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Sonnenhungrig

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 06 - 2012 - 01.06.2012

Text:  Sabine Hurni

Rote Früchte- und Gemüsesorten enthalten Pflanzenstoffe, die den Eigenschutz der Haut verstärken. Eine gute Creme brauchen Sonnenanbeter aber trotzdem.

In der Schweiz erkranken  jährlich rund 1800 Menschen an einem Melanom (schwarzer Hautkrebs). Das Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs, weil es Metastasen bilden kann. Für 270 Personen jährlich endet die Krankheit tödlich. Häufiger, aber weniger gefährlich, sind die hellen Melanome wie das Basaliom und das Spinaliom. Laut Aussage der Krebsliga wird bei jährlich schätzungsweise 13 000 Menschen ein heller Hautkrebs diagnostiziert. Hauptursache für solche Hautveränderungen sind die ultravioletten Strahlen der Sonne, die in der Haut Sauerstoffradikale freisetzen. Wird die Haut der Sonne ausgesetzt, bilden sich verstärkt freie Sauerstoffradikale und verursachen im Körper oxidativen Stress. Die freien Radikale schädigen die DNA der exponierten Hautzellen, was die Haut schneller altern lässt und langfristig das Hautkrebsrisiko erhöht. Sichtbar ist jedoch nur eine Hautrötung, ein Sonnenbrand. Dieser zeigt deutlich, dass das Maximum an Sonnenexposition überschritten wurde. Die Rötung verschwindet zwar nach ein paar Tagen – die geschädigten Zellstrukturen hingegen regenerieren nicht.

Welcher Filter ist der richtige?

Der eigene Schutz der Haut beträgt bei hellhäutigen Menschen höchstens zehn Minuten. Dunklere Hauttypen wiederum können bis zu dreissig Minuten in der Sonne sitzen, ohne sich zu verbrennen. Mithilfe einer Sonnencreme kann man den Eigenschutz der Haut je nach Höhe des gewählten Lichtschutzfaktors verlängern. Es macht allerdings einen Unterschied, ob man an einem Schweizer See liegt, am Strand einer Südsee-Insel oder auf der Sonnenterrasse eines Bergrestaurants. In der Höhe und in Äquatornähe ist die UV-Belastung höher und die Eigenschutzzeit noch kürzer.

Wer an der Sonne Sport treibt, sollte immer einen hohen Lichtschutzfaktor wählen und ein wasserfestes Produkt, das durch Schwitzen nicht weggewaschen wird. Oft kommen in einer Sonnencreme unterschiedliche Arten von Lichtschutzfaktoren zum Einsatz, chemische und physikalische Filter. Lösliche, chemische UV-Filter dringen in die oberste Hautschicht ein und können die UV-Strahlen auf der Hautoberfläche umwandeln oder abfangen. Bei den löslichen UV-Filtern stehen den Herstellern UV-A-, UV-B- und -Breitbandfilter zur Verfügung. Letztere absorbieren beide Strahlungsbereiche. Bis der maximale Schutz jedoch aufgebaut ist, dauert es etwa 20 bis 30 Minuten. Die physikalischen Sonnenfilter – hier wird Zinkoxid oder Titandioxid verwendet – basieren auf Reflexions-, Streuungs-, Absorptions- und Lichtunterbrechungseffekten. Sie schützen die Haut sofort nach dem Auftragen, indem sie die UV-Strahlen reflektieren, damit sie gar nicht erst in die Haut eindringen können. Der Nachteil solcher Produkte: Die Cremes sind zäh, können nur schlecht eingerieben werden und hinterlassen einen weissen Film auf der Haut. Häufig werden diese physikalischen Filter mit den chemischen Lichtschutzfiltern kombiniert. Das hat den Vorteil, dass die Sonnencreme gut zu verreiben ist, schön einzieht und trotzdem gleich nach dem Auftragen vor den UV-Strahlen schützt. Ist die Creme nämlich zu zäh, ist die Gefahr gross, dass schlecht zugängliche Körperteile wie zum Beispiel der Rücken unzureichend eingeschmiert werden und entsprechend schlecht geschützt sind. Deshalb ist es das Ziel jedes Herstellers, eine Salbengrundlage zu schaffen, die den Kunden veranlasst, das Produkt grosszügig und flächendeckend zu verwenden.

Tipps zum Schutz der Haut
Wer bereits vorgebräunt ist oder generell schnell braun wird, kann einen Lichtschutzfaktor unter 30 verwenden. Alle anderen sollten mit 30 und höher einsteigen. Was sonst noch gut zu wissen ist:
1 Zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben.
2 Hut, Sonnenbrille und Kleider tragen.
3 Reichlich Sonnencreme auftragen, rund 30 Milliliter, eine gute Handvoll für den ganzen Körper. Exponierten Stellen wie Schultern, Nase, Stirn und Ohren besondere Aufmerksamkeit schenken.
4 Bei sehr empfindlichen Personen oder Kindern zur Sicherheit den Sonnenschutz alle zwei Stunden erneuern. Spätestens nach dem Gang ins Wasser oder starkem Schwitzen, etwa beim Sport, ist Nachcremen Pflicht. Für Kinder und am Strand sind wasserfeste Mittel geeigneter.
5 Wer an der Sonne kleine Pickel bekommt (Mallorca-Akne), steigt am besten auf ein fettfreies Produkt um, zum Beispiel auf ein Sonnenschutzgel.
6 Vitamin C, E, Zink, Selen und Cystein sind sehr gute Radikalfänger. Sie unterstützen den Hautschutz und sorgen dafür, dass die aggressiven UV-Strahlen auf der Haut keine Zellschäden hinterlassen.
7 Nach dem Sonnenbad der Haut Feuchtigkeit zurückgeben. Besonders geeignet ist Aloe Vera-Extrakt. Es kühlt und befeuchtet die Haut. Auch leichte Sonnenbrände lassen sich mit Aloe Vera erfolgreich behandeln. Vergewissern Sie sich auf der Inhaltstoffdeklaration, dass ein hoher Prozentsatz an Aloe Vera-Extrakt im Produkt enthalten ist.
8 Keine Solariumbesuche.

Natürlicher Sonnenschutz

Doch man kann die Haut auch von innen her schützen oder zumindest den Eigenschutz positiv beeinflussen. Sekundäre Pflanzenstoffe wie zum Beispiel das Carotinoid Lycopin stärken den natürlichen Eigenschutz der Haut erfolgreich. Lycopin ist ein starkes, fettlösliches Antioxidans, das vor allem in Tomaten, aber auch in Rüebli, Wassermelonen oder in roten Grapefruits vorkommt. In Lebensmitteln also, die gerade im Sommer aufgrund ihres hohen Wassergehaltes und ihrer kühlenden Eigenschaften besonders bekömmlich sind. Vorbeugend gegen Sonnenbrand und unterstützend bei Sonnenallergien oder Mallorca-Akne, einer speziellen Form eines Sonnenekzems, bieten sich im Sommer deshalb rote und orange Frucht- und Gemüsesäfte an.

In der frischen Tomate besteht das Lycopin in einer kristallinen Form. So kann der Körper wenig damit anfangen. Erst durch das mechanische Zerkleinern oder Erwärmen beim Kochen verändert sich das Lycopin, sodass es für den Körper verfügbar wird. Weil diese Carotinoide fettlöslich sind, braucht es als Trägerstoff etwas Fett in Form von Öl, Butter oder Käse, damit der Körper die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe aufnehmen kann.

Foto: fotolia.com

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