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Impfzwang und Impfverweigerer

Markus Kellenberger | Mittwoch, 23.01.2008

Einer unserer Buben war soeben beim Schularzt. Die obligatorische Untersuchung stand an. Schon als ich die unzweifelhaft in Infinitiv-Sätzen gehaltene Instruktion durchlas und zum Punkt, «Der Impfausweis ist mitzubringen» kam, wusste ich: Das gibt Ärger. Unsere Kinder sind bis heute nicht Opfer der berühmten Mumps-Masern-Röteln-Impfung geworden, trotz mehrmaliger Aufforderung des Kinderarztes.

Wir, meine Partnerin und ich, haben uns entschlossen, nicht alles zu schlucken (oder spritzen zu lassen), was die Medizin für sinnvoll hält. Selbstverständlich hat der Kinderarzt uns auf unsere Verantwortung hingewiesen, hat die Statistik mit den Komplikationen und den Sterbefällen bemüht, und, als alles nichts nützte, ziemlich unverhohlen gedroht, wir seien dann an der nächsten Epidemie schuld. Als vor wenigen Monaten im Luzernischen die Masern auftauchten (zur Zeit sind im Baselland einige Fälle akut), waren die Urheber jedenfalls schnell dingfest gemacht: Die Homöopathen, für einige Ärzte Synonym für «Impfverweigerer».

Nach dem Schularzt-Besuch wurden wir wie erwartet wieder aufgefordert, das Kind endlich impfen zu lassen. Ob wir die Verantwortung gegenüber andern tragen könnten, lautete die harsche Frage. Ob er uns eine Bestätigung unterschreiben könne, dass Impfen sicher schützt und keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten seien, lautete unsere Gegenfrage.

Sie haben es sicher erraten: Kein Arzt unterschreibt ein solches Papier – und so warten wir mit dem Impfen weiter ab.

Bild: © Jenzig71 / PIXELIO

3 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ImpfenImpfverweigererImpfzwang


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