Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Klimawandel

Schnee, Maurer, Klimaerwärmung und das Christkind

Markus Kellenberger | Montag, 15.12.2008

Es hat das Dreifache dessen geschneit, was sonst um diese Jahreszeit so üblich sein soll - selbstverständlich bezieht sich das nicht auf die entsprechenden Monate in der Eiszeit.

Ueli Maurer ist in den Bundesrat gewählt worden - selbstverständlich steht das in keinerlei Zusammenhang mit einem ernst zu nehmenden demokratischen System.

Die Durchschnittstemperatur lag 1,3 Grad über dem langjährigen Mittel - selbstverständlich ist auch hier nicht die Eiszeit gemeint.

Mir fehlen noch fünf Weihnachtsgeschenke – selbstverständlich weiss ich überhaupt nicht, was überhaupt in Frage kommt, geschweige denn, wo es dasselbe zum halben Preis gibt.

Andres Jordi wird weiterhin Blogbeiträge schreiben - selbstverständlich ist auf seinem Pfad der Erleuchtung das Licht mangels Kernenergie schon wieder ausgegangen. Und nun, ganz selbstverständlich, möchte ich wissen, was Sie in der Vorweihnachtszeit so beschäftigt. Die eigene Beziehung zu Frau und Kind? Der Zustand unserer Welt? Der Arbeitsplatz? Die Gesundheit? Sonst was? Lasst uns plaudern in diesen dunklen Stunden!

Bild: Kecko, Datei steht unter dieser Creative Commons-Lizenz

3 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BundesratErderwärmungKlimawandelSchneeWetter

Das 1,3 Liter-Wunder und für wie doof hält mich die Autoindustrie!

Markus Kellenberger | Freitag, 21.11.2008

Bevor ich mich ärgere, erst mal ein bitteres Geständnis. Mein ökologischer Fussabdruck ist ein wenig grösser als der meines Kollegen Jordi. Aber, tröste ich mich, ich bin auch ein bisschen älter und schwerer. Als Kompensation für unseren industrialisiert überdimensionierten ökologischen Fussabdruck schlage ich, quasi in Anlehnung an den so beliebten Emissionshandel vor, dass die Menschen in der 3. Welt Schuhe ab sofort und generell eine Nummer kleiner kaufen.

Zwei schlagende Argumente sprechen für diese klimafreundliche Lösung:
1. Wir können weiter machen wie bisher, und
2. die Menschen in der 3. Welt auch, denn viele von ihnen können sich sowieso keine neuen Schuhe leisten.

So! Verlassen wir das Kapitel Zynismus und kommen wir zur nackten Ironie. Audi wirbt für seinen Monsterwagen Q7 neuerdings mit dem Loha-Argument, er brauche nur 1,3 Liter Treibstoff pro Sitzplatz. Wow! So wenig?

Audi geht bei dieser Werbung grundsätzlich davon aus, dass potenzielle Kunden nicht rechnen können. Der Q7 hat - darum heisst er wohl so - sieben Sitzplätze, und das bedeutet: Die Karre säuft stolze 9,1 Liter. Das aber nur, wenn man das Gaspedal kaum berührt und die schwächste Motorisierung wählt. Aber gerade letzteres ist nicht des Schweizers Ding, denn in der Regel gönnt man sich ja ein bisschen mehr statt weniger, wie Autoverkäufer nur zu gut wissen.

Und: Haben Sie schon mal einen Q7 gesehen, in dem sieben Personen sassen? Ich nicht. In der Regel sitzt darin nur der Fahrer, meist mit weissem Hemd und Krawatte. Ich will aber nicht unfair sein - es soll auch schon eine Mutter vom Zürichberg gesichtet worden sein, die im Q7 ihr gepflegtes Wunsch- und Einzelkind ins Ballett und zurück chauffierte - das eigene Kind zu Fuss durch die Stadt zu schicken, ist wegen des dichten Verkehrs ja nun wirklich zu gefährlich.

An diesem Tag fuhr der Herr im weissen Hemd und Krawatte übrigens mit dem Zweitwagen, seinem vom Mund abgesparten Porsche Cayenne ins Büro. Aber deswegen - so die aktuelle Porsche-Reklame - braucht er sich nun wirklich nichts vorwerfen zu lassen. Im Gegenteil: Dass er sich für ein Auto entschieden hat, das laut Werbung "Sportwagen, Familienkutsche und Zugmaschine" in einem ist, beweist nur, wie bewusst er sich aufs nötige Minimum eingeschränkt hat. Und: Die Multifunktionalität des Wagens verzeiht auch dessen Verbrauch von Durchschnittlich 12,9 Liter (aber auch nur in der PS-lahmsten Variante, die niemand wirklich will!)

Seien wir ehrlich: Der Klimaschock - der ist heute nur noch für Realsatire gut. Oder sehen Sie das anders?

Bilder: © manwalk / PIXELIO

7 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ÖkologieAutoEmmissionshandelKlimawandelQ7SUVUmweltschutzWerbung

Meine grossen grünen Füsse

Andres Jordi | Freitag, 14.11.2008

Man kommt ja langsam ins Alter, wo es einen interessiert, was seine alten Schulkameraden und -schätze so treiben und ob sie es auch zu etwas gebracht haben. Dies ist im Zeitalter von Facebook und Konsorten auch ein bisschen Mode. Wenn Sie selber auf der Suche sind nach alten Brüder- und Liebschaften, hier oder hier könnten Sie fündig werden.

So traf ich letzthin also nach langer Zeit ohne jeglichen Kontakt – genau gesagt nach zwanzig Jahren! – eine ehemalige Jugendfreundin wieder. O.K., es war die grosse, grosse, grosse Liebe damals. Und ein bisschen gekribbelt im Bauch hat's auch beim Wiedersehen, doch das geht Sie nichts an!

Ein Grüner sei ich geworden, habe sie gehört, sagte meine Jugendliebe, ein bisschen so, als ob es sich dabei um Marsmenschen handeln würde. Und als ich ihr erzählte, jawohl, ich benützte den ÖV, hätte kein Auto und ein Handy auch erst seit einigen Monaten und dies nur, weil es mir von meinem Arbeitgeber sozusagen aufgezwungen worden sei, und wenn sie so wolle, ja, sei ich ein Grüner, da wurde ihr schönes Gesicht ganz bleich.

Ein Grüner bin ich, jawohl! Und in der heutigen Zeit sollte man damit ja ein lifestyliges In-People sein (wieder mal zur Erinnerung) und kein durchgeknallter Ausserirdischer. Zu diesen müsste man eher all die ewiggestrigen Ökosünder zählen, die noch gar nichts begriffen haben. Aber die werden nicht mal rot.

Mit diesen Gewissheiten kam mir nun eine verhängnisvolle Idee: Ich grüner Bessermensch könnte mal meinen ökologischen Fussabdruck messen. Dieser gibt an, wie viele Planeten benötigt würden, hätten alle Menschen denselben Lebensstil wie man selbst. Die Welt wäre besser, grüner, nachhaltiger, ökologischer, das war klar. Ich habe keine Riesenvilla, heize nicht auf Saunatemperaturen, lüfte vorbildlich, habe ein paar Energiesparlampen reingeschraubt, konsumiere oft regionale und saisonale Produkte, fliege nicht andauernd in der Welt herum usw. Die Liste meiner ökologischen Heldentaten liesse sich unendlich weiterführen.

Das Resultat der Fussvermessung: «Hätten alle Erdenbewohner denselben Lebensstil wie Sie, bräuchten wir 2,3 Planeten, um unseren Ressourcenverbrauch nachhaltig zu decken. Sie liegen damit im Bereich des Schweizer Durchschnitts mit 2,9 Planeten.» Nun wurde ich bleich...

Jetzt brauche ich wieder mal ein bisschen psychologische Betreuung von Ihnen, liebe Natürlich-Blogger. Sollte ich besser zur Automobil-Revue wechseln? Oder wie ein Neandertaler leben?

Was mich aber doch auch noch interessieren würde: Wie gross ist denn eigentlich Ihr ökologischer Fussabdruck? Sie können diesen hier ermitteln. Tragen Sie doch das Ergebnis in nebenstehende Umfrage ein. Ich bin gespannt!

Bilder: Nasa (PD)


Vor dem Rotlicht

Markus Kellenberger | Freitag, 04.01.2008

Alle reden vom Klimawandel. Alle haben sie tolle Rezepte bereit. Alle reden sie vom Energiesparen, vom CO2-Reduzieren, vom Umweltschutz und von der Wichtigkeit, alles zu unternehmen, um die Katastrophe abzuwenden. In den letzten Monaten hat diese Diskussion der Welt einige lustige Events beschert, angefangen von einem unsäglichen weltweit übertragenen Live-Konzert bis hin zu einer «wir-schalten-5-Minuten-lang-das-Licht-aus-Aktion» – für viele unserer Cervelat-Promis hauptsächlich eine gute Gelegenheit, sich wieder mal in Erinnerung zu rufen.

Im Grundsatz könnte man diese Aktionitis positiv sehen und sagen: Schön, dass alle darüber reden. Ich hingegen frage mich eher: Wenn doch allen das Klima so sehr am Herzen liegt – wieso schaltet vor einem Rotlicht heutzutage niemand mehr den Motor aus? Achten Sie mal darauf! Mich machen die unnötig qualmenden Auspuffe jeweils putzhässig.

Bild: © Kurt / PIXELIO

 

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): AbgaseKlimawandelRotlicht


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