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Essen im Winter - Wärme tanken

Kategorie: Essen, Gesundheit
 Ausgabe_12_2015 - 01.12.2015

Text:  Lioba Schneemann

Im Winter sollten wir unsere Nierenkraft stärken, rät die chinesische Medizin. Mit Ruhe, wärmender Ernährung und Körperübungen können wir gesund die kalte Jahreszeit geniessen.

Gemäss der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt der Mensch als gesund, wenn Yin und Yang ausgeglichen sind. Yin repräsentiert Ruhe und Nacht, das Sammelnde und Weibliche. Yang steht für Aktivität, Tag und Licht, für Zerstreuendes, Männlichkeit und Energie. Der Wechsel von Yin und Yang bestimmt unser Dasein. Wichtig ist die Balance zwischen Aktivität und Ruhe. Wir werden anfälliger für Krankheiten, wenn wir für längere Zeit das natürliche Bedürfnis nach Ruhe (Yin) zugunsten der Aktivität (Yang) missachten.

Das Fundament stärken. «Diese beiden Energiepole kann man mit einer passenden Ernährung und Lebensführung sowie mit Akupunktur, Akupressur, Qi Gong und Tai Chi unterstützen», erklärt Markus Hasler, TCM-Therapeut in Gelterkinden. «Ganz zentral im Ausgleich von Yin und Yang sind die Nieren. Sie sind die Quelle für das Yin und das Yang und geben uns Kraft und Ausdauer, das Fundament unserer Gesundheit und Abwehrkraft.» Nach dem Rhythmus der Natur regiert ab Mitte November das Wasserelement; die zugehörigen Organe sind gemäss der chinesischen Lehre Niere und Blase. «Kalte Wintertage schwächen die Nierenenergie. Das zeigt sich in verschiedenen Symptomen wie Frösteln, kalte Hände und Füsse oder Rückenbeschwerden», ergänzt Hasler. Wer diese Symptome zu lange ignoriert, kann mit der Zeit zusätzlich an Energiemangel, Unruhe und Schlafstörungen leiden. Viele Menschen, darunter viele junge Leute, geben ihrem Körper nicht ausreichend Zeit zur Regeneration, so Hasler. Die Folgen seien oft Ruhelosigkeit, Depressionen bis zur tiefen Erschöpfung oder gar Burn-out. Auch die durchgehende Verfügbarkeit von Licht trage dazu bei, dass weniger Zeit für Regeneration bleibe.

Krankheiten vorbeugen. Nierenschwäche zeigt sich auch bei älteren Menschen und den typischen Beschwerden dieser Altersgruppe. Sie sind in der kalten Jahreszeit besonders anfällig auf Krankheiten, die mit einer schwachen Nierenenergie zusammenhängen. Dazu gehören Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen und Schlafstörungen. Naturgemäss wird die Nierenenergie mit zunehmendem Alter schwächer, was sich beispielsweise in Menopause-Beschwerden, sexueller Dysfunktion, Prostata-Erkrankungen, häufigem Wasserlassen oder Infektionen der Harnwege äussert. Nierenkraft ist auch eng verbunden mit der Knochensubstanz. Man sagt in der TCM, dass die Niere die Knochen beherrsche. Herrscht ein Mangel an Nierenenergie, besteht die Gefahr von Osteoporose, chronischen degenerativen Gelenk- und Knochenschmerzen oder Zahnausfall.

Wärmende Hühnersuppe.
Jeder kann im Alltag dafür sorgen, dass die Nieren stark sind und die Nierenenergie frei fliessen kann. Neben ausreichend frischer Luft, genügend Ruhe und Entspannung sowie Schlaf ist es ratsam, sich der Jahreszeit entsprechend warm zu kleiden (allenfalls Nierenwärmer tragen).

Zudem sollte man seinen Körper aktiv stärken und bewegen. Bereits wenige, aber Gesundheit Kalte Jahreszeit täglich durchgeführte Übungen aus dem Qigong beispielsweise können wie eine Energiedusche wirken. Solche Übungen helfen, dass die Lebensenergie, genannt Qi, sowie das Blut im Organismus wieder freier fliessen können; das Immunsystem wird gestärkt, Herz und Nieren harmonisieren.

Der Weg zur Gesundheit geht zudem durch die Küche. Die chinesische Diätetik empfiehlt, im Winter eher Hagebuttenoder Ingwertee zu trinken als Fruchtsäfte. Diese Tees sind vitaminreich und wärmend. Wärmend wirken Zimt, Ingwer, Nelken oder Koriander, die auch hierzulande in vielen Winterrezepten häufig eingesetzt werden. Saisonale Gemüse wie Zwiebel und Kohl aller Art sowie Lauch, daneben auch Marroni und Hülsenfrüchte, Fisch und Reis werden empfohlen. Dazu gelten Wild- oder Lammfleisch, Hühnersuppe und Entenfleisch als Nierenwärmer. Hühnersuppe gilt auch bei uns als altes Hausrezept bei Erkältung. Mit der Zubereitung eines Suppenhuhns sorgt man zudem dafür, dass eine alte Legehenne nicht einfach auf dem Kompost entsorgt wird, sondern einen letzten Auftritt als wertvolle Mahlzeit hat. Frisch zubereitete Suppen und Eintöpfe aller Art sind ideale Gerichte, um die Nieren zu stärken. Der TCM-Therapeut Markus Hasler: «Am besten fährt man mit saisonalen Nahrungsmitteln und wenn man sich ein wenig an Grossmutters Küche orientiert.»

Eine Annäherung an den Rhythmus der Natur stärkt den Organismus und kann vieles im Leben vereinfachen und/oder verändern.

Fit mit Selbstmassage
Die Übungen gehören zum sogenannten weichen Qigong. Durch tägliche Praxis werden die Energieleitbahnen durchlässiger sowie die Energie- und Kraftreserven aufgebaut. Die Nierenkraft und das Immunsystem werden gestärkt. Empfohlen wird das Üben am Morgen, etwa im Bett. Dauer: ungefähr 10 Minuten. Wer nach der Massage warmes abgekochtes Wasser trinkt, unterstützt den Reinigungsprozess.
1. Zuerst beide Hände auf Nabel und Unterbauch legen und seine Aufmerksamkeit dorthin lenken. Dann legen Frauen die rechte Hand (Männer die linke) auf das Brustbein und die andere Hand darauf. Mit leichtem Druck über den Bauch bis zum Schambein streichen. 30-mal. Bei Beschwerden, die mit einer Nierenschwäche zusammenhängen 80-mal.
2. Hände auf den Bauchnabel legen und warten, bis sich Bauch/Hände warm anfühlen. Frauen kreisen spiralförmig um den Nabel (im Uhrzeigersinn, Männer im Gegenuhrzeigersinn), die Kreise werden dabei grösser. 30-mal.
3. 30-mal mit den Zähnen klappern. 9-mal die Zunge nach links, 6-mal nach rechts kreisen, bis sich Speichel bildet. Speichel im Mund bewegen, 3-mal bewusst schlucken, den Speichel in den Bauch fliessen lassen.
4. Mit dem Daumen auf den Fusssohlenmittelpunkt drücken, 100-mal nach innen, mit Druck, kreisen.
5. Unterschenkel innen und aussen, auf und ab reiben, dabei jeweils über das Sprung- und Kniegelenk streichen. Beide Unterschenkel reiben. Alternativ: Punkt unterhalb des Knies drücken, kreisend massieren.

Foto: istockphoto.com

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