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Weltraumerprobt

Kategorie: Ernaehrung
 Ausgabe 11 - 2011 - 01.11.2011

Text:  Vera Sohmer

Winterzeit ist Nüssezeit: Die amerikanischen Pekannüsse sind verwandt mit unserer Baumnuss. In den USA haben sie Kultstatus. Hiesige Liebhaber schätzen das feine Aroma.

Der Tag der «Pekannuss» ist ein Feiertag. Das ist kein Scherz, sondern ein Ereignis von Tragweite – in den USA. Und dies ist mindestens ebenso bedeutend, wie die Tatsache, dass der Pekannuss-Baum seit 1919 der offizielle Staatsbaum in Texas ist. Die Nordamerikaner halten etwas auf die Nuss. Schliesslich wird sie gerne in der Küche verwendet, hat im Land lange Tradition und grosse Bedeutung. Schon die Indianer wussten, dass ihnen die nahrhafte Steinfrucht über harte Winter hilft. «Pakan» wurde sie genannt, krachende Nuss. Weisse Siedler setzten die begehrten Nüsse dann als Tauschware ein, und später wurden sie zum Exportschlager; die Engländer leckten sich die Finger danach.

Lange Zeit erntete man Pekannüsse von wild wachsenden Bäumen – teils mehrere Hundert Jahre alte Riesen mit ausladenden Kronen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Bäume auf Plantagen kultiviert. Heute, heisst es beim Verein «Nucis – gesund mit Nüssen», finde man in den mittleren bis südlichen Breiten Nordamerikas etwa 20 verschiedene Sorten – von Illinois über das Mississippital bis Mexiko. Neben den USA bauen auch Mexiko, Israel, Australien und Südafrika die Frucht an. Wie viele verschiedene Pekannuss-Sorten es insgesamt gibt, darüber sind unterschiedliche Angaben im Umlauf. Mehr als 100 sind es laut eines Artikels in der Ernährungszeitschrift «Tabula».

Verwandt mit der Baumnuss

Der Pekannuss-Baum, auch Hickorybaum genannt, gehört zur Familie der Walnussgewächse. Die Pekannuss ist die amerikanische Verwandte der heimischen Walnuss, in der Schweiz als Baumnuss bezeichnet Gleichen tun sie sich nicht, zumindest äusserlich nicht. Pekannüsse haben glatte, braune Schalen, die so weich sind, dass man sie leicht mit der Hand öffnen kann. Der zwei bis vier Zentimeter lange Kern besteht aus zwei Hälften. Diese hingegen sehen tatsächlich ähnlich aus wie die gerippten Walnuss-Kerne, wenn auch die Farbe der dünnen Haut dunkler ist und die Oberfläche glatter. Der Farbton liegt zwischen Cognacbraun und Kastanienrot. Auch der Geschmack ist vergleichbar. Kenner schätzen das mildere Aroma der Pekannuss. Sie hat einen feinen Geschmack und eine leicht süssliche «Note», sagt Heini Schwarzenbach vom gleichnamigen Zürcher Kolonialwaren-Geschäft. Angeboten werden dort geschälte Pekannüsse, ausschliesslich ganze Hälften grösster Kalibrierung. Die Nüsse seien beliebt, die Nachfrage steigend.

Einfache Ernte

Die Ernte beschreibt der Verein Nucis als denkbar simple Angelegenheit, die nach Schlaraffenland klingt: Reife Nüsse erkennt man daran, dass sich die grüne, viergeteilte Aussenhülle öffnet. Darunter sieht man dann die glatte, braune Schale. Innert drei Wochen werden die Nüsse anschliessend einfach von den Bäumen geschüttelt. Dies mit speziellen Maschinen, die man am Stamm oder an grossen Ästen ansetzt und einen Hagel auslösen. Danach wird die Ernte aufgesammelt und getrocknet, um sie lagerfähig zu machen.

Pekannüsse werden in Schale oder geschält, ungerüstet oder geröstet, manchmal auch gesalzen angeboten. Es gibt sie als makellose, dekorative Nusshälften oder in grossen und kleinen Stücken. Egal, was man mit ihnen anstellt: Sie schmecken immer gut. Heini Schwarzenbach knabbert Pekannüsse gerne roh zwischendurch. Er mag sie aber auch «verbacken im Vollkornbrot», streut sie gehackt über den Salat, nach Lust und Laune leicht geröstet. Die Nüsse machen sich darüber hinaus gut als Füllungen für Geflügel oder in Pfannengerichten mit Gemüse. Sie sind beliebt als Bestandteil von Müesli, in Obstsalaten und Eiscreme. Und kombiniert mit Schokolade sind sie allemal ein Versuch wert. Auch zu Käse schmecken sie delikat. Zudem sind Pekannüsse sogar weltraumerprobt: Sie dienten den Astronauten der Apollo-Flüge sogar als Zwischenverpflegung und einzige Frischkost.

Foto: fotolia.com

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