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Gut zum Fuss

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 08 - 2012 - 01.08.2012

Text:  Mirella Wepf

Wer seinen Füssen Gutes tun will, geht so oft wie möglich barfuss durchs Leben. Die natürlichste Art des Gehens beugt Fussbeschwerden vor. Auch bei bestehenden Problemen wie Knick-, Senk-, Spreizfüssen und Hallux kann das Barfussgehen helfen.

Es lohnt sich, professionelle Hilfe beizuziehen, wenn man den Entschluss gefasst hat, seine Füsse zu stärken oder endlich den Rückenschmerzen Herr zu werden, die häufig auch mit Haltungsfehlern von Fuss und Bein zusammenhängen. Laut der Zürcher Physiotherapeutin Bettina C. Debrunner und ihrem Berufskollegen Benedikt Müller lassen sich mit den richtigen Übungen leichte Knick- und Senkfüsse zum Beispiel gut wegtrainieren, und in härteren Fällen erhält man zumindest Tipps, wie man Folgeschäden und Schmerzen vermeiden kann.

Surftipps
Hier erhalten Sie weitere interessante Informationen zum Thema
Barfusspfade in der Schweiz und Europa
Kontakt Bettina C. Debrunner
Kontakt Benedikt Müller
Homepage Daniel Liebermann

Nichts gegen hohe Absätze

Dennoch, ein paar Ratschläge der zwei Physiotherapeuten kann man auch im Alltag beherzigen, ohne dass es eine längere Therapie oder Begleitung braucht. Wichtig ist zu allererst gutes Schuhwerk. Überraschenderweise raten beide nicht völlig von Stöckelschuhen ab. Laut Müller liegen hohe Absätze durchaus drin, wenn man sie nicht den ganzen Tag, sondern nur kurz und bewusst für den grossen Auftritt trägt. «Hohe Absätze können jemandem manchmal im wahrsten Sinne des Wortes einen gewissen Auftrieb verleihen», meint Debrunner. «Das Becken muss sich mit solchen Schuhen eine neue Balance suchen. Wenn man sie bewusst trägt und die Füsse vorab gut aufwärmt, kann dies durchaus auch zu einer guten Körpererfahrung werden.» Grundsätzlich raten jedoch beide Experten eher zu flacheren Schuhen und dazu, die Modelle immer mal wieder zu variieren, damit sich weniger schlechte Haltungsgewohnheiten einschleichen.

Barfuss-Wege für sinnliche Erlebnisse
Wen es nicht nur zu Hause oder in der Badi nach weiteren Abenteuern auf "blutten" Sohlen gelüstet, der kann es mit einem Barfuss-Pfad oder gar mit einer Barfuss-Wanderung versuchen. In der Schweiz, aber auch in zahlreichen anderen Ländern, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Barfusswege geschaffen. Sie ermöglichen schöne sinnliche Erlebnisse. Barfusspfade in der Schweiz und in anderen Ländern Europas: siehe unter Surftipps.

Trend: Barfuss-Schuhe

Viele Menschen mit gesunden Füssen zögern, barfuss herumzulaufen. Zum einen drohen Verletzungen durch Scherben, Dornen oder Bienenstachel, und in der modernen Dienstleistungsgesellschaft von heute haben nur noch wenige Menschen genügend Hornhaut, um problemlos über einen Kiesboden oder einen stoppligen Rasen zu hüpfen.

Die Schuhindustrie hat hier eine Marktlücke erkannt und bringt seit rund zehn Jahren immer mehr sogenannte Barfuss-Modelle in den Verkauf. Zu den Pionieren zählen Vivobarefoot und Nike, aber auch zahlreiche weitere Marken wie Asics, Vibram, Merrell oder Adidas haben unterdessen Barfuss-Schuhe auf den Markt gebracht.

Allen gemeinsam ist das Prinzip, dass der Fuss weniger gestützt, geführt und gedämpft wird. So soll der Fuss wieder vermehrt selber arbeiten müssen und dadurch kräftiger werden. Damit könne, so die Hoffnung, auch die Anzahl der Fussverletzungen gesenkt werden, insbesondere beim Joggen. Noch gibt es kaum wissenschaftliche Studien, die Letzteres tatsächlich beweisen. Daniel E. Liebermann, Professor an der Harvard University, konnte jedoch nachweisen, dass Barfuss- oder Minimalschuh-Läufer aufgrund ihres Laufstils – sie rollen nicht über die Ferse, sondern eher über den Vorder- und Mittelfuss ab – in den Füssen und den Unterschenkeln weniger harte Schläge erfahren als Läufer mit normalen Schuhen. Dies könnte, so Liebermann, tatsächlich einen Einfluss auf die Verletzungsanfälligkeit haben, müsste jedoch im Rahmen weiterer Studien noch genauer untersucht werden.

Barfuss ja – aber!

Die Biomechaniker an der ETH Zürich sind ebenfalls vorsichtig mit allzu positiven Urteilen. Auch sie haben im Labor die Bewegungen und Kräfteeinwirkungen von unterschiedlichem Schuhwerk getestet. Barfuss-Schuhe können laut ihrem Urteil den Fuss tatsächlich kräftigen, aber die ETH-Forscher würden sich hüten, ihnen nach dem heutigen Wissensstand einen besseren Schutz vor Verletzungen oder eine besonders positive Wirkung auf die Gesundheit zuzusprechen. Das sei zwar vorstellbar, aber eine umfassende Untersuchung mit einer repräsentativen Anzahl von Teilnehmer stehe bisher noch aus.

Die beiden Physiotherapeuten Müller und Debrunner stehen den Barfuss-Schuhen grundsätzlich wohlwollend gegenüber, raten aber auch zu Vorsicht. Müller: «Barfussjoggen oder Five-Fingers-Modelle halte ich auf Asphalt nicht für optimal. Dafür sind weiche Naturböden besser geeignet.» Auch im Alltag seien Barfuss-Schuhe für gesunde Füsse zur Kräftigung sicher gut, aber bei starken Senk-Knick-Füssen hält Müller sie nicht für ratsam, weil man bei allzu langen Strecken mit Schmerzen rechnen müsse. Denjenigen, die sie trotzdem ausprobieren möchten, empfiehlt er, sich langsam an die Barfuss-Schuhe zu gewöhnen und beispielsweise nach einer Viertelstunde wieder in die Schuhe mit Einlagen zu wechseln.

Fotos: waldhaeusl.com

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