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Zeit für neue Gewohnheiten

Kategorie: Essen
 Ausgabe_01/02_2016 - 01.02.2016

Text:  Fragen: Markus Kellenberger

Um gesund und nachhaltig abzunehmen, müssen Gewohnheiten hinterfragt werden.

Steffi Schlüchter, diplomierte Ernährungsberaterin bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) weiss, worauf es ankommt und wo Fallen lauern.

Was ist der erste und wichtigste Schritt, um erfolgreich abzunehmen?
Diese Frage lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Wenn man sich für eine seriöse Gewichtsabnahme entschieden hat, führt kein Weg daran vorbei, sich von ungünstigen Verhaltensmustern zu trennen. Wichtig ist zu wissen, dass nach Erreichen des neuen Gewichts, nicht wieder zu den alten Gewohnheiten zurückgekehrt werden kann. Kurz: Optimierung des Lebensstils (Essen, Bewegung, Entspannung).

Gibt es die perfekte Diät, die immer funktioniert?
Nein, denn jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Wichtig ist, dass der Energieverbrauch höher ist als die Energiezufuhr. Neben der Anpassung der Ernährungsgewohnheiten (Essen und Trinken) sollte auch eine vermehrte Bewegung nicht vergessen werden. Radikaldiäten führen bestenfalls kurzfristig zum Erfolg, können im «Langzeittest» aber selten bestehen.

Ist eine einseitige Diät gefährlich?
Ja, weil das Risiko für einen Nährstoffmangel erhöht ist. Ausserdem lassen einseitige Diäten die individuellen Vorlieben meist ausser Acht. Eine langfristige Optimierung des Lebensstils und Verhaltensänderung können so kaum erreicht werden.

Warum nimmt man nach einer Diät meistens wieder zu?
Findet keine echte Verhaltensänderung statt, sodass ein neuer Lebensstil entstanden ist, besteht das Risiko, in alte Muster zurückzufallen. Der Jo-Jo-Effekt ist die logische Folge. Dies wird eher bei einseitigen und sehr rigiden Diäten festgestellt.

Kochen für die Familie und trotzdem abnehmen – geht das?
Natürlich! Weil keine Radikaldiät gemacht werden sollte, sondern eine ausgewogene Ernährung das Ziel ist, kann die ganze Familie davon profitieren. Bewegung hat auch noch niemandem geschadet.

Nehmen Frauen und Männer unterschiedlich ab?
Vermutlich schon, obwohl das Prinzip immer dasselbe ist. Wichtig ist eine negative Energiebilanz unter anderem erreicht durch mehr Bewegung und eine Optimierung des Lebensstils. Männer und Frauen zeigen im Allgemeinen andere Verhaltensmuster. Warum sollte dies bei der Anpassung des Lebensstils anders sein? Ob die einen es besser machen als die anderen, also erfolgreicher sind, kann ich Ihnen nicht sagen.

Schlägt nächtliches Naschen oder Frustessen besonders auf die Hüften?
Wichtig ist die Energiebilanz des ganzen Tages. Wird durch regelmässiges Frustessen oder Naschereien die Energiezufuhr ständig erhöht, steigt auch das Risiko für Übergewicht.


Der Markt bietet eine Vielzahl von Diätsystemen an. Welches sind aus Ihrer Sicht empfehlenswerte Programme?
Programme, die eine gemischte und kalorienreduzierte (fettarme) Diät propagieren, sind sicher zu bevorzugen, weil die Chancen für eine langfristige Verhaltensänderung am grössten sind. Von starren oder sogar rigiden Systemen, die keinerlei individuelle Vorlieben und Bedürfnisse zulassen, raten wir ab.

Warum nehmen Frauen während der Wechseljahre zu?
Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle. Die Körperzusammensetzung verändert sich, das heisst die Muskelmasse nimmt mit zunehmendem Alter ab und der Fettanteil des Körpers nimmt zu. Im Gegensatz zu Muskeln verbraucht Fett jedoch kaum Energie. Weniger Muskeln, mehr Fettgewebe: Insgesamt sinkt der Energiebedarf. Durch die hormonellen Veränderungen der Frau verändert sich zudem die Fettverteilung. Das Fett wird nun bevorzugt in der Bauchregion gespeichert.

Illustrationen: Rahel Blaser, Foto: Alan Cleaver / flickr / cc

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