Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Umweltschutz

Ein Date mit der Erde

Andres Jordi | Dienstag, 02.06.2009

Am 5. Juni war Weltumwelttag. Passend dazu findet europaweit ein spezielles Filmereignis statt: Home – eine bildgewaltige Hommage an unseren Heimatplaneten. Der besondere Film von Regisseur und Fotograf Yann Arthus-Bertrand (Die Erde von oben) und Produzent Luc Besson wird in 50 Ländern meist kostenlos gezeigt. Die Uraufführung findet gleichzeitig in Kino, Fernsehen und auf Youtube statt.

Der Film zeigt in spektakulären Luftbildern die Einzigartigkeit des blauen Planeten und dessen ökologische Problemzonen. Gleichzeitig soll er vermitteln, dass es Lösungen für diese gibt, so die Filmemacher.

Auch Kinofreunde in der Schweiz haben die Möglichkeit auf ein eindrückliches Filmschauspiel. Auf der Homepage von Filme für die Erde finden sich alle Schweizer Vorführorte. Hier lässt sich auch ein Trailer des Filmes anschauen.

4 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ÖkologieFilmUmweltschutz

Das 1,3 Liter-Wunder und für wie doof hält mich die Autoindustrie!

Markus Kellenberger | Freitag, 21.11.2008

Bevor ich mich ärgere, erst mal ein bitteres Geständnis. Mein ökologischer Fussabdruck ist ein wenig grösser als der meines Kollegen Jordi. Aber, tröste ich mich, ich bin auch ein bisschen älter und schwerer. Als Kompensation für unseren industrialisiert überdimensionierten ökologischen Fussabdruck schlage ich, quasi in Anlehnung an den so beliebten Emissionshandel vor, dass die Menschen in der 3. Welt Schuhe ab sofort und generell eine Nummer kleiner kaufen.

Zwei schlagende Argumente sprechen für diese klimafreundliche Lösung:
1. Wir können weiter machen wie bisher, und
2. die Menschen in der 3. Welt auch, denn viele von ihnen können sich sowieso keine neuen Schuhe leisten.

So! Verlassen wir das Kapitel Zynismus und kommen wir zur nackten Ironie. Audi wirbt für seinen Monsterwagen Q7 neuerdings mit dem Loha-Argument, er brauche nur 1,3 Liter Treibstoff pro Sitzplatz. Wow! So wenig?

Audi geht bei dieser Werbung grundsätzlich davon aus, dass potenzielle Kunden nicht rechnen können. Der Q7 hat - darum heisst er wohl so - sieben Sitzplätze, und das bedeutet: Die Karre säuft stolze 9,1 Liter. Das aber nur, wenn man das Gaspedal kaum berührt und die schwächste Motorisierung wählt. Aber gerade letzteres ist nicht des Schweizers Ding, denn in der Regel gönnt man sich ja ein bisschen mehr statt weniger, wie Autoverkäufer nur zu gut wissen.

Und: Haben Sie schon mal einen Q7 gesehen, in dem sieben Personen sassen? Ich nicht. In der Regel sitzt darin nur der Fahrer, meist mit weissem Hemd und Krawatte. Ich will aber nicht unfair sein - es soll auch schon eine Mutter vom Zürichberg gesichtet worden sein, die im Q7 ihr gepflegtes Wunsch- und Einzelkind ins Ballett und zurück chauffierte - das eigene Kind zu Fuss durch die Stadt zu schicken, ist wegen des dichten Verkehrs ja nun wirklich zu gefährlich.

An diesem Tag fuhr der Herr im weissen Hemd und Krawatte übrigens mit dem Zweitwagen, seinem vom Mund abgesparten Porsche Cayenne ins Büro. Aber deswegen - so die aktuelle Porsche-Reklame - braucht er sich nun wirklich nichts vorwerfen zu lassen. Im Gegenteil: Dass er sich für ein Auto entschieden hat, das laut Werbung "Sportwagen, Familienkutsche und Zugmaschine" in einem ist, beweist nur, wie bewusst er sich aufs nötige Minimum eingeschränkt hat. Und: Die Multifunktionalität des Wagens verzeiht auch dessen Verbrauch von Durchschnittlich 12,9 Liter (aber auch nur in der PS-lahmsten Variante, die niemand wirklich will!)

Seien wir ehrlich: Der Klimaschock - der ist heute nur noch für Realsatire gut. Oder sehen Sie das anders?

Bilder: © manwalk / PIXELIO

7 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ÖkologieAutoEmmissionshandelKlimawandelQ7SUVUmweltschutzWerbung

Meine grossen grünen Füsse

Andres Jordi | Freitag, 14.11.2008

Man kommt ja langsam ins Alter, wo es einen interessiert, was seine alten Schulkameraden und -schätze so treiben und ob sie es auch zu etwas gebracht haben. Dies ist im Zeitalter von Facebook und Konsorten auch ein bisschen Mode. Wenn Sie selber auf der Suche sind nach alten Brüder- und Liebschaften, hier oder hier könnten Sie fündig werden.

So traf ich letzthin also nach langer Zeit ohne jeglichen Kontakt – genau gesagt nach zwanzig Jahren! – eine ehemalige Jugendfreundin wieder. O.K., es war die grosse, grosse, grosse Liebe damals. Und ein bisschen gekribbelt im Bauch hat's auch beim Wiedersehen, doch das geht Sie nichts an!

Ein Grüner sei ich geworden, habe sie gehört, sagte meine Jugendliebe, ein bisschen so, als ob es sich dabei um Marsmenschen handeln würde. Und als ich ihr erzählte, jawohl, ich benützte den ÖV, hätte kein Auto und ein Handy auch erst seit einigen Monaten und dies nur, weil es mir von meinem Arbeitgeber sozusagen aufgezwungen worden sei, und wenn sie so wolle, ja, sei ich ein Grüner, da wurde ihr schönes Gesicht ganz bleich.

Ein Grüner bin ich, jawohl! Und in der heutigen Zeit sollte man damit ja ein lifestyliges In-People sein (wieder mal zur Erinnerung) und kein durchgeknallter Ausserirdischer. Zu diesen müsste man eher all die ewiggestrigen Ökosünder zählen, die noch gar nichts begriffen haben. Aber die werden nicht mal rot.

Mit diesen Gewissheiten kam mir nun eine verhängnisvolle Idee: Ich grüner Bessermensch könnte mal meinen ökologischen Fussabdruck messen. Dieser gibt an, wie viele Planeten benötigt würden, hätten alle Menschen denselben Lebensstil wie man selbst. Die Welt wäre besser, grüner, nachhaltiger, ökologischer, das war klar. Ich habe keine Riesenvilla, heize nicht auf Saunatemperaturen, lüfte vorbildlich, habe ein paar Energiesparlampen reingeschraubt, konsumiere oft regionale und saisonale Produkte, fliege nicht andauernd in der Welt herum usw. Die Liste meiner ökologischen Heldentaten liesse sich unendlich weiterführen.

Das Resultat der Fussvermessung: «Hätten alle Erdenbewohner denselben Lebensstil wie Sie, bräuchten wir 2,3 Planeten, um unseren Ressourcenverbrauch nachhaltig zu decken. Sie liegen damit im Bereich des Schweizer Durchschnitts mit 2,9 Planeten.» Nun wurde ich bleich...

Jetzt brauche ich wieder mal ein bisschen psychologische Betreuung von Ihnen, liebe Natürlich-Blogger. Sollte ich besser zur Automobil-Revue wechseln? Oder wie ein Neandertaler leben?

Was mich aber doch auch noch interessieren würde: Wie gross ist denn eigentlich Ihr ökologischer Fussabdruck? Sie können diesen hier ermitteln. Tragen Sie doch das Ergebnis in nebenstehende Umfrage ein. Ich bin gespannt!

Bilder: Nasa (PD)


Der heilige Henry

Markus Kellenberger | Donnerstag, 13.03.2008

Wer Zeuge eines Wunders werden will, braucht nicht mehr bis nach Lourdes zu pilgern, ein Ausflug nach Genf reicht. Dort können sich Gläubige mit dem ihnen eigenen verklärten Blick selber davon überzeugen, wie die Automobilindustrie über Nacht ganz grün geworden ist.

 

Aus dem Vatikan wird verlautet, dass sich der Papst überlege, Mercedessterne und Ferrari-Embleme in seine private Reliquiensammlung aufzunehmen. Zudem wird immer wahrscheinlicher, dass Henry Ford, der Erfinder des Fliessbandautos, noch in diesem Jahrzehnt heilig gesprochen wird. Ich warte gespannt – und überlege mir bis dahin, ob das Vaterunser nicht besser in VWunser umbenannt werden soll.

 

Ich bitte um weitere Vorschläge, wie und in welcher Form wir das Goldene Kalb der Gegenwart artgerecht anbeten können.

 

Bild: © Jens Schöninger / PIXELIO

 

 



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