Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Sex

Sonne, Sex und Rock'n'Roll

| Donnerstag, 08.07.2010

Aaaaah, diese Hitze. Ich habs einfach gern. Mag meinen Schweiss, der in Strömen strömt, das Flirren der Luft, das gewaltige Türmen der Wolken, das Zirpen der Grillen, den Sommer schlechthin.
Ich bin kein Schneemensch, neige eher zu winterlichen Depressionen. Aber sobald die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, geht es auch mit meinem Bio-Rhythmus wieder obsi, der sich eher nach den Jahreszeiten als nach den Monaten richtet.

Kaum ist es hell und warm, ändert sich auch meine Musikauswahl. Herrschen im Winter eher dunkle Klänge und Gesänge vor, beispielsweise Leonard Cohen, höre ich im Sommer am liebsten Swing à la Andrews Sisters und Benny Goodmann. 70 Jahre alt ist diese Musik und sie macht mich tanzen und singen. Und sie erinnert mich daran, dass sich die Generationen vor mir auch schon aus schrägen und schrillen Jugendlichen zusammensetzte. Das gilt auch für Rock'n'Roll. Eigentlich ein lauer Schmus, den dieser Elvis von sich gesondert hat - aber meine Mutter hat ihn geliebt. Und sie hat, noch bevor sie mir den Rhythmus weitervererbte, einen Rock'n'Roll-Tanz-Wettbewerb gewonnen. Irgendwo im Berner Oberland. In irgend einer Halbstarken-Beiz, die den Alten bestimmt ein Dorn im Auge war. Ich bin eigentlich eher die Rocker-Generation. Smoke on the Water und so, aber auch ein bisschen im Hippie-Groove daheim. Donovan und eine gute Tüte…aber das geht Sie gar nichts an. Was ich nämlich einfach sagen wollte, ist dies: Sonne, gute Musik und die Wärme wecken in mir die unbändige Lust nach Outdoor-Sex. Gruusig? Nein! Das nenne ich "natürlich leben".

Bild: clspeace / flickr / cc

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Holländerinnen und Sex auf dem Campingplatz

Markus Kellenberger | Freitag, 14.08.2009

Wir waren Campen, die ganze Familie und ich. In Frankreich. Dort, so hofften wir, sollten unsere Buben das Französische hautnah erleben – und wenn möglich auch praktizieren. Das hat aber nicht funktioniert, und seither herrscht zwischen mir und meiner Geliebten ein etwas abgekühltes Verhältnis. Das kam so:

Der Zeltplatz war in Ordnung, die Nähe zur Dordogne akzeptabel, ebenso die Anzahl der bis zum Abwinken vorhandenen Burgen, Schlösser und Festungen (selbst den Jungs hingen Rüstungen und Schwerter nach zwei Wochen sichtlich zu den Ohren raus).

Was uns aber völlig auf dem falschen Fuss erwischte, das war das etwas einseitige Publikum auf dem Zeltplatz. Die anfänglich noch vorhandenen drei französischen Familien wurden innert weniger Tage von weiteren anrollenden Holländern verdrängt, und so hiess es morgens bald nicht mehr "bonjour", sondern reihum nur noch "gueden dag". Wir, als Vertreter eines Landes, das sich der Vielsprachigkeit rühmt, hielten eisern und trotzig am welschen Grusse fest. Dafür hätten wir von Napoleon Sarkosy durchaus die Ehrenmedaille der Legion verdient.

Schlimmer aber noch als der Totalverlust der französischen Lebensart, wog das Campier-Verhalten der Niederländer, insbesondere der Niederländerinnen, denn bald stellte ich fest: Niederländerinnen sind den ganzen Tag glücklich. Sie putzen täglich Zeltwände, wischen Vorzeltteppiche, waschen Wäsche, kochen Essen, kaufen ein, unterhalten die Kinder, servieren Znüni, Zvieri und Snacks, putzen dann wieder die Zeltwände und so weiter und so fort.

Darauf machte ich meine Geliebte aufmerksam – und auch auf die holländischen Männer, die den ganzen Tag vor dem Zelt Bücher und Zeitung lesen und ständig ein kaltes Bier in Händen halten, ohne auch nur ein einziges Mal eines selber holen zu müssen.

Danach stellte Sex im an sich ringhörigen Zelt für uns einige Tage lang kein relevantes Problem mehr dar. Und mein Bier holte ich weiterhin auch selber. Und Campen ist für mich vorläufig kein Thema mehr. Überlege mir dafür, ob ich jetzt Präsident der Stadtluzerner SVP werden soll. Da ist 1. ein Posten frei und 2. hat man dort – Sie erinnern sich an René Kuhn – sicher Verständnis für mich und alle anderen armen Nichtholländer.

Bild: hans s / flickr / cc

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Der Kuss

Andres Jordi | Montag, 13.07.2009

Wie Sie wissen, bin ich kein Freund der Tauben. Und neulich sah ich mich einmal mehr bestätigt in meiner Antipathie. Nach der inneren Ruhe ringend suchte ich die äussere und setzte mich auf eine Parkbank. Noch bevor sich Erstere auch nur ansatzweise hätte einstellen können, wurde Letztere aufs Gröbste gestört: Unter Pauken und Trompeten flog ein Schwarm Tauben ein.

Ruhig Blut, sagte ich mir. Doch das hätte ich mir sparen können. Denn schon fühlte ich mich wie in Hitchcocks «Die Vögel». Das Taubenpack machte mir fest entschlossen meinen Ruheplatz streitig und schien bereit zum Äussersten. Mit Händen und Füssen und unter zensurwürdigem Gefluche versuchte ich zunehmend verzweifelt meine territoriale Integrität zu verteidigen. Irgendwann besannen sich die Viecher auf die wahre Intention ihrer Zusammenkunft und liessen von mir ab.

Damit bin beim eigentlichen Thema: Schamlos, bis zur Lächerlichkeit aufgeplustert, irr herumtorkelnd und ohne geringstes Gespür für auch nur ein bisschen erotische Sinnlichkeit wurde nun – und hier scheint mir Vulgarität nun wirklich angebracht – wild drauflos gevögelt. Eine Sexorgie der üblen Art. Ich fand es abstossend.

Warum eigentlich, fragte ich mich, das ist doch die Natur. Vielleicht erinnerte es mich einfach allzu zu sehr an die Natur des Menschen.

Als sich die besinnungslose Popperei allmählich an einen anderen Schauplatz verlagert hatte, fiel mir ein Taubenpärchen auf, das im Getöse völlig untergegangen war. Selbstvergessen turtelten die beiden, rieben zärtlich ihre Köpfe aneinander und flüsterten sich Sonette von Shakespeare ins Ohr. Dann schauten sie sich tief in die Augen – und küssten sich innig.

Mir kam mein teurer Freund Don Quijote von der Mancha in den Sinn, wie er sagt: «Ich lieb dich nicht nur so zum Spass, ich werbe ehrlich, voller Anstand, denn ohne ihn wollt ich nicht sein, mein Wunsch trägt reineres Gewand.»

So stelle ich mir das vor – auch bei Tauben. Ich war versöhnt.

(Bild: fotolia.de)

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Getrennte Schlafzimmer - heisse Triebe

Markus Kellenberger | Freitag, 17.04.2009

Ja! Wir stehen dazu! Wir schlafen getrennt. Ich will das so - und meine Partnerin will das manchmal auch so. Das Tabuthema, das die Weltwoche in der aktuellen Ausgabe aufgreift, ist bei uns schon lange keines mehr. "Getrennte Betten" sind an vielen Tagen im Jahr der Garant für einen ungestörten Schlaf. Ich pflege je nach Lage nämlich zu schnarchen, was meine Geliebte jeweils dazu bewegt, mich, der ich meistens eben erst wohlig eingeschlafen bin, mit kräftigen Püffern wieder zu wecken, nur um mir zu sagen, dass sie wegen mir nicht einschlafen könne. Ein Scheidungsgrund!

Sie hingegen schnarcht nicht - oder wenigstens kaum. Sie ist dafür ein sogenanntes "Fägnäscht". Eine, die sich die ganze Nacht hindurch hin und her wirft, und das tut sie trotz ihrer bescheidenen 52 Kilo Lebendgewicht mit der Intensität eines am Restless-Legs-Syndrom leidenden Nilpferds, was mich dann regelrecht aus der Matratze federt und mehrmals pro Nacht aufwachen lässt. Auch ein Scheidungsgrund!

Weil wir nun aber nicht zuletzt der oft getrennten Betten wegen nicht geschieden sind, liegen wir des öftern doch im selben Bett. Freiwillig. Auf Besuch quasi. Oder auf Einladung. Und das macht Spass. Sonst noch Fragen?

Bild: boltron- / flickr

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Mein Schwanz gehört mir!

Markus Kellenberger | Freitag, 24.10.2008

"Schwanz" und "Tanz" reimt sich geradezu perfekt. Das wird sich auch Maggie Tapert gedacht haben, die kürzlich in Zürich die Aktion "Fit im Schritt" (auch so ein Brüllvers) über die Bühne, respektive übers Pflaster gehen liess.

Ziel der Aktion: Uns armen gebeutelten und völlig verunsicherten Männern ein bisschen Selbstvertrauen in Bezug auf unser bestes Stück zurück zu geben.

Grund der Aktion: Männer mit Potenzproblemen warten durchschnittlich zwei Jahre, bis sie sich getrauen, zum Arzt zu gehen - das hat eine Umfrage des Pharmaunternehmens Eli Lilly ergeben.

Oje! Da machen sich die richtigen zwei Sorgen um unsereins. Auf der einen Seite der arme "Machsteifdamiterewigkann-Pillen-Hersteller", der eben wegen unseriöser Werbepraktiken eine Strafe und gleich noch einen Milliardenverlust einstecken musste - und auf der anderen Seite die geschäftstüchtige und ewig feuchte Hohepriesterin der Lust, die im Internet ihre vielfältig eindeutigen Dienste prostituiert, pardon, wollte sagen anbietet. Und die gleich auch noch in rührend aufklärerischer Weise die postkoitale Diskussion lancieren will, ob man(n) seinem "Schwanz" in aller Öffentlichkeit einfach "Schwanz" sagen darf - aus Sicht der besorgten Orgasmustante ein weiteres echtes Männerproblem.

Nun, liebe Maggie und liebe Eli: Leute und Konzerne wie Ihr zwei seid es, die uns Männern Probleme bereiten, nicht unsere Unlust oder unsere Partnerinnen. Ihr und Euresgleichen, die mir täglich per Mail unaufgefordert dutzende von Potenzpillenangeboten schicken, die mir ständig weismachen wollen, dass es "unnatürlich", ja geradezu "krank", "besorgniserregend", "unmännlich" und überhaupt "abnorm" sei, wenn ich mal ein paar Tage lang nicht will. Nicht zu wollen ist natürlich - ständig zu müssen ist unnatürlich.

Tammisiech noch mal! Es ist, damit das deutlich gesagt ist, mein Recht als Mann und Mensch, nicht jederzeit und überall vögeln zu wollen und zu können. Es ist mein Recht als gesunder und gegen die Fünfzig zugehender Herr, einfach mal den "Schwanz hängen lassen zu dürfen" und "anstelle von" einfach neben meiner Partnerin liegend ein gutes Buch zu lesen, vielleicht auch ein bisschen zu kuscheln - und mehr nicht. Und darum rufe ich Euch Pillenverkäufern voll männlichen Stolzes zu: DAS IST NICHT KRANK! DAS IST NORMAL!

Und damit Sie, Frau Tapert, nicht die einzige sind, die mit lustigen Verslein à la "Fit im Schritt" glänzt, habe ich extra für Sie auch einen kurzen Reim gedichtet: "LASS MICH IN RUH - DU GEILE KUH!"


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