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Grippe natürlich behandeln

Kategorie: Essen

Text:  Ursula Nauli-Collenberg

Eine gesunde Ernährung ist die Basis eines funktionierenden Immunsystems. Und sie verleiht Vitalität. Besonders potent ist, was uns Tränen in die Augen und den Schweiss auf die Stirn treibt. Doch was gehört sonst noch auf den winterlichen Speiseplan?

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Feuchtes Wetter und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt fordern die körpereigene Abwehr heraus. Deshalb muss das Immunsystem in der kalten Jahreszeit besonders aktiv sein. Zwar lässt sich die Erkältung nicht immer verhindern, jedoch können durch eine gesunde Ernährung die Abwehrkräfte gestärkt werden. Ganz nebenbei trotzen wir so auch der anhaltenden Müdigkeit und fühlen uns vitaler und ausgeglichener.

Fünf Portionen Obst und Gemüse
Im Winter gilt als goldene Regel: Genügend Vitamine, Mineralien und Spurenelemente essen. Vitaminreiche Wintersorten sind Kürbis, Chicorée, Radicchio, Wurzelgemüse und alle Arten von Kohl, die zum Teil den ganzen Winter über frisch geerntet werden. Die reichhaltigen Kraftpakete enthalten ausserdem viel Eisen, wichtige Ballaststoffe und einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen. Gemüse kann im Winter gekocht oder auch roh gegessen werden. Vor allem rote Obst- und Gemüsesorten, wie Granatapfel oder Randen, schützen uns durch ihre antioxidative Wirkung vor freien Radikalen. Früchteliebhaber freuen sich jetzt besonders auf ihre im Sommer tiefgekühlten frischen Beeren. Der Ruf von tiefgefrorenem Obst und Gemüse ist schlechter, als ihm gerecht wird. Da es ganz frisch schockgefroren wird, hat Tiefkühlkost manchmal sogar mehr Vitamine als «frisches Gemüse». Denn durch dessen längeren Transportweg und die Lagerung gehen oft wertvolle Nährstoffe verloren.

Gemäss allgemeinem Richtwert sollten wir fünf Portionen Obst oder Gemüse in den Alltag integrieren. Das gilt erst recht im Winter. Ein weiterer Leitsatz in dieser Jahreszeit lautet: Alles, was uns Tränen in die Augen treibt, stärkt unsere Abwehr. Damit sind vor allem Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch gemeint. Die enthaltenen Sulfide aus der Zwiebel wirken als natürliches Antibiotikum und töten Bakterien ab. Knoblauch ist reich an Vitaminen und Mineralien. In ihm enthalten sind beispielsweise die Vitamine B1, B6 und C sowie Kalium und Selen. Lauch und Schnittlauch enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und ebenso antibakteriell wirken und das Immunsystem stärken. Gerade im Winter sollte möglichst häufig warm gegessen werden, um die Durchblutung und den Stoffwechsel anzuregen. Wer seine Speisen scharf abschmeckt, schaltet den inneren Heizkörper noch eine Stufe höher: Gewürze wie Ingwer, Chili, Pfeffer, Zimt und Muskatnuss eignen sich ganz besonders, um den eisigen Temperaturen im Winter zu trotzen. Die Gewürze verfeinern unsere Gerichte ganz nebenbei mit einem winterlichen, feinen Geschmack. Nicht zu vergessen: Tee im Winter ist eine wahre Wohltat für Körper und Seele. Die meisten Kräuter- und Früchtetees enthalten Mineralien und Spurenelemente. Ungezuckerte Tees sind neben Wasser eine gute Alternative, um den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Nüsse vertreiben den Winterblues
Die kurzen, dunklen Tage schlagen vielen Menschen auf das Gemüt. Ein kleiner, aber wirkungsvoller Stimmungstreiber ist die Nuss. Durch die Reichhaltigkeit an Magnesium, B-Vitaminen, Ballaststoffen und wertvollen Omega-3-Fettsäuren beugen Nüsse der Müdigkeit vor. Hinzu kommt, dass in den Herbst- und Wintermonaten die natürlichen Sonnenstrahlen oft nicht mehr ausreichen, um unseren täglichen Vitamin-D-Bedarf zu decken. Ein Mangel kann neben Müdigkeit und Stimmungsschwankungen auch Erkältungssymptome hervorrufen. Daher ist die Versorgung mit ausreichend Vitamin-D in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig. Neben Fisch als alternative Vitamin-D-Quelle gehören jetzt Eier, Avocado und Pilze auf den Speiseplan.

Über Sanasearch

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Patientenfrage an: Ursula Nauli-Collenberg*

 «Vollkornprodukte sind eine gute Ergänzung zu Obst und Gemüse»


Was sind für Sie als Ernährungsberaterin die allerwichtigsten Tipps, um im Winter gesund und glücklich zu bleiben?
Helen Rieger, 32 Jahre 

Wichtig ist, sich abwechslungsreich zu ernähren. Vor allem viel Gemüse und Obst wie Äpfel, Birnen oder Granatäpfel bieten sich zum Verzehr im Winter an. Auch Hagebutten und Sanddorn, die als Konfitüre oder als Fruchtsaft echte Vitamin-C-Bomben sind, haben im Winter einen Superfood-Charakter. Selbst wenn wir im Winter nicht die riesige Auswahl wie im Sommer haben, sollten wir darauf achten, möglichst unterschiedliche Gemüse- und Obstsorten zu essen. Jedes Gemüse und jede Frucht haben unterschiedliche Nährstoffe in verschiedenen Mengen. Auch empfehlenswert ist, weitgehend auf zuckerhaltige Nahrung zu verzichten. Meiden Sie Weissbrot oder weisse Nudeln und greifen Sie eher zu Vollkornprodukten. Sie enthalten viele B-Vitamine, Magnesium, Kalzium, Eisen sowie Ballaststoffe, Eiweiss, sekundäre Pflanzenstoffe und regen unsere Verdauung an.



*Ursula Nauli-Collenberg
ist diplomierte Ernährungsberaterin und Masseurin mit Praxis in Uster (ZH). Beide therapeutischen Methoden gehen im Praxisalltag häufig Hand in Hand: Zum Beispiel helfen sie übergewichtigen Menschen, die häufig Probleme am Bewegungsapparat haben und ihre Ernährung umstellen möchten. Ursula Nauli-Collenberg hat ihre Berufung seit nunmehr zehn Jahren gefunden. Sie ist eine kompetente Ansprechpartnerin bei Beschwerden wie Schmerzen, Entzündungen, Burnout und Essstörungen.

Foto: iStock.com | ZVG

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