Aaaaah, diese Hitze. Ich habs einfach gern. Mag meinen Schweiss, der in Strömen strömt, das Flirren der Luft, das gewaltige Türmen der Wolken, das Zirpen der Grillen, den Sommer schlechthin.
Ich bin kein Schneemensch, neige eher zu winterlichen Depressionen. Aber sobald die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, geht es auch mit meinem Bio-Rhythmus wieder obsi, der sich eher nach den Jahreszeiten als nach den Monaten richtet.
Kaum ist es hell und warm, ändert sich auch meine Musikauswahl. Herrschen im Winter eher dunkle Klänge und Gesänge vor, beispielsweise Leonard Cohen, höre ich im Sommer am liebsten Swing à la Andrews Sisters und Benny Goodmann. 70 Jahre alt ist diese Musik und sie macht mich tanzen und singen. Und sie erinnert mich daran, dass sich die Generationen vor mir auch schon aus schrägen und schrillen Jugendlichen zusammensetzte. Das gilt auch für Rock'n'Roll. Eigentlich ein lauer Schmus, den dieser Elvis von sich gesondert hat - aber meine Mutter hat ihn geliebt. Und sie hat, noch bevor sie mir den Rhythmus weitervererbte, einen Rock'n'Roll-Tanz-Wettbewerb gewonnen. Irgendwo im Berner Oberland. In irgend einer Halbstarken-Beiz, die den Alten bestimmt ein Dorn im Auge war. Ich bin eigentlich eher die Rocker-Generation. Smoke on the Water und so, aber auch ein bisschen im Hippie-Groove daheim. Donovan und eine gute Tüte…aber das geht Sie gar nichts an. Was ich nämlich einfach sagen wollte, ist dies: Sonne, gute Musik und die Wärme wecken in mir die unbändige Lust nach Outdoor-Sex. Gruusig? Nein! Das nenne ich "natürlich leben".
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