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Salbei wärmt

Kategorie: Essen
 Ausgabe_11_2015 - 01.11.2015

Text:  Sabine Hurni

Was im Sommer für willkommene Abkühlung sorgte, schwächt im Herbst und Winter die Milz. Deshalb Hände weg von Rohkost und kalten Getränken. Jetzt braucht der Körper Wärme, um das Immunsystem zu stärken.

Kaum ist es  wieder kühler, kratzt der Hals, die Nase läuft. Die Ursache dafür liegt nicht allein an den kalten Tagen oder der Virendichte in der Luft. Auch ein geschwächtes Immunsystem erhöht die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten.

Das bedeutendste Immunorgan ist die Milz. In ihr werden die wichtigsten Abwehrzellen gebildet. Mit der Einnahme von Vitaminen oder mit einer Impfung wird das Immunsystem jedoch nur bedingt gestärkt. Viel wichtigerist nach ayurvedischer und fernöstlicher Gesundheitslehre die Wärmequalität der Speisen. Aus Sicht der Naturheilkunde ist eine Erkältung, wie der Name verrät, eine Unterkühlung des Körpers. Ein ungenügend warmer Körper kann Viren und Keime, welche Sommer wie Winter in der Luft schweben, nicht schnell genug eliminieren, weil die Milz sehr langsam arbeitet. Ein warmer, gut durchbluteter Organismus reagiert viel schneller und die krank machenden Keime können sich gar nicht erst im Körper festsetzen.

Salbei als Heil- und Räucherpflanze
Zum Gurgeln und für Mundspülungen tröpfelt man zwei bis drei Tropfen des ätherischen Öles in 100 Milliliter Wasser oder macht mit zwei bis drei Teelöffeln Salbeikraut eine Tasse Tee. Der Tee und die Gurgellösung mit ätherischem Öl sollten vor jeder Anwendung frisch zubereitet werden, weil sich die wirksamen Duftstoffe verflüchtigen. Für die innerliche Anwendung bei Verdauungsbeschwerden oder als wärmendes Frauenkraut nimmt man auf eine Tasse Wasser nur einen Teelöffel Salbeikraut.
Wie viele andere stark duftende Pflanzen ist auch Salbei in der Naturheilkunde seit sehr langer Zeit verankert. Salbei wurde früher dank seiner desinfizierenden Eigenschaften auch als wichtiges Reinigungsmittel zum Ausräuchern von Krankenzimmern gebraucht. Dieses Ritual wenden viele Leute auch heute noch an, wenn sie in eine neue Wohnung ziehen oder einen Raum energetisch reinigen möchten.

Sobald der Winter kommt, müssen wir die Wärme von innen her erzeugen. Geeignet dazu sind gekochte Speisen, warme Getränke und wärmende Kräuter. Besonders wärmend ist Salbei. Der echte Salbei (Salviae officinalis) enthält ätherische Öle wie Thujon, Kampfer und Cineol. Sie sorgen für das typische Salbeiaroma, das deftigen Speisen wie Gnocchi und Fleisch ein schönes Aroma gibt. Gleichzeitig wärmt Salbei den Magen und optimiert die Verdauungsleistung. Neben den ätherischen Ölen enthält das Salbeiblatt Bitter- und Gerbstoffe. Sie machen das pelzig weiche Blättchen zu einer Heilpflanze mit bakterien- und entzündungshemmenden sowie adstringierenden (zusammenziehenden) Eigenschaften. Salbeibonbons, Salbeitee als Gurgelmittel oder salbeihaltige Rachensprays wirken schnell und effizient gegen Hals- und Rachenentzündungen im Frühstadium. Die desinfizierende und zusammenziehende Wirkung verhindert, dass zu viele Keime in die wunde Rachenschleimhaut eindringen.

Weitere Tipps gegen Erkältungen
Ingwer: Ingwer ist das Erkältungsgewürz für den Winter. Vorbeugend lässt man pro Tasse Wasser eine Scheibe Ingwer zehn Minuten ziehen. Wer bereits erkältet ist, kocht den Ingwer im Wasser für 10 Minuten. Sobald der Tee trinkwarm ist, etwas Honig und Zitrone dazugeben.
Gekochte Speisen: Bis sich der Körper an die Kälte gewöhnt hat, muss man ihn von innen her wärmen. Das geht am besten mit einem warmen Frühstück, warmen Getränken und einer warmen Abendmahlzeit.
Kaltes vermeiden: Von Joghurt, Orangen, Fruchtsäften und Salaten sollte man in der Winterzeit sehr wenig essen. Diese Lebensmittel wirken kühlend.
Wärmende Speisen: Wunderbar wärmend sind gekochter Lauch, Zwiebeln, Fenchel oder Reis; idealerweise gewürzt mit eher scharfen Gewürzen wie Senfsamen, Piment, Safran, Sternanis, Curry und Pfeffer.
Wickel: Gegen geschwollene Mandeln hilft ein kalter Quarkwickel. Gegen Schluckweh und stechende Halsschmerzen kann man mit Leinsamen einen Brei kochen. Sobald der Brei etwas abgekühlt ist, streicht man ihn auf ein Stofftuch, macht ein Päckchen und legt ihn sich um den Hals.
Ruhe: Während das Immunsystem auf Hochtouren läuft, braucht der Körper Erholung und Ruhe. Da mit einer einfachen Erkältung niemand zu Hause bleibt, ist frühes Zubettgehen ideal.
Vitamin C: Winterkräuter wie Petersilie oder Kresse, Broccoli, Kohlgemüse und Produkte aus Hagebutten sind sehr reich an Vitamin C. Orangen, Mandarinen und Kiwis hingegen enthalten nur einen Bruchteil davon. Dem grünen Gemüse im Winter deshalb den Vorzug geben.

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