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Datteln

Kategorie: Essen

Text:  Vera Sohmer

Mehr als eine süsse Nascherei zur Weihnachtszeit: Datteln gelten als gesunde Zwischenverpflegung und sind als Energiekick auch bei Ausdauersportlern beliebt. Am besten schmecken die extra grossen Exemplare.

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Es müssen nicht immer Amaretti oder Tartufi sein. Wer zum Espresso eine andere delikate Begleitung sucht, dem sei die orientalische Variante empfohlen: Getrocknete Datteln, denn deren Geschmack – ein bisschen wie Honig, ein bisschen wie Karamell – harmoniert hervorragend zum Kaffee. Natürlich auch zum Gewürz- oder Schwarztee. Und ganz nebenbei hat man sich noch mit Gesundem versorgt. Datteln haben zwar einen Zuckeranteil von gut 65 Prozent und damit einen hohen Kaloriengehalt. Empfohlen wird deshalb, pro Tag nur ein paar davon zu essen. Gleichzeitig aber liefern sie reichlich Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphat, zudem Folsäure sowie eine Menge Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien.



Datteln bieten somit viel mehr als Süssigkeiten voller leerer Kalorien. Dies hat sich bei Sportlern ebenfalls herumgesprochen: Läuferinnen, Fussballer oder Tennisspielerinnen lassen immer öfter hochverarbeitete und oft sehr fettreiche Riegel links liegen und holen sich den Nährstoff- und Energieschub vor, während oder nach den Trainingseinheiten lieber aus der Natur. Und dies nicht nur in den Wintermonaten: «Der Trend geht eindeutig Richtung Ganzjahreskonsum», sagt Eliel Brunnschweiler von ASB Israel Travel im thurgauischen Hauptwil. Er organisiert unter anderem Kulinarikreisen nach Israel und bietet hierzulande israelische Datteln direkt zum Verkauf an. Es handelt sich dabei um die bekannte Sorte Medjoul. Sie gedeiht auf Plantagen südlich des Toten Meeres, wo ein konstantes, die Sommermonate über heisses und trockenes Klima herrscht – ideale Bedingungen für die bis zu 30 Meter hohen Dattelpalmen, auf denen die Früchte, botanisch korrekt Beeren, an üppig bestückten Rispen wachsen. Eine Palme kann bis zu hundert Kilogramm Datteln tragen. Diese werden von Hand geerntet, selektiert, vor Ort getrocknet und kommen über Frankreich per Schiff in die Schweiz.

Bei uns kaum frisch zu haben
Dass bei uns vor allem getrocknete Datteln angeboten werden, hat einen einfachen Grund: Sie haben sich durch ihren hohen Zuckergehalt praktisch selbst konserviert und lassen sich gut lagern, auch zu Hause. An einem trockenen und kühlen Ort halten sie rund ein Jahr. Es lässt sich also ein grösserer Vorrat zulegen und mehrere Monate davon zehren. Noch länger haltbar sind die Früchte, wenn man sie einfriert.

Weil frische Datteln schnell verderben, findet man sie selten in hiesigen Läden. Wer sie gerne einmal probieren würde, müsste schon in eines der Anbauländer reisen: neben Israel zählen vor allem Ägypten, Iran oder Saudi-Arabien dazu. Die Degustation verliefe wahrscheinlich überraschend, weil wenig an die getrockneten Früchte erinnert. «Frische Datteln schmecken etwas milder und deutlich weniger süss», sagt Brunnschweiler. Sie sähen ähnlich aus wie gelbe Pflaumen, Geschmack und Konsistenz seien am ehesten mit frischen Feigen zu vergleichen.

Eine unversehrte Haut ohne helle Verfärbungen oder dunkle Flecken – daran lassen sich getrocknete Datteln von guter Qualität erkennen. Darüber hinaus gut zu wissen: Es gibt die Früchte in verschiedenen «Kalibergrössen», wobei der Dattelkern immer gleich gross ist. Das heisst: Je grösser die Dattel, desto mehr schmackhaftes Fleisch hat sie. Die grossen Früchte sind die qualitativ besseren, und am besten kauft man sie unentkernt.



Reiche Kulinarik
Zudem wichtig: Datteln sollten nicht künstlich gesüsst sein. Bei abgepackter Ware empfiehlt sich ein Blick auf die Zutatenliste oder die Früchte selbst: Glänzen sie stark, sind sie meistens mit zusätzlichem Zucker oder Sirup überzogen. Und den braucht es wegen der natürlichen Süsse nun wirklich nicht. Weisse Zuckerkristalle auf der Aussenhaut sind übrigens kein Zeichen schlechter Qualität, sondern können bei naturbelassenen Datteln ein normales Phänomen sein.

Verblüffend | Weltweit sind hunderte Zubereitungsformen und etwa 1500 Dattelsorten bekannt. Egal wie gross die Früchte sind – die Kerne sind nahezu gleich gross.



Und zu was schmeckt das süsse «Brot der Wüste» am besten? Die Einsatzmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. Zur Vorspeise werden Datteln klassischerweise mit gebratenem Speck umhüllt oder mit Frischkäse und Nüssen gefüllt. In der orientalischen Küche verfeinern sie pikante Gerichte und schmecken zu Gemüse, Kichererbsen oder Lammfleisch. Datteln machen sich darüber hinaus gut in Currys, im Couscous oder Bulgur. Sportler lieben sie klein geschnitten im Joghurt, Müesli oder püriert im Smoothie.

Für letzteres allerdings wären die extragrossen Exemplare viel zu schade. Eliel Brunnschweiler: «Sie sind auch einfach so ein kulinarisches Highlight.» Sein Tipp: Datteln gekühlt geniessen – «das ist eine köstliche Erfrischung und als Dessert mindestens so gut wie Glace».

Datteln für süsse Träume

Datteln sollen bei Einschlafproblemen helfen. Doch ist das ein Märchen aus Tausend und einer Nacht oder ein bewährtes Hausmittel? Der Überlieferung nach nimmt man im Orient abends gerne ein paar Datteln zu sich, weil sie beruhigend wirken sollen. Und tatsächlich: Die Wirkung wird der Aminosäure Tryptophan zugeschrieben, die sich in den Früchten befindet. Aus Tryptophan entsteht im Körper das Hormon Melatonin, das wichtig ist für den Schlaf-Wach-Rhythmus. Melatonin wird aus Serotonin gebildet, auch als Glückshormon bekannt. Datteln empfehlen sich als Seelennahrung also gleich in doppelter Hinsicht. Sie haben einen besonders hohen Tryptophan-Gehalt und schneiden besser ab als Bananen, die als glücks- und schlaffördernd ebenfalls gerne empfohlen werden.

«Frische Datteln schmecken etwas milder und deutlich weniger süss».

Süsse Versuchung auch in deftiger Form

Das süsse Fruchtfleisch der gesunden Dattel ist ein idealer Snack und Energielieferant für Zwischendurch – einfach so oder in Form eines nahrhaften Müesliriegels. Datteln peppen aber auch deftige Speisen wie Eintöpfe oder Suppen auf. Zwei Rezepte für Einsteiger und Liebhaber.



Urdinkel-Kernotto-Currysuppe
Für 4 Personen
Zubereitung: ca. 45 Minuten

Suppe
1 Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, gepresst
3–4 cm Ingwer, fein gerieben
1 EL Bratbutter oder Rapsöl
1–2 EL rote Currypaste
1–2 TL Currypulver
wenig Chiliflocken
100 g orange Linsen
75 g UrDinkel-Kernotto
200 g Rüebli, in Scheiben
5–6 dl Gemüsebouillon
3 dl Kokosnussmilch
1 Apfel, gewürfelt
400 g gehackte Pelati
einige Tropfen Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Garnitur
100 g Rahmjogurt nature oder Crème fraîche
Zitronen- oder Limettenspalten
einige Spinatblättchen
Currypulver
Datteln

Zubereitung
1.
Zwiebel, Knoblauch und Ingwer in der Bratbutter andämpfen. Currypaste, -pulver und Chiliflocken beifügen, kurz mitrösten. Linsen, Kernotto und Rüebli zugeben, mit der Bouillon und Kokosnussmilch ablöschen. Unter gelegentlichem Rühren 15–20 Minuten köcheln. Apfelwürfelchen und Tomaten beifügen, etwas einkochen lassen. Die Suppe mit Zitronensaft abschmecken, würzen.

2. Die Suppe in vorgewärmte Teller geben, garnieren und mit den Datteln geniessen.

UrDinkel-Kernotto ist im Online-Shop auf www.urdinkel.ch erhältlich

Rezept

Rezepte aus dem Buch «UrDinkel Alles vom Blech» von Judith Gmür-Stalder. Dieses ist im Online-Shop auf www.urdinkel.ch oder per Telefon 034 409 37 38 erhältlich.



Urdinkel-Müesliriegel
Für ca. 32 Stück
Zubereitung: ca. 20 Minuten
Quellen lassen: ca. 1 Stunde
Backen: ca. 45 Minuten
1 Blech 24 × 26 cm

Zutaten
300 g Dörrfruchte, z. B. Datteln, Feigen, Pflaumen, Äpfel
100 g Mandelmus
150 g flüssiger Honig oder Agavendicksaft
2 EL Kokos- oder Rapsöl
1 Prise Salz
1 TL Vanillepulver
200 g feine UrDinkel-Flocken
250 g Nüsse, z.B. Mandeln, gehackt
3 EL Kokosraspel
100 g Cranberrys
100 g Dörraprikosen, klein gewürfelt
wenig getrocknete Himbeeren, nach Belieben

Zubereitung
1.
Datteln und Pflaumen halbieren und entsteinen. Bei den Feigen den Stielansatz wegschneiden. Dörrfrüchte grob zerkleinern und mit heissem Wasser übergiessen, 1 Stunde quellen lassen. Früchte abgiessen und abtropfen lassen, im Cutter oder in einem leistungsfähigen Mixer mit Mandelmus, Honig, Kokosöl, Salz und Vanillepulver eventuell portionsweise fein pürieren. Flocken, Nüsse, Kokosraspel, Cranberrys und einen Teil der Aprikosen untermischen. Müeslimischung in die mit Backpapier belegte Form verteilen, etwas andrücken. Himbeeren und restliche Aprikosen darüber verteilen.

2. Müesliriegel in der Mitte in den auf 140 °C vorgeheizten Ofen schieben und 45 bis 50 Minuten backen/trocknen. Im ausgeschalteten, leicht geöffneten Ofen austrocknen lassen. Herausnehmen, in beliebig grosse Riegel schneiden und trocken und kühl aufbewahren.

Tipp
Der Müeslimischung nach Belieben Gewürze, Orangenschale oder gehackte Schokolade beifügen.

Fotos: iStock.comurdinkel.ch

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