Wie Sie wissen habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Kuscheltieren. Doch seit ich in einem Quasi-50-Prozent-Teilpensum mit zwei Katzen und einem Hund zusammenlebe, versuche ich meinem eigenen Frieden zuliebe und demjenigen des Hauses meine Sicht auf Haustiere den neuen Gegebenheiten anzupassen: Ich möchte Freundschaft schliessen. Und ich muss sagen: Wenn ich nicht gerade zwischen Atemnot und Brechreiz den vorzeitigen Geschäftsabschluss besagten Hundes vom Stubenboden aufwischen muss, sind meine neu gewonnenen Freunde eigentlich ganz nett.
Und sie scheinen uns doch sehr nahe zu stehen, haben sie doch ähnliche Dachschäden wie wir. Calimero, unser Kater, beispielsweise ist wahrhaftig ein Seelenverwandter des Don Quijotes. Er kämpft zwar nicht gegen Windmühlen, aber gegen unsichtbare Schatten und Wesen, vollführt im Kampf gegen seine Gegner akrobatische Hechtrollen in der Luft oder springt todesmutig die Wände an. Bei Chico, dem Haushund, bin ich überzeugt, dass der Arme manisch-depressiv ist. Wie nah Genie und Wahnsinn liegen, zeigt mir Nora, eine Katze, mit der ich leider bis jetzt nicht näher bekannt bin. Sie repräsentiert für mich in gewisser Weise das Ideal einer tierischen Freundin. Mit ihr kann man über Musik reden, denn Nora ist Pianistin. Der litauische Dirigent und Komponist Mindaugas Piečaitis hat ihr eigens ein Werk auf den Leib geschrieben. Hören und sehen Sie das CATcerto – mit Nora als Solistin. Haben Sie auch musisch veranlagte tierische Freunde in ihrem Bekanntenkreis? Vielleicht liesse sich ja ein kleines Hauskonzert organisieren oder ein Orchester gründen.
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