Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Krankenkasse

Kranke Kassen

Andres Jordi | Mittwoch, 21.04.2010

Ich dachte bislang, dass Krankenkassen irgendwie auch ein bisschen um das gesundheitliche Wohl ihrer Klientel besorgt seien. Klar, auch Krankenkassen leben nicht von Luft und Nächstenliebe allein, bekommen von ihren Kunden wahrscheinlich auch viel zu wenig Geld und dürfen dieses daher auch in Form von Aktien gewinnbringend investieren.

Wie amerikanische und europäische Kranken- und Lebensversicherungen ihr Geld denn so anlegen, haben Wissenschaftler der Harvard University in zwei Studien untersucht. Und sie haben herausgefunden, dass die Versicherer teilweise in Tabakfirmen oder Fast-Food-Ketten investieren. Laut NZZ halten sieben grosse amerikanische und europäische Versicherungsgesellschaften demnach insgesamt rund 4,5 Milliarden Dollar an Tabak-Aktien und elf Versicherer gegen 1,9 Milliarden Dollar an Fast-Food-Beteiligungen. Habe ich da etwas falsch verstanden?

Fotos: Darwin Bell / flickr / cc


Kranke Kassen und lahme Bundesräte

Markus Kellenberger | Donnerstag, 24.09.2009

Wir haben einen neuen Bundesrat. Didier Burkhalter heisst er, sieht dynamisch aus und übernimmt von Monsieur Couchepin das Innenministerium und somit das Gesundheitswesen-Schlamassel. Der Neue hat in diversen Interviews auch schon angedeutet, er wolle in diesem Bereich – wir sprechen hier von der ungebremsten Kostenexplosion – Massnahmen ergreifen. Hahaha!
Sein Vorgänger hat das behauptet, der Vorgänger des Vorgängers ebenfalls und davor viele andere auch schon. Gescheitert sind sie alle an zwei massiven Hindernissen:
1. Der Angst der Bevölkerung vor dem Tod.
2. Der Pharma-, Ärzte- und Krankenkassen-Lobby im National- und Ständerat.

Zu Punkt Eins: Das Leben endet in jedem Fall tödlich  auch wenn uns die Vertreter der Spitzenmedizin zwischen den Werbezeilen das Gegenteil einzubläuen versuchen – die Gratisimpfung gegen die Schweinegrippe ist nur ein Teil dieser erfolgreichen Kampagne.

Zu Punkt Zwei: Geld verdient man im Gesundheitswesen grundsätzlich mit Kranken. Gesunde machen keinen Apotheker, keinen Arzt, keine Pharmafirma und keinen Spitalverwalter froh, auch wenn diese ständig das Gegenteil behaupten. Das trifft übrigens auch auf die meisten Vertreter aus dem Bereich Naturheilkunde zu. Stellen Dir vor, Du wärst Kräuterdoktor oder Homöopath – und niemand geht hin. Schöner Mist!

Was also tun? Die ständigen Prämienerhöhungen schlucken (und am Ende vielleicht doch ein klitzekleines Bisschen unsterblich werden – man weiss ja nie…) oder doch ernsthaft den Aufstand wagen? Im Ernst und ohne Rücksicht auf irgendwelche Arbeitsplätze: Eine ernsthafte Revision des Gesundheitswesens ist erst möglich, wenn die Hälfte aller Spitäler geschlossen wird, das Absaugen vorsätzlich angefressenen Fettes nicht mehr von der Krankenkasse berappt wird - und wir alle endlich wieder lernen, dass wir nicht wegen jedem Wehwehchen zum Arzt müssen, sondern in gutem Glauben an die eigene Kraft simple Krankheiten wie Erkältungen und Wintergrippen wieder ertragen (und pflegen) lernen. Niemand ist unersetzlich – schon gar nicht am Arbeitsplatz.

Und: Ob man mit der Unterstützung durch viele Ärzte und teure Medikamente am Ende gesünder stirbt, ist nicht bewiesen.

Foto: eelsmann / flickr / cc


Sparen bei den Krankenkassenprämien und der HPV-Impfung

Markus Kellenberger | Donnerstag, 28.08.2008

Aua!
Die Krankenkassenprämien schlagen wieder auf, dabei war ich heuer noch gar nie beim Arzt. Sie vielleicht? Nein? Wer hat dann Schuld am allgemeinen Ärgernis? Logo! Es sind die andern, darum wollen wir uns darüber gar nicht erst lange auslassen. Denen, die wegen jedem Wehwehchen gleich zum Doktor springen, und glauben, der habe neue Herzen, frische Lebern und spritzige Nieren auf Vorrat und im Sonderangebot im Schrank, ist sowieso nicht mehr zu helfen. Falls Sie wissen möchten, wie gross der Prämienanstieg ist, den Ihnen all die Hypochonder diesmal bescheren, können Sie das bei Comparis oder Santesuisse nachforschen.

Mein Spartipp
Fast zeitgleich mit der Schreckensmeldung über die steigenden KK-Prämien erreichte mich auch die Nachricht, dass sich die Hausärzte in verschiedenen Kantonen weigern, die von den Gesundheitsdirektoren abgesegnete HPV-Impfung für Mädchen durchzuführen (unsere Meinung dazu  im "Natürlich" 7-08). Der Grund: Sie verdienen an jeder der teuren Impfungen nur gerade 16 Franken. Das reiche, so der Präsident der Ärztevereinigung FMH, gerade mal für einen ärztlichen Händedruck zur Begrüssung. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Ärzteeinkommen von etwa 170'000 Franken kommt es schliesslich auf jeden Rappen an!

Mein Spartipp: Verzichten Sie künftig darauf, Ihrem Arzt die Hand zu schütteln. Bestehen Sie aber ausdrücklich darauf, dass diese "Nichtleistung" bei der Rechnungsstellung entsprechend abgezogen wird (ca. 5 Taxpunkte). Bei insgesamt rund einer Million Ärztekonsultationen im Jahr entspricht das einer Einsparung
im Gesundheitswesen von 15 Millionen Franken - immerhin!

Und falls Sie finden, der Wert eines ärztlichen Händedrucks sei über- oder unterbewertet, schreiben sie der FMH-Vereinigung doch ein kurzes Mail (infono spam please@no spam pleasefmh.ch). Die werden sich sicher freuen.

Aber jetzt noch mal zu uns! Was tun Sie gegen die steigenden Krankenkassenprämien?

Bilder: ©  MSP, Konstantin Gassmann / PIXELIO



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