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Verstockt?

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 11 - 2012 - 01.11.2012

Text:  Sabine Hurni

Damit unser Kopf nicht zu schwer wiegt und auch als Resonanzkörper funktioniert, besteht er aus vielen Hohlräumen, beispielsweise aus den Nasennebenhöhlen. Sind sie verstopft, drohen schmerzhafte Entzündungen. Tipps aus der Natur, wie man sich im Winter Kopf und Nase freihält.

Ab und zu kommt es vor, dass die Stimme dumpf klingt – zum Beispiel bei einer Erkältung, Allergien oder einer Bakterieninfektion. Diese Erkrankungen führen dazu, dass die luftgefüllten Hohlräume verstopfen und sich als Folge davon entzünden.

Während einer längeren Erkältung, die nicht wie üblich nach ein paar Tagen abklingt, schwellen die Schleimhäute in der Nase und in den Nasennebenhöhlen stark an. Das ist ein Schutzmechanismus des Körpers, damit Bakterien sich nicht anhaften können und möglichst viele Abwehrzellen vor Ort sind. Aufgrund der Schwellung kann aber der sich durch die Erkältung vermehrt bildende Schleim schlecht abfliessen. Und weil dieses zähe Sekret wiederum ein idealer Nährboden für Bakterien ist, bereiten sich diese rasch aus; der Schleim wird trüb und zähflüssig, der Kopf fühlt sich dumpf an. Oft sind Nasennebenhöhlen-Entzündungen (Sinusitis) auch begleitet von Kopfschmerzen im Stirnbereich, Schnarchen, Atemproblemen, Mundgeruch bis hin zu Ohreninfektionen. In schweren Fällen kann die Erkrankung sogar zu Infektionen des Gehirns führen. Indem man mit den Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger beidseitig knapp oberhalb der Nasenwurzel zwischen den Augenbrauen etwas Druck gibt, lässt sich herausfinden, ob bei einer Erkrankung auch die Stirnhöhlen betroffen sind. Nimmt das Druckgefühl stark zu, sind die Stirnhöhlen vermutlich ebenfalls entzündet und eine Abklärung beim Arzt ist unbedingt nötig.

Vorsicht scharf!

Wenn die Nasennebenhöhlen verstopft und angeschwollen sind, müssen diese wieder geöffnet werden, damit der Schleim abfliessen kann, bevor sich Bakterien ausbreiten können. Wer früh genug handelt, braucht keine starken Medikamente. Mit pflanzlichen Arzneien lassen sich verstopfte Nebenhöhlen gut behandeln.

Ein Heilmittel aus der Hausapotheke ist zum Beispiel die Meerrettichwurzel. Bekannt als Würze in einem Dip oder als Beilage zu Siedfleisch vermag die schmackhafte Wurzel auch sehr gut Schleim zu lösen. Bei einer Entzündung der Stirnoder Nasennebenhöhlen, aber auch bei Kopfschmerzen, wird die Meerrettichwurzel jedoch nicht eingenommen, sondern als Nackenkompresse aufgelegt. Wie auch Senfsamen enthält die Rettichwurzel Allylsenföl, welches ihr den scharfen Geschmack verleiht.

Das Senföl wirkt sehr stark hautreizend und erhöht auf diese Weise die Hautdurchblutung. Kommt das Öl mit der Haut in Kontakt, beginnt sich die Haut innert weniger Sekunden bis Minuten zu röten. Meist ist auch ein brennend warmes Stechen fühlbar und die Hauttemperatur steigt an. Deshalb ist bei der Durchführung eines Meerrettichwickels grösste Vorsicht geboten: Mit einer Küchenraffel reibt man frischen Meerrettich fingerdick auf ein Taschentuch, sodass der Rettich etwa eine Fläche von acht mal zwölf Zentimetern abdeckt. Dann faltet man das Tuch zusammen und kann es je nach Grösse mit einem Klebstreifen zukleben. Dieses Päcklein legt man sich in entspannter Haltung auf den Nacken und wärmt Nacken und Schultern mit einem Frottiertuch. Der Wickel bleibt nur so lange auf der Haut, bis die Schmerzgrenze erreicht ist. Es kann gut sein, dass dies bereits nach ein bis zwei Minuten der Fall ist. Dann entfernt man den Wickel, reibt etwas Pflanzenöl auf die gerötete Stelle und bleibt entspannt noch rund 20 Minuten liegen oder sitzen.

Meerrettich fördert Durchblutung

Wenn die Hautrötung abgeklungen ist, kann man die Behandlung je nach Bedarf wiederholen. Solch hautreizende Wickel wirken reflexartig auf die inneren Organe. Da jedes Organ über die Nervenbahnen mit dem Rückenmark verbunden ist, behandelt man gezielt diejenige Region des Rückens, welche die erkrankten Organe versorgt; bei Sinusitis ist dies der Nacken. Von dort wird die Nasenzone reflektorisch über die Nervenbahnen versorgt. Die Wirkung kommt dabei über die Durchblutungssteigerung zustande, so entspannen sich die Muskeln und das erkrankte Organ wird verstärkt mit nährstoffreichem Blut versorgt. Das alles bewirkt eine Beruhigung der verstockten Situation in den Nasennebenhöhlen und löst den zähen Schleim.

Frische Meerrettichwurzeln sind in jedem grösseren Lebensmittelladen das ganze Jahr über erhältlich. Im Kühlschrank ist die Wurzel etwa eine Woche lang haltbar. Sie lässt sich aber auch gut tiefkühlen und kann gefroren sehr gut gerieben werden.

Foto: mauritius-images.com

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