Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Post

Mein Öko-Fussabruck ist gross – die Lust am Leben auch!

Markus Kellenberger | Dienstag, 03.05.2011

Seit Jahren trennen wir den Abfall. Wir trennen ihn in Kompost, Papier, Karton, Glas, Metall, PET, Batterien, Sondermüll (Sparlampen, die halt doch nicht 10000 Stunden lang halten). Wir bringen alte Elektrogeräte zurück, lassen demonstrativ überflüssige Verpackung im Laden zurück, verwenden Papiertragetaschen bis zum Reissen, machen Wocheneinkaufslisten, bereiten Essensreste bis zum Verleiden immer wieder auf, der Kleine trägt die Kleider des Grossen nach, Stromschienen schalten mit einem Klick Abend für Abend ganze Gerätegruppen aus, notorisch mache ich „Lichtlöschrunden“ durchs ganze Haus, im Winter wird gezielt Stossgelüftet, die Heizung ist auf 20 Grad eingestellt (weniger, und meine Geliebte sucht sich einen wärmeren Partner), Ferien verbringen wir so einfach wie möglich nach dem Campingprinzip, Fliegen kommt nicht in Frage, Wandern ist uns ein Anliegen, Fleisch kommt regelmässig aber nicht täglich auf den Tisch, Kartoffeln und Milch holen wir auf dem Bauernhof (mit dem Velo!), überhaupt brauchen wir Innerorts nur unsere Secondhand-Zweiräder (und auch die meisten Stubenmöbel sind von der Antik-Börse, was deutlich besser klingt als Brocki), Sparbrausen sind längst installiert, der Fernseher hat eine Diagonale von lächerlichen 23 Zoll, beim Einkaufen achten wir auf Bio oder zumindest naturnah und nachhaltig, Schuhe lasse ich sohlen, mein Brillengestell ist bereits zum dritten Mal wieder in Mode – und trotzdem liegt unser ökologischer Familien-Fussabdruck nur wenig unter dem Schweizer Durchschnitt von gerade mal 5. Ich bin erschüttert.

Ok, zugegeben! Unser Auto ist nicht eben klein, aber dafür haben wir nur eines. Unsere Wohnung ist nicht gerade winzig, aber auch kein Boni-finanzierter Palast. Das Geld, das wir verdienen, geben wir auch sofort wieder aus (als typische partnerschaftlich teilzeitarbeitsbedingte untere Mittelständler das meiste davon an den Staat). Ich habe zu viele Hemden, einige davon trage ich gar nicht. Meine Geliebte hat deutlich mehr Schuhe als ich. Wir jammern – aber verglichen mit Süditalien auf hohem Niveau.

Was können wir noch tun? Was tun Sie, um beim Kampf gegen Atomstrom und für den Klima- und Umweltschutz am Schluss nicht noch die Lust am Leben zu verlieren – oder als Sektenmitglied einer abstrusen grünen Religion zu enden?

Fotos: BlaM4c / flickr / cc, twicepix / flickr / cc


Mein liebstes Bundesamt 2

Andres Jordi | Donnerstag, 09.09.2010

Alle Jahre wieder wenn der Herbst kommt, küre ich mein Lieblingsbundesamt. Letztes Jahr wurde dem BVet, dem Bundesamt für Veterinärwesen, die grosse Ehre zuteil. Redlich wie es ist, hat das BVet übrigens kürzlich die neuste Hundebissstatistik veröffentlicht: Die Verhältnisse sind im Vergleich zum letzten Jahr – Gott sei dank oder bedenklicherweise – stabil geblieben. 

Mit grosser Genugtuung und Freude darf ich nun feststellen, dass sich das BVet auch dieses Jahr als meinen Liebling geradezu aufdrängt. Ich möchte das Bundesamt dieses Mal für ihre ausserordentliche Bürgernähe würdigen, habe ich doch mit grosser Erleichterung entdeckt, dass durch das BVet endlich eine Lücke geschlossen werden konnte, die ich schon lange als riesiges Manko öffentlicher Dienste ausgemacht hatte: Das BVet betreibt endlich auch ein Wellensittichforum.

Noch visionärer scheint mir da höchstens die Post – die ist aber kein Bundesamt und darum höchstens für einen Sonderpreis geeignet. Auch die Post beschränkt sich vorbildlichst auf ihr Kerngeschäft und verkauft darum in ihren Filialen nur, was wirklich ins Sortiment eines ernstzunehmenden postalischen Unternehmens gehört – von Gummibärchen bis Quitsch-Entchen. Das ist Service public.

Foto: Stefan Munder / flickr / cc, mawel / flickr / cc

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BundesamtBVetGummibaerchenPostWellensittich


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