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Überzuckert

Kategorie: Gesundheit
 Ausgabe 06 - 2012 - 01.06.2012

Text:  Marion Kaden

Diabetes Typ 2 ist weltweit im Vormarsch. Die Erkrankten sind längst nicht mehr nur ältere Menschen. Als Vorsorge und Therapie sind Fastenkuren empfehlenswert.

Diabetes ist eine häufig auftretende Stoffwechselerkrankung. Der oft genutzte Begriff Zuckerkrankheit weist auf ein Hauptsymptom hin, die lang anhaltende Überzuckerung des Blutes. Diabetes mellitus (diabetes = Durchfluss und meliteis = honigsüss) wurde bereits vor etwa 3500 Jahren in Ägypten beschrieben.

Bei der Krankheit werden derzeit zwei Formen unterschieden: Beim Typ-1-Diabetes («juvenile Zuckerkrankheit») kann der Körper kein eigenes Insulin produzieren. Um überleben zu können, müssen die Patienten ihr Leben lang Insulin spritzen, um über die Nahrung zugeführte Kohlenhydrate zu verwerten.  Die Ursachen von Typ 1 sind nicht geklärt. Vermutet wird, dass es sich um eine Art Autoimmunerkrankung handelt. Vom Typ-2-Diabetes, der Erwachsenen-Zuckerkrankheit, sind 90 Prozent aller Diabetiker betroffen.

Diagnose dauert oft zu lange

Diabetes wird heute gerne als Wohlstandserkrankung klassifiziert. Dem gegenüber steht jedoch, dass die Erkrankung ebenso in Entwicklungs- und Schwellenländern grassiert. Ebenso wurde früher gerne von einer Alterserkrankung gesprochen, doch die meisten Diabetiker sind etwa zwischen 40 bis 50 Jahre alt. Zudem wurde in den letzten Jahren eine Zunahme von Diabetes des Typs 2 bei Jüngeren und sogar bei Kindern festgestellt.

Die Crux: Diabetes beginnt schleichend. Betroffene fühlen sich meistens nicht krank, sondern haben zunächst unklare Symptome wie beispielsweise beeinträchtigtes Allgemeinbefinden, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. Experten bedauern, dass häufig bis zu sieben Jahre vergehen, bis ein vorliegender Diabetes sicher diagnostiziert wird. In vielen Fällen sind dann bereits Spätfolgen aufgetreten wie Sehstörungen, Nierenschäden oder die sogenannten diabetischen Füsse, wobei es zu Durchblutungsstörungen und zu Knochenverletzungen kommen kann. In den USA haben Ökonomen errechnet, dass bei einem weiteren Anstieg der Diabetiker-Patienten bald kein Geld mehr für die Behandlung anderer Erkrankungen zur Verfügung stehen wird. In Deutschland betragen die diabetes-assoziierten Kosten bereits heute über 60 Milliarden Euro pro Jahr. Und die Zahl der Betroffenen steigt weiter an: Momentan wird von knapp 300 Millionen Kranken weltweit ausgegangen – das ist beinahe eine Verdoppelung gegenüber 1980. Für die Schweiz meldet die Schweizer Diabetesgesellschaft insgesamt 350 000 Typ-2-Diabetiker – ebenfalls mit steigender Tendenz.

Vorbeugen ist möglich

Moderne Einsichten zeigen, dass der Typ 2 vielfach eine Folge des metabolischen Syndroms ist, dessen Ursachen ungeklärt sind. Charakteristisch dafür sind erhöhtes Bauchfett, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und/oder Insulinresistenz. Experten gehen davon aus, dass das metabolische Syndrom und Erwachsenen-Diabetes Zivilisations-Erkrankungen sind. Sie machen die Überernährung verantwortlich. Auch der Bewegungsmangel soll eine wesentliche Rolle spielen und Faktoren wie Stress, Rauchen und regelmässiger Alkoholkonsum.

Querdenker gehen noch weiter: Ursächliche Faktoren können chronischer Stress, vielstündiges, tägliches Fernsehen (Stresshormon-Störung durch das Flimmern des Bildschirmes) oder Störungen der Chronobiologie zum Beispiel durch Schichtarbeit sein. Einigkeit besteht darin, dass dem metabolischen Syndrom und damit dem Erwachsenen-Diabetes vorgebeugt werden kann. Ähnliches gilt für eine frühzeitige Behandlung, die einen Grossteil der Behandlungs- und Folgekosten bei Diabetes unnötig machen würde.

Es ist leicht selbst zu überprüfen, ob man Diabetes-gefährdet ist. Ein anerkannter Anzeiger für eine Disposition zur Zuckerkrankheit ist das Bauchfett (viszerale Adipositas), weniger das Gesamtkörpergewicht. Man nehme ein Zentimeterband und lege dieses auf Höhe des Bauchnabels waagerecht rund um den Körper, bei gerader Körperhaltung am besten vor einem Spiegel. Nun wird einmal ein- und ausgeatmet. Nach dem nächsten normalen Ausatmen wird gemessen. Frauen mit einem Bauchumfang ab 80 Zentimeter sind mässig, ab 88 hochgradig gefährdet, an einer arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankung, an Bluthochdruck oder Erwachsenen-Zucker zu erkranken. Bei den Männern betragen die Richtwerte 94 Zentimeter (mässige Gefährdung) und 102 (hohes Risiko). Ein Gang zum Hausarzt, der die Blutzuckerwerte und andere Stoffwechsel-Parameter bestimmt, kann nach der Messung weitere Gewissheit verschaffen.

Fasten ist wirksam

Neben dem Problem, Diabetes nicht als ernsthafte Bedrohung für die eigene Gesundheit einzuschätzen, ist die oft geringe Motivation, den Lebensstil zu verändern, ein weiteres. Dabei steht nicht nur die Macht der Gewohnheit den meisten Menschen im Wege. Es sind auch die Misserfolge (Diäten) oder demotivierende Erfahrungen (Sport), die einer erfolgreichen, langfristigen Änderung im Ernährungsoder Bewegungsverhalten entgegenwirken. Die Naturheilkunde verfügt über eine Palette von Möglichkeiten zur Therapie- Unterstützung. Eine einschneidende, wenn gleich nicht ganz einfache, aber von vielen Leuten als ausgesprochen hilfreich empfundene, ist das Heilfasten.

Die Fastendauer richtet sich nach den Wünschen, den Erfordernissen und der Zeit, die die Patienten mitbringen. Mindestens sollte jedoch fünf Tage gefastet
werden, erklärt die Ärztin Eva Lischka. Nur dann könne die Stoffwechsel-Umstellung stattfinden. Auch Bewegungs- und Entspannungsprogramme sind Teil der Therapie. Zum ganzheitlichen Konzept der Fastenklinik gehören überdies Psychotherapie und Gesprächsangebote. Dort wird den persönlichen Motiven des Essens nachgegangen: «Dahinter können Frust, Trauer, Stressbewältigung, Belohnung oder mangelnder Sinn im Leben stehen», erklärt die Ärztin. «Erst wenn jemandem bewusst geworden ist, warum er sich falsch ernährt, kann er die Gründe beseitigen und später gegensteuern.»

Foto: fotolia.com

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