Als Natürlich-Redaktor ist mir klar: Ernährung hat gesund zu sein. Ausgewogen. Möglichst natürlich. Vitaminreich. Politisch korrekt und klimatisch neutral. Fair
von A bis Z. Am besten direkt vom Hof. Frisch, frisch, noch frischer.
Ganz besonders gilt das alles für meine Kinder. Die sollen so unverdorben wie nur möglich aufwachsen. Und natürlich gesund. Und sich schon früh dessen bewusst sein. Und jetzt sagen Sie mir: Warum bin ich heute – nachdem ich die Reste vom Zmorge entsorgt, das Bad geputzt, die Stube aufgeräumt, den Küchenboden feucht aufgenommen und die herumliegenden Kleider nach dem Grad der Verschmutzung sortiert habe – einfach die dreihundert Meter zum Coop geradelt, habe dort für jeden ein fettig gegrilltes Hühnerbein, einen Sack Ofenfrites und einen Fixundfertigsalat gekauft?

Wie konsequent muss ein Teilzeit-Hausmann, respektive Hausfrau sein? Und: Komme ich nun in die Hölle, weil ich zu all dem Junkfood unter dem tosenden Applaus der Jung-mannschaft auch noch gleich eine grosse Flasche Denner-Cola spendiert habe? Bitte sagen Sie es mir! Und sagen Sie mir bitte auch, dass ich nicht der einzige bin, bei dem sich Wunsch und Realität oft gar nicht deckt.
Bilder: © berwis, Paul-Georg Meister / PIXELIO