Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Geld

Der Wolf ist tot - es lebe das subventionierte Schaf

Markus Kellenberger | Donnerstag, 12.08.2010

Schafbesitzer sprechen gerne von "ihren" Tieren - und liegen damit ziemlich falsch. Damit das ein für alle Mal klar ist, liebe Schafbesitzer: Die Tiere gehören mir, sowie jedem anderen beliebigen Steuerzahler. In der Schweiz gibt es knapp eine halbe Million Schafe. Pro Tier und Jahr erhält der Halter allein vom Bund rund 100 Franken, darin inbegriffen ist auch der Beitrag zur "Verwertung", sprich "Vernichtung" der Schafwolle, die sich hierzulande nicht verkaufen lässt. Zäune und allfällige (im Wallis meist fehlende) Hirte werden überdies separat subventioniert. Weitere Zuschüsse sind hier nicht aufgelistet.

Hoch subventionierte Schafe zu halten lohnt sich also, denn die Tiere bringen nicht nur sicheres Geld, sie geben auch nicht viel zu tun. Nun bitte kein empörtes Geschrei, liebe Schafhalter, denn der eindrücklichste Beweis dieser Tatsache ist, dass Ihr Eure (meine) Tiere tage-, manchmal auch wochenlang unbeaufsichtigt grasen lässt. In seltenen, dafür aber medienwirksamen Fällen so lange, bis sie der Wolf frisst.

Und das ist dann eigentlich ein Glücksfall (Schafe sind hier anderer Meinung), denn nun entschädigt der Bund den betroffenen Halter mit bis zu 2000 Franken - mehr, als er für das Tier samt Wolle sonst wo jemals bekommen würde.

Nun eine kurze und gewiss auch etwas vereinfachte Zusammenfassung der Fakten: Frisst ein Wolf eines der von meinen Steuern längst bezahlten Schafe, bekommt der betroffene Schafhalter von mir nochmals Geld. Aus meiner Sicht ist die Sache somit erledigt - und weil ich für mehr Natur und somit auch für mehr Raubtiere bin, erlaube ich hiermit dem Wolf ausdrücklich, auch weiterhin ab und zu eines meiner Schafe zu reissen. Ich habe Geld schon blöder ausgegeben. Und sollten unter den Wolfsrissen auch noch einige Kühe mit dabei sein, so bitte ich nicht zu vergessen, dass ich diese auch schon längst bezahlt habe, und dass wir in der Schweiz sowieso zu viele Milchkühe haben.

Fotos: peupleloup / flickr / cc, Tambako the Jaguar / flickr / cc, glasseyes view / flickr / cc

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BundGeldHalterSchafSchafbesitzerSchweizSubventionTiereWolfZuschuss

Let's make money

Andres Jordi | Freitag, 16.01.2009

Sie sind erstaunt, mich hier doch wieder vorzufinden? Nun, mein Berufswechsel ins Reich des Lichts war von kurzer Dauer. Ich war irgendwie zu wenig hell für den Job als Lichtarbeiter. Kollege «The Chief» Kellenberger hat das ja von Anfang an gewusst – wenigstens er.

Ich habe auch gemerkt, dass Lichtarbeit eine ziemlich brotlose Kunst ist– zumindest auf meinem Niveau, andere mögen da erfolgreicher sein. Und ich schaffte es einfach nicht, von Licht und Liebe allein zu leben, geschweige denn glücklich zu sein. Dazu brauche ich Geld. Das ist auch eine Form von Energie.

Manchmal ist dieser Zusammenhang auch ganz offensichtlich: Bei meiner Bank  investiert man sein Geld nicht in Waffengeschäfte für künftige Nahostkriege, sondern zum Beispiel in erneuerbare Energien. Meine Bank ist übrigens auch nicht direkt von der Finanzkrise betroffen und braucht keine Finanzspritzen vom Staat. Würde sie auch nicht erhalten, wenn sie es nötig hätte, denn die Finanzoberhäupter der Schweiz lassen sich bestimmt kein A für ein U vormachen. Für alle, die es interessiert, wo ihr Geld gerade so für sie am Arbeiten ist, hier ein Filmtipp: Let's make money startet ab dem 22. Januar in den Deutschschweizer Kinos.

Nicht nur fürs Geld arbeiten, sondern dieses auch für einen arbeiten lassen, diese Vorstellung gefällt mir, das hat so etwas Souveränes. Auf dem Konto meiner Bank, auch wenn es die beste aller ist, liegt der Zaster ziemlich träge herum, statt in die Hände zu spucken. Darum überlege ich, wie ich mein äusserst umfangreiches Vermögen gewinnbringender anlegen könnte. Um nicht aus Versehen in Blutdiamanten oder die Abholzung von Regenwald zu investieren, scheint mir das neue Webtool der Erklärung von Bern ganz nützlich zu sein. Dieses hilft einem, anhand seiner Prioritäten aus verschiedenen nachhaltigen Finanzanlagen das passende Angebot auszuwählen. Auch so kann man Geld für sich arbeiten lassen.

Was machen eigentlich Sie so mit Ihrem Geld?

 

Bild: herval, Datei steht unter dieser Creative Commons Lizenz

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BankenEnergieGeldanlagenWirtschaft


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