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Waschmittel mit Enzymen

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Wie ökologisch sind die neuen Waschmittel, die bereits ab 30 Grad beste Waschresultate versprechen? Damit könnte man ja Strom sparen. Werden Keime bei nur 30 Grad überhaupt abgetötet?

Schlusszeichen Text:  Nora Meier, Basel

Antwort

Die niedrigen Waschtemperaturen von 30 Grad sind nur dank gentechnisch hergestellter Enzyme möglich, die von der Waschmittelindustrie seit mehr als zehn Jahren eingesetzt werden. Amylasen verdauen Kohlenhydrate, Lipasen lösen Fett, und die Eiweissflecken werden von Proteasen angegangen. Keine Frage: Die enzymhaltigen Waschmittel sparen theoretisch Energie. Doch bei genauem Hinsehen ist die Ökobilanz alles andere als lupenrein, denn für die Herstellung der Enzyme wird beispielsweise ebenfalls Energie benötigt. Führender Hersteller für solche Enzyme in vielen Bereichen (Bierbrauen, Hefe, Käselab usw.) ist Novo Nordisk in Kopenhagen.

Sie haben die Keimprobleme erwähnt. Selbstverständlich werden bei 30 Grad unerwünschte Keime nicht eliminiert. Deshalb empfehlen  Waschmaschinen-hersteller, die Maschine gelegentlich bei 90 Grad leer durchlaufen zu lassen, womit natürlich ein Teil der Energieeinsparung verloren geht.

Von Anfang an sind Wasch- und Geschirrspülmittel mit Enzymen kritisch betrachtet worden. Enzyme sind nicht nur in Waschmitteln fleissige Heinzel-männchen, sondern auch in unserem Körper, wo sie die verschiedenen Nähr-stoffe aufschliessen, damit sie für den Stoffwechsel verfügbar sind. So sorgen beispielsweise die Amylasen im Speichel für die wichtige Vorverdauung der Kohlenhydrate. Für kritische Wissenschaftler ist nicht ausreichend belegt, dass Enzyme aus Waschmitteln nicht auf der Haut oder gar im Verdauungssystem weiterarbeiten.

Heinz Knieriemen


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