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Stevia – süsser Irrtum

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Wie reagiert der Körper auf Stevia? Wird wie bei anderen süssen Produkten mehr Insulin ausgeschüttet und die Lust auf Süsses angeregt?

Schlusszeichen Text:  B.A., Birrwil

Antwort

Stevia ist eine Pflanze mit einer Süsskraft, die 200- bis 300-mal süsser ist als Zucker. Sie enthält jedoch keine Kalorien und auch der glykämische Index liegt bei 0. Ist Stevia also ein Wundermittel? Ich würde diese Frage eher mit Nein beantworten. Auch im Internet sind gegensätzliche Meinungen über die Wirkungsweise von Stevia zu lesen. Dies nicht zu Unrecht. Stevia erhöht zwar den Insulinspiegel, ohne den Blutzuckerspiegel anzuheben – für Diabetiker erscheint dies sehr interessant und wünschenswert. Der ständig erhöhte Insulinspiegel bringt aber auch Gefahren mit sich: Die Zellen reagieren nicht mehr auf das freigesetzte Insulin, was zu einer Insulinresistenz führt. Zudem leidet die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit an Überforderung, da sie ständig Insulin produzieren muss.

Bei Menschen, die ab und zu ein mit Stevia gesüsstes Dessert essen, ist das kein Problem. Wenn allerdings über den ganzen Tag verteilt mit Stevia gesüsste Getränke getrunken, Stevia-Kaugummis gegessen oder Stevia-Bonbons gelutscht werden, kann das für den Körper durchaus negative Folgen haben. Die Zunge meldet der Bauchspeicheldrüse: «Hallo, da kommt was Süsses, das du verarbeiten musst.» In Tat und Wahrheit kommt aber nichts Verwertbares, das den Körper nährt und aufbaut. Das ist ein Stress für die Organe.

Ob Stevia oder Rohrzucker: Zu den Hauptmahlzeiten dürfen durchaus Süssgetr.nke oder Desserts auf den Tisch kommen. Zwischen den Mahlzeiten hingegen sind reines Wasser und, wenn schon, ungesüsste Zwischenverp. egungen wie frische Früchte angezeigt.

Natascha Muff, Ernährungsberaterin

Foto: thinkstock.com


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