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Was vor Alzheimer schützen könnte

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 09 - 2012 - 01.09.2012

Text:  Tertia Hager

Zwei Zürcher Ärzte untersuchten gesunde hochbetagte Menschen und suchten – und fanden – einen Antikörper, der verhindert, dass Nervenzellen im Gehirn zerstört werden.

Weil wir immer älter werden, nimmt auch die Zahl an Menschen mit Demenzerkrankungen stetig zu. Das stellt Betroffene, ihr Umfeld und die Gesellschaft vor grosse Probleme. Noch gibt es kein Rezept gegen den langsamen Zerfall des Gehirns bei Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Nun scheinen zwei Zürcher Psychiater einen neuen Ansatz zur Prävention und zur Therapie gefunden zu haben. Roger Nitsch und Christoph Hock von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich forschten bereits vor mehr als zehn Jahren an einem Impfstoff gegen die Krankheit. Die Grundidee war, das Immunsystem zur Produktion von Antikörpern zu bewegen. Diese sollten helfen Amyloid-Fibrillen abzubauen, diese schädigen die Nervenzellen im Gehirn. Bei klinischen Versuchen mit Patienten zeigte sich jedoch, dass das Mittel nicht geeignet war. Die Probanden entwickelten schwere Hirnhautentzündungen, eine Nebenwirkung, die nicht tolerierbar ist. Nach der gescheiterten Versuchsreihe suchten die beiden Ärzte nach neuen Wegen. «Die Idee war, die Probanden nicht mehr aktiv zu impfen, sondern mit menschlichen Antikörpern passiv zu immunisieren», erklärte Roger Nitsch dem «Magazin» der Universität Zürich. Die Suche nach diesen Antikörpern verursachte eine komplett neue Ausrichtung der Forschung. Im Vordergrund standen nicht mehr die Faktoren, die Alzheimer verursachen, sondern die Frage, weshalb es hochbetagte Menschen gibt, die nicht an Demenz leiden. Was sorgt bei diesen Gesunden dafür, dass sich in ihren Gehirnen keine schädlichen Ablagerungen bilden?

Schliesslich fanden die Forscher die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen beziehungsweise im Blut der gesunden Alten. Sie entschlüsselten den genetischen Code der gefundenen Antikörper und stellten ihn mit molekularbiologischen Methoden her. Erste Tests mit Patienten verliefen positiv. Ziel der beiden Ärzte ist es, mit einem ebenfalls neu entwickelten Nachweisverfahren für die krankmachenden Amyloid-Fibrillen und einer anschliessenden Antikörper-Therapie Alzheimer frühzeitig erkennen und entsprechend behandeln zu können. Das ist von Bedeutung, weil klinische Symptome der Krankheit, also Beschwerden, erst 10 bis 20 Jahre nach Beginn sichtbar werden. «Je früher man gegen die Ablagerungen vorgeht, desto aussichtsreicher sind die Chancen, dass die Betroffenen keine erkennbaren Symptome entwickeln werden», sagt Psychiater Roger Nitsch. Infos über www.nccr-neuro.uzh.ch

Foto: fotolia.com

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