglicher Umgang mit dem wunderbaren Element vermuten lässt.

Zur Person
Seit über 20 Jahren setzt sich Heinz Knieriemen für «natürlich» kritisch mit den Methoden und den Auswirkungen der Schulmedizin und der Laborwissenschaft auseinander. Im AT Verlag hat er mehrere Bücher herausgegeben, unter anderem über Vitamine, Mineralien und Spurenelemente oder Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetika.

Foto: fotolia.com, Luz Adriana Villa A./flcikr/cc, tropicaLiving - Jessy Eykendorp/flickr/cc

 

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