Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Sex

Zecken, Biobauern und Sexkinos

Markus Kellenberger | Freitag, 11.07.2008

Wenn heute nach einer Biwakübung Soldaten mit Zeckenbissen erwachen, findet nicht nur eine Beweisaufnahme statt, sondern es werden gleich auch noch weitere Zeltliübungen der Armee abgesagt. Vorsichtshalber, denn man möchte die wertvollen Mannen nicht unnötigen gesundheitlichen Risiken aussetzen.

Bei solchen Meldungen blicke ich wehmütig zurück in meine camouflierte Vergangenheit. Hätte ich damals einen Kommandanten wie Markus Gygax gehabt - ich hätte nicht tagelang im nassen Kämpfer frierend und einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung nahe in einer Schneehöhle sitzen müssen. Aber lassen wir das Gejammer. Eine Armee, die sich von ein paar Zecken in Schrecken versetzen lässt, gehört definitiv abgeschafft - oder bietet künftige WKs nur noch virtuell an, am besten im Stile von "Secondlife".

Apropos abschaffen: Die Zahl der Biobauern in unserem Land schrumpft. Rund 200 Betriebe sind innerhalb eines Jahres eingegangen, was die Neue Luzerner Zeitung zum Kommentar bewog, der Bund müsse eingreifen. Nun, ein Bauer (egal ob Bio oder nicht) ist ein Unternehmer, der unter grösstmöglicher Schonung seiner Ressourcen das bestmögliche Produkt herstellt - und das mit einem Gewinn, der seine Existenz sichert. Staatliche Unterstützung und Schutz für jeden, der auf einem Gartenbeet noch ein paar Salathäuptige anpflanzt, ist ein Luxus, den wir uns nicht leisten können.

Parallel zu den 200 verschwundenen Biobetrieben sind die bestehenden grösser geworden. Das entspricht zwar nicht der weit verbreiteten romantisierten Vorstellung einer glücklichen Kleinbauernfamilie, die von morgens bis abends tiefsinnig biosophiert, ist aber der richtige Weg hin zu einer Landwirtschaft, wie ich sie mir vorstelle: Naturnah, umweltschonend und effizient in dem Sinne, als dass ich das chüschtige Bio-Radieschen nicht ständig zweimal bezahlen muss - erst sauteuer im Laden, und später auch noch mit einem happigen Steuerbetrag.

Übrigens: Wie ich den auf jedem Trottoir und in jedem Zug herumliegenden Gratismedien entnahm, geht es nicht nur den Kleinbauern dreckig, sondern auch den Sexkinobesitzern. Im Zeitalter des Internets und der diskret verpackten und verschickten DVDs schlägt kaum einer mehr den Mantelkragen hoch, um sich im dunklen Saal einem lüsternen Gemeinschaftserlebnis hinzugeben. Und das wahrlich  schreckliche daran: Obschon hier (im Gegensatz zu den Biobauern) der Untergang einer ganzen Branche droht, fand ich keinen Kommentar, der für unsere oft im Familienbetrieb geführten heimeligen Sexkinos nach staatlicher Hilfe schrie. Pourquoi?

Bilder: © Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ArmeeBiobauernMilitärSexkinosSubventionenZecken

Sex, Drogen oder Wetter?

Markus Kellenberger | Freitag, 30.05.2008

Was möchten Sie eigentlich von mir lesen? Ich bin mir da manchmal gar nicht im Klaren darüber. Darum habe ich mich entschlossen, zu einem aus Funk- und Fernsehen bekannten Mittel zu greifen, nämlich jenem des sogenannten "Wunschfilms". Doch anstelle eines zum x-ten Mal wiederholten TV-Schunkens, biete ich Ihnen Einsichten in mein Seelenleben und meine nicht immer gloriose Vergangenheit an. Sie entscheiden - ich schreibe - Sie kommentieren.

Also los: Was möchten Sie nächstens von mir erfahren?
• Warum ich Drogen nahm und das eine Zeit lang auch wunderbar fand!
• Warum ich mich als emanzipiert betrachte, aber Frauen jahrelang belog, betrog und als Objekte behandelte!
•  Warum ich Blocher als eine Gefahr für die Schweiz und Leuenberger als einen linken Sesselkleber halte!
•  Oder (das die Option für die ganz Vorsichtigen) warum ich gerne nackt im Regen tanze!

Stimmen Sie bei der Umfrage in der rechten Spalte ab oder geben Sie einen Kommentar ab und sagen Sie was Sie von mir hören wollen! Ich warte!

8 Kommentar(e) Tags (Stichworte): DrogenPolitikSexUmfrageWunschfilm

Sex, Drugs 'n Rock'n'Roll

Markus Kellenberger | Dienstag, 20.05.2008

«Papa, hast du auch schon Drogen genommen?»
Die Beantwortung dieser Frage unseres Zehnjährigen ist heikel. Wie erklärt man den eigenen Kindern, dass man jahrelang gekifft hat, was die Lunge hielt, um im Anschluss daran glaubwürdig zu verlangen, dass der Nachwuchs von Sex, Drugs 'n Rock'n'Roll die Finger lassen und erst die Hausaufgaben machen soll. Mein Gott! Viel lieber erzähle ich zum hundertsten Mal die Sache mit den Blumen und den Bienen.

Welche Kinderfragen bringen Sie in Verlegenheit?

 

Bild: © Rob Flynn

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): DrogenElternKinderSex

Der Erotik-Katalog

Markus Kellenberger | Donnerstag, 10.04.2008

Im aktuellen Heft widmen wir dem Thema Sexualität mehrere Seiten. Dies nicht etwa, um die Weltwoche zu provozieren oder die SVP zu einem Referendum anzuregen, sondern einfach darum, weil wir (ich!) finden, Sexualität ist wichtig. So wichtig, dass wir um sie herum ein Gespinnst von Tabus, Regeln, Über-tretungsmöglichkeiten, Ängsten, Hoffungen und auch noch ein paar blaue Tabletten aufgebaut haben.

Vor wenigen Tagen flatterte bei uns auf der Redaktion überraschend der Bestellkatalog eines Erotikversandes herein. Seitenweise Wäsche für sie und ihn, einige davon dezent, einige die nackte Aufforderung zum Spontanverkehr, andere wiederum die reine Lächerlichkeit. Gegen Ende des dicken Heftes dann die dazu gehörigen Spielsachen. Sie wissen, was ich meine –  und falls nicht, habe ich selten jemanden so un- verfroren lügen oder das Leben verdrängen sehen!

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Der Katalog des Erotik-versandes lag provokativ einige Tage bei uns auf der Redaktion herum. Und es war mir ein wunderbares Vergnügen zu beobachten, wer alles ihn mal eher verhalten («Igitt, was soll denn das?») oder offen neugierig («Hei! Was habt Ihr denn da?») oder auch höchst korrekt («Gahts no! Was soll diese Schweinerei?) zur Hand nahm.

Nun, mich freute jede Reaktion, egal mit welchem Unterton. Und vor allem freute mich, dass keiner und keine – und ich meine mit keiner wirklich keiner – an diesem Heft vorbei kam.  Oder wären Sie der- oder diejenige gewesen, der/die lieber im daneben liegenden Katalog der Schweizer Alpenflora geblättert hätte?  Und falls Ja: Warum?

Bild: © Anna / PIXELIO

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