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Frauen sind anders – Männer auch

Kategorie: Editorial
 Ausgabe 10_2018 - 21.02.2019

Text:  Markus Kellenberger

 

Liebe Leserin, lieber Leser

Als mir unsere langjährige Autorin Gundula Madeleine Tegtmeyer das Thema «Gendermedizin» vorschlug, wollte ich zuerst ablehnen. Die ausser Rand und Band geratene #metoo-Debatte, fand ich reflexartig, gehört von mir aus ins Weisse Haus, aber bestimmt nicht ins «natürlich». Zum Glück hat Gundula Geduld bewiesen und mich über den kleinen, aber wichtigen Unterschied aufgeklärt. Ihren Artikel über eine neue Medizin, die Frauen und Männer weit über gynäkologische oder urologische Belange hinaus unterschiedlich betrachten und behandeln will, können Sie ab Seite 28 lesen.

Sie wissen, wie das ist beim Arzt – am Schluss der Sprechstunde drückt er einem eine Packung Medikamente in die Hand mit einer Anweisung wie zum Beispiel: «Morgens und abends je eine Tablette nach dem Essen.» Das ist zwar gut gemeinte Routine – funktioniert aber in vielen Fällen nicht, wie die Gendermedizin, für die es sogar einen Lehrstuhl an der Universität Zürich gibt, mittlerweile weiss. Denn: Frauen und Männer sind nicht nur in ihrem Sein unterschiedlich, sondern sie reagieren auch unterschiedlich auf ein und dasselbe Medikament.

Diese mit viel Forschungsarbeit verbundene Erkenntnis der Schulmedizin ist auch für die Naturheilkunde wichtig, besonders dort, wo sich die beiden unterschiedlichen Gesundheitssysteme begegnen und im Interesse aller Patientinnen und Patienten ergänzen sollen, denn: mit jedem Forschungsergebnis, das im Labor beweist, was die Naturheilkunde schon lange weiss, wächst im Gesundheitssystem die Akzeptanz für alternative Methoden. Unserer Gesundheit kann das nur gut tun.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbar farbigen Herbst.

Herzlich, Ihr Chefredaktor

Markus Kellenberger

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