Hey, Leute, ich war über Auffahrt am Wandern. In der wunderschönen Provence. Stundenlange Märsche durch schroffe Schluchten, steile Felswände und ab und zu auch über blühende mit Thymian, Rosmarin und Lavendel. Das ganze bei über 30 Grad.
Meine Partnerin und ich, wir stehen auf getrennte Ferien. Ab und zu jedenfalls. Das tut der Seele gut. Mit einem guten Freund ab, auf und davon. Ein paar Tage lang nix rasieren, kaum Seife, Pizza pur und abends, während der taktischen Routenplanung, ein, zwei, drei Bier, dann ab ins Zelt. Männerferien!
Jetzt ist Pfingsten dran, und die gehört der Familie, den Kindern, den lieben Kleinen, die bereits ihre dahingehende Befürchtung geäussert haben, der Alte wolle wohl weiter seinem Wanderhobby frönen. Das kommt bei heranwachsenden Knaben gar nicht gut an, obschon sie allein aufgrund ihres durchschnittlichen Energiedrink-Konsums eigentlich ohne Pause von hier bis nach China laufen könnten. Vor zwei Wochen machten wir bereits so einen Familientrip auf die Hohwacht. Ein schöner Aussichtspunkt - aber unser Ältester hat uns den Ausflug ziemlich vermiest. Humpelte hinter uns her und behielt ganze zwei Stunden lang diesen Gesichtsausdruck bei, der allen andern Wanderern, die uns kreuzten, in aller Deutlichkeit signalisierte, dass er mit diesen Eltern eindeutig die Arschkarte gezogen habe. Oben auf der Hohwacht angelangt, bestellte er zur Strafe den grössten Coup.
Der Kleinere machte weniger Zicken, verlangte aber, dass ihm, um seine Füsse in Gang zu halten, während der ganzen Dauer der Wanderung ein Märchen nach dem andern erzählt wurde. Uff!
Jetzt frage ich Sie, falls Sie a) selber Kinder haben oder b) mal eins waren: Was soll ich nun über Pfingsten mit meinen Vorpupertierenden anstellen - denn um ehrlich zu sein: Ich habe mir schon eine familiengerechte Wanderroute ausgesucht, weiss aber nicht, ob ich die Nerven dazu habe.
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