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Editorial:
Auswege aus sexuellen Sackgassen

Kategorie: Editorial
 Ausgabe 4 - 2008 - 01.04.2008

Text:  Andres Jordi

«Was zur sexuellen Harmonie notwendig ist, ist nicht raffinierte Technik, sondern das Vertrauen auf den erotischen Charme des Augenblicks.» (Simone de Beauvoir)

Liebe Leserin, lieber Leser

Wir leben in einer sexualisierten Welt. Nackte Menschen – vorab  Frauen – sind derart omnipräsent und selbstverständlich, dass sich darob kein aufgeklärtes Blut mehr in Wallung bringen lässt. Medien und Mode verkaufen leicht beschürzte, wohlgeformte Menschen als Verkörperung eines hedonistischen Zeitgeistes: Es lebe der perfekte Körper! Es lebe die gren-zenlose Lust! Es lebe der hemmungslose Sex!

Nichts gegen einen unverkrampften und sinnlichen Umgang mit Körperlichkeit und Erotik. Nur: Unverkrampft ist dieser in vielen Fällen eben gerade nicht – im Gegenteil. Die heute als allgemeiner Massstab gültigen Trugbilder der Werbung schaffen neue Zwänge und Leistungsdruck: Wer kann dieser zum Ideal stilisier-ten Makellosigkeit und Vollkommenheit schon genügen? Wer ist im Umgang mit Sexualität schon so freizügig und ungezwungen, wie einem dies als normalste Normalität vorgeführt wird?

Unter solchen Vorzeichen kann die Lust schnell zur Last, Sexualität zur Belas-tung werden. Denn gerade beim sexuellen Akt, bei dem zwei Partner einander in ihrer ganzen Nacktheit und damit Verletzlichkeit begegnen, will man sich mög-lichst keine Blösse geben, will man genügen, akzeptiert sein, befriedigen. Hinzu kommen Scham, Tabus, Wünsche, über die mit der Partnerin oder dem Partner zu sprechen, meist ebenfalls nicht eben leicht fällt und grosses Vertrauen voraus-setzt. Das alles kann schnell zu immenser Verunsicherung, Versagensängsten und zu Blockaden führen.

Dem delikaten Balanceakt Sexualität widmet sich unser Focus . Unsere Autorin betont dabei die ganzheitliche Wahrnehmung des Liebemachens und zeigt mögliche Auswege aus sexuellen Sackgassen. Dies kann beispielsweise über die Bewusstwerdung der spirituellen Dimension von Sexualität geschehen.

Sich berühren und berühren lassen jenseits der körperlichen Ebene, könnte die Essenz eines erfüllenden und lustvollen Liebeslebens ohne jeden Leistungsdruck sein.

Andres Jordi 

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