Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Männer

Alles klar!

Markus Kellenberger | Mittwoch, 11.06.2008

Ihr habt entschieden. Meine lang zurück liegenden Drogenerfahrungen sind mit 20 Prozent aller Stimmen nicht der Renner, obschon ich gerne erzählt hätte, wie nach meinem ersten Joint Donovans "Lalena" in unglaublich bunten Blasen aus den Laut-sprechern quoll. Ganze zwei Jahre lang brauchte ich danach, um zur Überzeugung zu gelangen: Einen so schönen Trip gibt es nur einmal im Leben!

Aber lassen wir das. 24 Prozent der Abstimmenden sähen mich gern nackt im Regen tanzen (wer weiss, eines Tages…), 24 wüssten gern mehr über mein Verhältnis zu Blocher und Leuenberger, doch 26,7 Prozent der Abstimmenden möchten wissen, warum ich mich als emanzipiert betrachte, aber Frauen jahrelang belog, betrog und als Objekte behandelte … ein interessantes Psychogramm der "Natürlich"-Blog-Gemeinde!

Aber kommen wir jetzt zum Thema, zum "Wunschfilm". Ich belog, betrog und objektivierte Frauen aus einem - rückblickend zumindest - simplen Grund: Angst! Frauen, das stellte ich als junger Mann schnell einmal fest, waren mir in vielen Dingen haushoch überlegen. Sie waren selbstbewusster, sich ihrer Rolle weitaus sicherer, zielstrebiger und überhaupt von einer anderen Welt. Damals, in den frühen 80-ern, war die Frauen-bewegung eben voll in Schwung gekommen, und diese Kraft hatte sich auf viele meiner Kolleginnen und Freundinnen übertragen. Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen. Als Mann war man damals einfach der schlechtere Mensch, ein potenzieller Vergewaltiger, Gewalttäter und Unterdrücker.

Um mich zu bessern, füllte ich mein Bücherregal in den folgenden Jahren mit über zwei Meter Männer- und Frauenliteratur. Sanfte Männer, neue Männer (kaufte deshalb eine Platte von Ina Deter!), starke Männer, einfühlsame Männer, himmlische Männer, männliche Männer…, mir tränten die Augen.

Zwischen damals und heute liegen fast 20 Jahre, die Wirtschaftskrise der 90-er, die Internetblase und ein radikaler gesell-schaftlicher Gesinnungswandel. Fazit: Viele Frauen kehrten aus der Frauendisco direkt an den Herd zurück; kaum ein Schwein liest mehr Männerliteratur; ich koche drei bis vier Mal die Woche, putze an meinem freien Tag Klo, Bad und Küche, mache die Wäsche; trage, bade, wickle und füttere gerne Babys (auch fremde), sorge dafür, dass unsere Söhne kleine Männer sein dürfen (Sie wissen schon: Peng, peng und so!), und finde es verflucht geil und gottverdammt männlich, meine Geliebte und Mutter unserer Kinder hinten aufs Motorrad zu klemmen - und das mit der festen Absicht, sie auf irgend einer Wiese zu verführen.

Links
www.maennerzeitung.ch
www.aliceschwarzer.de
www.das-kamasutra.com

Bilder: © manwalk / PIXELIO, PD

4 Kommentar(e) Tags (Stichworte): 80erDrogenEmanzipationFrauenMännerUmfrage

Gentechnologie, Hooligans, Frauen und Männer

Markus Kellenberger | Mittwoch, 28.05.2008

In England ist es seit Kurzem Forschern gestattet, menschliche und tierische Zellen gentechnisch zu verschmelzen. Den Entscheid begründen die verantwortlichen Politiker unter anderem damit, dass sie der Wissenschaft keine unnötigen Steine in den Weg legen möchten – und dass alles natürlich nur unter Einhaltung strengster Vorschriften und seriösester Kontrollen stattfinden darf. Kein Grund zur Sorge also, denn Wissenschaftler wissen immer, was sie tun – und Politiker haben ihr Wort noch immer gehalten.

Mir verursacht die Vorstellung, Menschen und Tiere miteinander zu mischen, keine Gänsehaut. Im Gegenteil. Für die Zukunft ergeben sich wunderbare Perspektiven. Im Interesse der Shareholder beispielsweise könnte man Arbeiter gekreuzt mit fleissigen Bienen und genügsamen Berggeissen züchten. Für den Schulbetrieb würden wir Lehrer mit der dicken Haut von
Walrossen versehen.

Ehemänner könnte man je nach Bedarf mit der Gutmütigkeit von Berggorillas oder der Treue monogamer Höckerschwäne ausstatten (eventuell auch mit beidem). Gewisse Ehemänner wiederum würden Ehefrauen wohl gerne etwas Kätzisches verpassen – allerdings, und das müsste gentechnisch eigentlich im Bereich des Möglichen liegen, ohne den Hang, aus für Männer unverständlichen Gründen (also den meisten) zu fauchen und zu kratzen. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Was für eine Kreuzung wünschen Sie sich?

Bilder: © Jenzig71 / PIXELIO

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