Heute am Radio hörte ich eine Reportage über eine neue und bisher eher unbekannten Krankheit. Eindringlich wurden die vielfältigen Symptome geschildert, Betroffene kamen zu Wort und die Adresse der frisch gegründeten Selbsthilfeorganisation wurde mehrmals wiederholt – auf dass sich aus dem kleinen Trüppchen Leidender alsbald ein gewaltiges Heer bilde.
Ich verzichte darauf, hier die Krankheit oder deren Symptome zu nennen, von denen einige sicher auch auf Sie und mich zutreffen. Ich bin es nämlich leid, täglich neue Schreckensbotschaften aus dem Reich der Medizin zu hören. Nicht zuletzt dank den Medien, die gemäss dem Motto «bad news are good news» gerne solche Meldungen verbreiten, hat sich in unserer Wohlstandsgesellschaft ein Klima der Angst und der Angstmacherei gebildet. Gezielt schüren Spitzenmedizin und die Pharmaindustrie die Angst vor Schmerz, Tod und neuen Krankheiten, denn damit lässt sich viel Geld verdienen. Jahr für Jahr kommen neue Medikamente auf den Markt, die verkauft sein wollen. Jahr für Jahr werden neue Impfungen angeboten, die diese, eine und jene Krankheit verhindern sollen. Jahr für Jahr starten Apotheken neue Aktionen, um uns Konsumenten in die Läden und zum Arzt zu treiben. Die Krebsliga, die Lungenliga, die xy-Liga.....alle warnen sie unablässig vor schlummernden Krankheiten, drohenden Seuchen und qualvollem Leiden – und selbstverständlich finden sich auch immer arme Vorzeigeopfer, respektive solche, die nur dank dem Einsatz der Pharma noch am Leben sind (wie immer das auch aussieht!).
Aber lassen wir das. Stellen wir uns einfach die Frage: Warum heisst unser Gesundheitssystem eigentlich Gesundheitswesen – und nicht ANGSTsystem und KRANKEITSwesen. Es wäre ehrlicher!
Bild: © Chrisdesign / PIXELIO