Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Ospel

Verospeln wir den Sommerblues!

Andres Jordi | Montag, 21.07.2008

So, da hock ich nun. Kollege Kellenberger hat sich in die Ferien verabschiedet, macht wahrscheinlich gerade mit seinem Solarmobil – oder ist es eine Moto Guzzi? – die Gegend unsicher und hat den Blog politisch korrekt links liegen lassen. Da hock ich nun, verlore wi ne Gagu, um es mit Endo Anaconda zu sagen. Überhaupt: Im Büro gähnende Leere, auf den Strassen, in den Zügen. Freunde, Frauen, Kinder, Kegel: alle weg. In den Ferien. I hasse Ferie, i hasse Ferie singt die Würgeschlange des helvetischen Blues. Was mich betrifft: vor allem wenn andere sie haben und nicht ich.

Was ich mir bei Rushhour und Hochbetrieb jeweils sehnlichst wünsche – Platz, Ruhe, Frieden –, das ist nun plötzlich in Übermass vorhanden und beengt und beunruhigt mich. Wo mir all die Mitmenschen sonst manchmal ziemlich auf den Wecker gehen können, merke ich nun: Der Mensch und ich, wir sind zutiefst soziale Wesen. Wir brauchen Gesellschaft, sonst verkümmern wir wie eine Pflanze ohne Wasser und werden melancholisch. Wo seid ihr denn, all ihr lieben Leute? Und wer giesst eure Pflanzen? Muss denn niemand arbeiten? Hängt das Funktionieren unserer Wirtschaft nun gänzlich von einigen letzten verantwortungsbewussten Mohikanern wie mir ab?

Beim Wort verantwortungsbewusst kommt mir die UBS in den Sinn: Womöglich hat in der Grossbank bereits seit längerem die gesamte Belegschaft frei; das würde einiges erklären. Ob sich der Herr Ospel seit seinem Rücktritt als Verwaltungsratspräsident auch so verloren fühlt wie Endo und ich?

Apropos Ospel: Wer sich für subprime beziehungsweise suboptimale Anlagepraktiken und zugleich für die Weiterentwicklung der deutschen Sprache interessiert, der wird ab sofort das Verb «ospeln» (ich osple, du ospelst, sie ospelt usw.) in seinen Wort- und Erfahrungsschatz aufnehmen müssen. Alles Weitere dazu von Manfred Papst in seiner kürzlich erschienenen Zugabe in der NZZ am Sonntag: Was bleibt von Ospel?

Noch eine Zugabe meinerseits: Unterdessen existiert auch schon eine Internetseite zum Thema. Die Webseite informiert gemäss Eigendeklaration über Abzockerei, Grössenwahn, Gier, Uneinsichtigkeit, Rückschritt statt Rücktritt und Behördenwillkür. Es geht um Politik, Wirtschaft beziehungsweise Misswirtschaft und Unfähigkeit. Bitte eintreten: www.ospeln.com.

Nun aber genug geospelt. Zurück zu meinem einsamen Herz. Was soll ich tun gegen den Sommerblues? Was tun Sie, liebe Natürlichbloggerinnen und -blogger, dagegen? Gibt es eine Selbsthilfegruppe, an die ich mich wenden könnte? Helfen Sie mir! Ich bin für jeden Ospel dankbar.

Bilder: © Holger Raukamp / PIXELIO

3 Kommentar(e) Tags (Stichworte): FerienMenschenOspelSommerUBS

Wie macht’s der Ospel?

Markus Kellenberger | Dienstag, 18.03.2008

Ich brüte über meiner Steuererklärung. Immerhin eine Angelegenheit von, sagen wir, zwei Stunden. Als Angestellter muss ich penibel die Zahlen auf meinem Lohnausweis in die entsprechenden Spalten der Steuerformulare übertragen. Ist das geschafft, überlege ich mir, ob ich bei den Abzügen ein bisschen schummeln und die Spende an die Caritas von  Fr. 100.- gegenüber dem Fiskus frech auf 200 verdoppeln soll. Vielleicht merkt‘s ja keiner!

 

Beim Ausbrüten dieses finsteren Planes gleiten meine Gedanken ein wenig ab. Wie, überlege ich mir, macht das wohl der Marcel Ospel? Setzt er die 40 Milliarden, die er und seine Superbanker in den Sand gesetzt haben, ehrlich von den Steuern ab – oder verdoppelt er sie und hofft, dass es keiner merkt?

Bild: © manwalk / PIXELIO

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): AbzügeOspelSteuern


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