Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Lifestyle

So long Hasi!

Andres Jordi | Montag, 11.08.2008

Heute geht es um die Entdeckung einer neuen Tierart, die Sie interessieren dürfte. Genau genommen ist die Entdeckung so neu nicht, es handelt sich eher um eine Neuklassifizierung im Stammbaum der Lebewesen, wie sie seit der Entschlüsselung des Erbgutes in der Systematischen Biologie in den letzten Jahren immer wieder vorgenommen werden musste. So wurde letzthin aufgrund genetischer Analysen zum Beispiel der Tatbestand erhärtet, dass Vögel eigentlich Dinosaurier sind. Nachzulesen hier: Vögel sind offenbar wirklich Dinosaurier.

In mehreren Studien sind Wissenschaftler nun übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass die eingangs erwähnte Spezies, nicht wie bislang angenommen, nahe verwandt mit chörnlipickenden Hühnervögeln ist und nach neusten Erkenntnissen eigentlich zu den Dinosauriern gezählt werden müsste, sondern vielmehr eine evolutive Seitenlinie und Weiterentwicklung des Menschen, der Krönung der Schöpfung, darstellt. Ebenso übereinstimmend fanden die Forscher – für mich im ersten Moment etwas erstaunlich, aber das sind nun mal die Fakten der modernen Stammbaumforschung – eine enge Verwandtschaft zu den Hasen.

Um die neu klassifizierten Menschenartigen von den Hasen abzugrenzen, aber die Verwandtschaft zu diesen deutlich zu machen, gaben die Wissenschaftler ihnen den Namen Lohasen. Auf Lateinisch: Homo sapiens lohasi. Ein auffälliges gemeinsames Merkmal dieser Lohasen ist erstens ihre Lieblingsfarbe (Grün) und zweitens ihr Lebenszyklus. Lohasen zeichnen sich – in der Sprache der Wissenschaft gesprochen – durch einen Lifestyle of Health and Sustainability aus, also durch einen auf die Gesundheit bedachten und nachhaltigen Lebensstil. Hier eine verständliche Zusammenfassung:
LOHAS – wer ist das?

Wenn Sie, liebe Natürlichbloggerinnen und -blogger, nun verblüffende Ähnlichkeiten zu sich selber feststellen und bevor Sie in eine Identitätskrise schlittern: Seien sie beruhigt. Es ist ein Fortschritt, ein Lohase zu sein, denn Ihnen gehört die Welt von morgen. Sie sind sozusagen die Krönung der Krönung. Das sagen die Wissenschaftler und die wissen das. Der ordinäre Mensch wird aussterben.

Also outen Sie sich ruhig bei uns. Hier sind Sie gut aufgehoben, denn wir gehören auch zu den Auserwählten. Und erzählen Sie Ihren Verwandten von uns, auf dass wir zu einer grossen verschworenen Gemeinschaft, zu einer richtigen Community, anwachsen. Eine Verabschiedungsformel, die dem Zusammengehörigkeitsgefühl eine adäquate Ausdrucksweise verleihen soll, hat ein Vordenker unserer Bewegung, der Stille Has, bereits erarbeitet: So long Hasi.
Also: So long Hasi!

Bilder: © Jenzig71 / PIXELIO

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): EvolutionFeldhaseLifestyleLOHAS

Nix mit mehr Sexapeal

Markus Kellenberger | Freitag, 27.06.2008

Mein Leben ist wieder im Lot. 39,6 Prozent von Euch meinen, dass Haare und Männer zusammen gehören. Teilrasierte (nur Brusthaare 15,1 Prozent, nur Schamhaare 7,5 Prozent) finden relativ wenig Zustimmung. Ein Ausgewogenes Resultat kam dafür bei zwei anderen  Abstimmungsfragen heraus: 18,9 Prozent finden haarige Männer scheusslich, und ebenso viele halten an Brust und Scham rasierte Macker für „anmächelig“. Diese beiden Resultate dürfen vermutlich mit gutem Gewissen zusammengezählt werden, da sich bei diesen beiden Gruppen der Abstimmenden gewiss eine grosse Schnittmenge ausmachen lässt, womit in etwa gleich viele Abstimmende Haare sowohl in Ordnung als auch abstossend finden.

Dieses interessante Ergebnis schreit geradezu nach einem Praxistest, also habe ich Brust- und Schamhaare wegrasiert – und das Resultat ausgiebig im Spiegel bewundert. Pas mal! Anschliessend habe ich mich sommergerecht in schicke Klamotten (T-Shirt, kurze Hosen, Heilandsandalen) gestürzt, und mich – jetzt kommt das Experiment - gezielt an einen Ort begeben, wo mit Garantie viele Leute sind. In diesem Fall war das die Migros, weil es dort gerade 5-fache Cumuluspunkte gab.

Elegant, weil von der Last zu vieler Haare befreit, bewegte ich mich langsam zwischen Regalen und Menschen, beobachtete genau und stellte fest: Niemand bemerkte etwas. Zwar suchte überraschend eine junge Verkäuferin das Gespräch mit mir, doch das lag, wie ich mit leiser Enttäuschung feststellen musste, nicht an meiner angesagt heissen Körperrasur, sondern einzig nur daran, weil ich vergessen hatte, die Äpfel abzuwägen. Vielleicht sollte ich das nächste Mal besser an einen Nacktbadestrand gehen.

Wie dem auch sei. Die Werbung und die Werbestrategen versuchen täglich, uns Glauben zu machen, dass dieses, eines oder jenes unbedingt zu unserem Alltag, zu unserem „Lifestyle“ gehören muss; dass man ohne dieses, eines oder jenes völlig out und von der Rolle und überhaupt ein langweiliger alter Sack ist – und dass man nur dieses, eines oder jenes kaufen und/oder tun muss (am allerbesten in Kombination mit Konsum), um wieder voll dabei, jugendlich, modern, in und begehrt zu sein. Mit diesem simplen Trick verkaufen sie uns unnötige Dinge wie Nasenhaarrasierer
oder Gucci-Sonnenbrillen.

Darum meine Frage an Euch: Wie sehr lasst Ihr Euch von der Werbung beeinflussen und Euch Euer Konsumverhalten und Euren Lifestyle aufschwatzen? Um ehrliche Antworten wird gebeten.

Bild: © Rupert Illek / PIXELIO

 

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): HaareLifestyleMännerRasurWerbung


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