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Das Geschäft mit der Leistungsfähigkeit

Anführungszeichen

Ich habe gehört, dass die Maca-Knolle gut gegen Wechseljahrbeschwerden wirken soll. Was halten Sie davon?

Schlusszeichen Text:  G. A., Untersiggenthal

Antwort

Mit Potenzsteigerung, Erhöhung der Fruchtbarkeit, Stressreduktion und Wechseljahrbeschwerden lässt sich gut Geld verdienen. Ich bin zwar überzeugt davon, dass viele Frauen und Männer Erfolg haben mit der Heilpflanze. Aber müssen wir wirklich bei jeder Abweichung eines Normwertes sofort zu einem Mittel greifen? Es ist erwiesen, dass Stress die Wechseljahrbeschwerden verstärkt. Bei starkem Stress nehmen auch die Fruchtbarkeit und die Lust auf Sex ab – das ist schon fast ein Selbstschutz, damit sich Stresssituationen bei der Arbeit oder nach einer Geburt nicht in eine komplette Überforderung verwandeln. Insofern bin ich der Meinung, dass eine Nahrungsergänzung bei den oben erwähnten Beschwerdebildern nie eine Verhaltensänderung oder eine Akzeptanz ersetzen kann.

Die Maca-Knolle (Lepidium meyenii) wird in den peruanischen Hochebenen auf einer Höhe von über 4000 Meter angebaut. Sie wächst ganzjährig und zeichnet sich durch ihren grossen Nährwert und die Fülle an wertvollsten Proteinen und Vitaminen aus. Maca war der Energiespender der Inkas. Der Maca-Knolle werden neben den Energie spendenden Eigenschaften auch antidepressive und kräftigende Wirkungen zugesprochen. Sie gilt als fruchtbarkeitsfördernd, soll die Follikelreifung verbessern, begünstigt somit die Spermatogenese und wirkt regulierend auf den Menstruationszyklus. Maca kann das Sexualleben so verbessern sowie PMS (prämenstruelles Syndrom), prä- und postklimakterische Beschwerden mindern. Um wirklich zu wissen, wie Sie darauf ansprechen, müssten Sie die Nahrungsergänzung ausprobieren. Denn was bei der einen Person gut wirkt, kann bei der andern vollkommen wirkungslos bleiben.

Immer wieder tauchen Heilpflanzen fast aus dem Nichts auf, erleben einen kurzen Hype und verschwinden wieder. Das ist okay so und lässt sich wohl in Zeiten der Globalisierung kaum vermeiden. Wichtig finde ich einfach, dass wir die Pflanzenbestände im Herkunftsland nicht ausplündern. Unsere Beschwerdebilder sind oft hausgemacht. Es ist deshalb nicht richtig, wenn andere Kulturen aus dem Gleichgewicht geraten, nur weil wir die schnelle Lösung suchen und nicht bereit sind, unser eigenes Gärtchen aufzuräumen.

Sabine Hurni, Drogistin HF und Naturheilpraktikerin mit Fachrichtung Ayurveda und Phytotherapie

Foto: fotolia.com


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