Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Katzen

Katzenmusik

Andres Jordi | Freitag, 18.09.2009

Wie Sie wissen habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Kuscheltieren. Doch seit ich in einem Quasi-50-Prozent-Teilpensum mit zwei Katzen und einem Hund zusammenlebe, versuche ich meinem eigenen Frieden zuliebe und demjenigen des Hauses meine Sicht auf Haustiere den neuen Gegebenheiten anzupassen: Ich möchte Freundschaft schliessen. Und ich muss sagen: Wenn ich nicht gerade zwischen Atemnot und Brechreiz den vorzeitigen Geschäftsabschluss besagten Hundes vom Stubenboden aufwischen muss, sind meine neu gewonnenen Freunde eigentlich ganz nett.

Und sie scheinen uns doch sehr nahe zu stehen, haben sie doch ähnliche Dachschäden wie wir. Calimero, unser Kater, beispielsweise ist wahrhaftig ein Seelenverwandter des Don Quijotes. Er kämpft zwar nicht gegen Windmühlen, aber gegen unsichtbare Schatten und Wesen, vollführt im Kampf gegen seine Gegner akrobatische Hechtrollen in der Luft oder springt todesmutig die Wände an. Bei Chico, dem Haushund, bin ich überzeugt, dass der Arme manisch-depressiv ist. Wie nah Genie und Wahnsinn liegen, zeigt mir Nora, eine Katze, mit der ich leider bis jetzt nicht näher bekannt bin. Sie repräsentiert für mich in gewisser Weise das Ideal einer tierischen Freundin. Mit ihr kann man über Musik reden, denn Nora ist Pianistin. Der litauische Dirigent und Komponist Mindaugas Piečaitis hat ihr eigens ein Werk auf den Leib geschrieben. Hören und sehen Sie das CATcerto – mit Nora als Solistin. Haben Sie auch musisch veranlagte tierische Freunde in ihrem Bekanntenkreis? Vielleicht liesse sich ja ein kleines Hauskonzert organisieren oder ein Orchester gründen.

Foto: Gibsonclaire / flickr / cc

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Die heiligen drei Ks

Andres Jordi | Mittwoch, 08.04.2009

Gelten Osterhasen eigentlich auch als Haustiere? Nun, zumindest wären es welche, die man bedenkenlos verspeisen kann. Hündchen und Kätzchen dagegen sind uns ja so nah wie Schwesterchen und Brüderchen und ihr Verzehr ist Kannibalismus. Während wir in ein Stück Kuh oder unschuldiges Lämmchen ohne Gewissensbisse beissen. Es sind eben keine Haustiere.

Ich schätze ein zartes Osterlamm zu Ostern sehr. Dagegen bin ich kein Freund von Haustieren. Nicht im Bezug aufs Essen natürlich, ich habe von ihnen wissentlich noch gar nie gekostet. Ich finde, dass der Mensch zu seinen besseren Mitmenschen Hund und Co. ein – sagen wir mal – seltsames Verhältnis hat. Meiner Meinung gehören Wolf und Wildkatze in den Wald, nicht auf den Stubenteppich.

Die Hündeleien wecken bisweilen sogar das Tier in mir und ich werde aggressiv, wenn ich all den Viechern zuschauen muss, wie sie an jeder Hausecke ihren Blaseninhalt deponieren. Mit Verlaub: Das scheisst mich an! Ich möchte ja sehen, wenn ich mir dies erlauben würde. Und in einer zivilisierten Gesellschaft, die die Hygiene zunehmend ad absurdum führt irgendwie auch ein kleines Bisschen widersprüchlich.

Ich habe das Gefühl, dass all das Hausgetier auf dieser Welt immer zahlreicher wird. Kam man früher in der Familie noch mit einem Hund aus, müssen es heute mindestens drei sein. Das hat wahrscheinlich mit artgerechter Haltung zu tun. Die heutige Familienplanung scheint zudem auf dem kategorischen Imperativ der drei Ks zu beruhen: Kommen die Kinder, braucht es einen Kombi und ein paar Katzen.

Übrigens: Der Feldhase (ein Wildtier) ist selten geworden, weil der Mensch seinen Lebensraum zerstört. Und: Osterhasen sind keine Feldhasen.

(Bild: flickr.com, Yukari*)

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Chinesen bringen hilflose Büsi und Hundeli um

Markus Kellenberger | Freitag, 03.10.2008

Eine Sauerei, finden Sie nicht auch? Aber wenn Sie das erste Entsetzen und die erste Empörung überstanden haben, lesen Sie den Titel bitte nochmals. Er sollte richtig nämlich lauten: "Schweizer bringen jedes Jahr 1,7 Millionen hilflose Hühner um!" Ahhhh, denken Sie nun sicher erlöst, also doch nicht die armen Schmusebüsis und Knuddelhunde, einfach nur Hühner. Aber genau hier finde ich, müsste unser "Entsetzensfaktor" erst recht greifen.

Im Gegensatz zu den Miezis und Lumpis, die hie und da im Topf landen, haben die 1,7 Millionen Hühner kein lustiges Leben mit
viel Auslauf, regelmässigen Streicheleinheiten und einem artgerechten Agility-Vereinsleben,
oh nein! Sie haben, nachdem sie in anonymen Zuchtanstalten aus dem Ei geschlüpft sind (ohne ihre Mutter je zu kennen), zwei Jahre lang nichts anderes gemacht, als in einem engen Stall Eier gelegt, die meisten von ihnen im Auftrag der Mitglieder des Schweizer Geflügelzüchterverbandes. Tag für Tag haben sie gelegt. Für uns. Damit unser Kuchen schön gerät. Unsere Teigwaren fein schmecken. Unser Frühstückstisch mit einer Portion Eiweiss angereichert ist. Ostern möglichst bunt ausfällt. Und, und, und. Und der Dank dafür: Nach zwei solchen tristen Lebensjahren wird ihnen der Hals umgedreht, 1,7 Millionen Mal, denn nach zwei Jahren sind die Legehennen "ausgebrannt", leer, werden die Eier unregelmässig gross und eignen sich nicht mehr für die Ansprüche des verwöhnten Konsumenten, für Sie und mich.

Das Beste kommt aber erst noch: Die 1,7 Millionen Hühner landen nicht etwa auf unseren Tellern, wie man mit einem Anflug von Restanstand noch hoffen könnte, nein, denn dazu sind sie zu zäh und die Zubereitung eines Suppenhuhnes ist für die moderne Hausfrau und den modernen Hausmann zu zeitaufwändig. Ein kleiner Teil der abgemurksten Tiere endet als Tierfutter, der grosse Rest aber als Brennstoff für Zementfabriken und neuerdings auch noch im Interesse des Klimaschutzes in Biogasanlagen.

Aber was schreibe ich hier eigentlich. Dass wir viele Tiere schlimmer behandeln als eine Schaufel voll Kies, regt doch niemanden mehr auf, höchstens noch so "Spinner" wie den Erwin Kessler von der Vereinigung gegen Tierfabriken. Hauptsache ist doch für die meisten von uns, dass die Chinesen die Finger von Büsis und Hundelis lassen - und dass das Eigelb so richtig schön gelb ist! 

Sind Sie auch dieser Meinung?

Bilder: © Viktor Schwabenland / PIXELIO,

 


Katzenjammer mit dem Katzenfutter

Markus Kellenberger | Sonntag, 13.01.2008

Unsere Katze steht jeden Morgen vor unserer Schlafzimmertür. Blitzschnell streicht sie um meine Beine, was im Dunkeln nicht immer ungefährlich ist. Auf dem Weg ins Bad  – da zieht es mich zuerst hin – kreuzt sie mindestens fünf Mal penetrant meinen Weg, und versucht, mich möglichst direkt zu ihrem Futternapf zu lotsen.


Das Spiel treibt sie seit Jahren, und ich weiss, dass  meine Kinder und meine Partnerin diesem Drängen in der Regel sofort nachgeben. Ich nicht! Wer nicht arbeitet, soll gefälligst ein bisschen warten. Besonders auch darum, weil das Tier nach der Futtergabe häufig unzweifelhaft zu verstehen gibt, dass ihr das aktuelle Fressen nicht passt.

Nun gebe ich ja zu, dass ich, wenn das Einkaufen von Katzenfutter an mir liegt, grundsätzlich nur Aktionen kaufe – und wenn es keine solchen gibt, zum günstigsten Angebot greife. In der Migros ist das dann zum Beispiel irgendetwas aus der Budget-Linie.

Mit erstaunen stelle dabei jedesmal fest, dass im Katzenfutter, egal wie teuer und exklusiv, NIE Fleisch von Tieren zu finden ist, die zu den natürlichen Beutetieren unseres Stubentigers gehören. Nirgends auf den langen langen Regalen mit der immer grösser werdenden Auswahl an Tierfutter finden sich Büchsen oder Beutel mit artgerechten Inhalten wie «Maus mit Singvogel» oder «Regenwurm mit junger Amsel» oder schlicht «Schlachtabfälle gemischt». Stattdessen werden da regelrechte Menues angeboten, die mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen, wie «Thunfisch mit Gemüse», «Feines Mark mit Leber», «Kaninchen in Gelee», und, und, und.

Damit nicht genug, gibt es eine ganze Anzahl Spezialfutter für junge Katzen, erwachsene Katzen, alte Katzen, anspruchsvolle Katzen, Katzen mit Diabetes und solchen mit Übergewicht. Dazu kommt relativ neu eine Palette an speziell aufbereiteter Katzenmilch, sowie Trockenfutter in den Biss-Qualitäten hart bis butterzart und als Ergänzung Katzendesserts, Knabberstangen und Vitaminzusätze. Ähnliches gilt übrigens auch für die Abteilung Hundefutter!

Und jetzt sagen Sie mir, a) mit welchem Recht rümpft unsere Katze ihre Nase, und b) warum schicke ich sie nicht zur Strafe als Menschenfutter in die Hungerzonen der Dritten Welt?

Bild: © Ruth Rudolph / PIXELIO

 

 

Nachtrag der Redaktion

«Natürlich» - Leser Urs Schäffler hat mir heute einen kreativen Vorschlag zugespielt, wie das Problem mit der eigenwilligen Katze  eventuell auch lösbar wäre. Seine konstruktive Anregung möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

 

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): KatzenKatzenfutter


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