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Pflege für intime Zonen

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 07 - 2012 - 01.07.2012

Text:  Sabine Hurni

Glatt und haarlos wünscht sich manch eine und einer die Haut im Sommer und greift auch für den Intimbereich zur Rasierklinge. Doch Schamhaare haben auch eine Schutzfunktion. Worauf bei der Intimpflege zu achten ist.

Ob Frau oder Mann, sich die Körperhaare zu entfernen, ist heute für viele Menschen selbstverständlich – sei es aus ästhetischen oder aus hygienischen Gründen. Während sich die einen damit begnügen, störende Haare zu stutzen, entscheiden sich andere für eine komplette Glattrasur, die weder bei der Brust noch bei der Intimzone Halt macht. Dabei geht vergessen, dass die Natur insbesondere die Schamhaare nicht als Sichtschutz erschaffen hat, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Vielmehr bieten die Haare Schutz vor Bakterien, fetten mit den in die Haarfollikel mündenden Talgdrüsen die Haut und verhindern so Reizungen und Infektionen.

Frauen sind empfindlicher

Überhaupt ist die Anatomie der Intimzone ein ausgeklügeltes Werk der Natur: Während bei den Frauen die grossen Schamlippen einen Schutz nach aussen bieten, bilden die darunterliegenden, kleineren Venuslippen bereits den Übergang zur Scheide. Die Scheidenwand ist mit feuchter, sehr feiner Haut ausgekleidet. Im Schamlippenbereich befinden sich unzählige Nervenbahnen; im Innern ist die Scheide aber viel weniger empfindsam. Deshalb werden Pilzinfektionen nie in der Scheide, sondern immer nur am Scheideneingang wahrgenommen.

Die empfindlichste Stelle des Mannes, die Eichel, wird durch die Vorhaut geschützt. Unter dieser bildet sich täglich eine weissliche Talgabsonderung, das Smegma. Es lässt sich durch das Zurückschieben der Vorhaut mit etwas Wasser leicht entfernen. Wird dies bei der täglichen Hygiene vergessen, entwickelt sich bald ein übler Geruch. Gleichzeitig können sich bei mangelhafter Hygiene unter der Vorhaut Bakterien und Keime ansammeln. Dem Mann können diese in der Regel wenig anhaben, weil er aufgrund seiner Anatomie den Bakterien wenig Nährboden bieten kann.

Dankbar für das tägliche Hygieneprogramm des Mannes ist hingegen dessen Sexualpartnerin. Denn viele Frauen haben eine geschwächte Scheidenflora. Die Einnahme von Antibiotika, Hormonveränderungen während der Pubertät, der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, sowie Stress, Seife, Duschmittel und Intimsprays bringen das saure Milieu der natürlich ausgewogenen Scheidenflora aus dem Gleichgewicht. Auch während der Menstruation sind Frauen anfälliger für Infekte. Sind säurebildende und somit schützende Milchsäurebakterien in zu geringer Zahl vorhanden, können Keime eindringen und sich vermehren.

Gut einfetten

Die beste Prävention vor Eindringlingen aller Art ist die tägliche Reinigung der weiblichen wie auch der männlichen Intimzone. Doch dort, wo sich Schleimhäute und behaarte Oberhaut begegnen, ist die Haut besonders empfindlich. Sie sollte nicht unnötig mit Seife oder Intimsprays gereizt werden. Für die tägliche Reinigung genügt deshalb reines, warmes Wasser. Wer trotzdem nicht auf Seife verzichten kann oder will, soll ein Produkt verwenden, das schwach saure, rück fettende Reinigungsmittel enthält. Für Frauen gibt es eine Palette von Spezialmitteln, die das bakterielle Gleichgewicht der Scheidenflora nicht stören respektive wiederherstellen. Wenn der Talg fehlt Besonders wichtig wird die Intimhygiene bei glattrasierter, männlicher und weiblicher Intimzone sowie bei Frauen, die aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels nach den Wechseljahren zu trockener Scheidenschleimhaut neigen. In beiden Fällen wird die Haut tendenziell mit zu wenig Fett versorgt und ist deshalb anfälliger für Infektionen. Feuchtigkeitsspendende Lotionen bringen in diesem Fall nicht viel. Der Haut fehlt es nicht an Feuchtigkeit, sondern an fettigem Hauttalg, der auf rasierter Haut nicht haften bleibt.

Den natürlichen Talg, den normalerweise die Schamhaare auf der Hautoberfläche zurückhalten, spülen Wasser und Seife beim Duschen von der rasierten Haut ab. Damit der Schutz vor Hautirritationen und Trockenheit trotzdem gewährleistet ist, kann reines Fett in Form von Pflanzenölen oder Fettsalben den natürlichen Talg ersetzen. Das Fett oder Öl sollte Mann und Frau nach jedem Duschen auf die rasierten Körperstellen auftragen. Bei Bedarf kann auch die Eichel und die Scheidenwand sanft damit massiert werden. Besonders geeignet sind zum Beispiel Olivenöl oder Salben mit Kamillenextrakt. Kamille wirkt antiseptisch Kamille (Matricaria Chamomilla) gehört zu den entzündungshemmenden Heilpflanzen. Ihre Blüten enthalten ätherische Öle sowie Flavonoide und Schleimstoffe. Diese Wirkstoffzusammensetzung macht sie zu einer krampflösend, beruhigend und antiseptisch wirkenden Heilpflanze, die sowohl innerlich wie auch äusserlich Verwendung findet. Innerlich vor allem bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, äusserlich bei Haut- und Schleimhautentzündungen, für Bäder im Anal- und Genitalbereich, für Spülungen sowie für Dampfbäder bei Erkältungen.

Fotos: Bildagentur-online, Olive Images, fotolia.com

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