Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Freizeit

Silverstar, Blue Fire und der Europapark

Markus Kellenberger | Freitag, 30.10.2009

War in Rust. Im Europapark. Ging nicht anders. Hatte es den Jungs schon lange versprochen. Stinkte mir. Dachte an all die Heckscheiben mit dem Europaparkaufkleber. Wäh! Fuhr trotzdem schon früh los. Die Jungs in Hochstimmung. Ich nicht. Machte gute Miene zum bösen Spiel. Ab über die Autobahn. Fast zwei Stunden. Dann der Park. Von weitem schon zu sehen. Die grossen Achterbahnen. Uiuiui! Hinten im Auto erster Jubel.

Dann pünktlich um neun zur Eröffnung beim Eingang. Alle nervös. Ich auch. Alle erst auf die Toilette. Viele andere auch. Dann die unvermeidliche erste Bahn. Geisterbahn. Na ja. Geht so. Dann die zweite Bahn. Etwas mit Wasser. Spitze Schreie rundherum. Widerlich. Das blöde Getue! Dann die erste grössere Bahn. Mattherhornblitz. Rauf und runter, links und rechts mit Tempo. Gar nicht so schlecht. Kaufte danach Video. Zeigt die quitschenden Jungs vorne im Wägelchen. Einen blöd grinsenden Vater auf der Rückbank.

Viele weitere Bahnen. Dann ein erster gewaltiger Höhepunkt. Silverstar. Die zweitgrösste Achterbahn in Rust. Der Kleine war fünf Zentimeter zu klein. Musste draussen warten. Kochte vor Wut. Stellte  mich mit dem Grösseren an. Liess mich überreden. Drängten uns in die erste Sitzreihe. Schwor mir, nicht zu schreien. Schrie wie am Spiess. Der Grosse macht mich heute noch gerne nach. 

Mindestens zehn weitere Bahnen. Dazwischen Pommes und Hamburger und Ketchup und Knödel und Cola und Zuckerwatte. Kurzfristig kotzübel. Machten trotzdem weiter. Jungs wollten nun endlich auf die grösste Achterbahn. Die Blue Fire. Dampfkatapult eines Flugzeugträgers schiesst die Wagen in den ersten Looping. Geil. Hatten Pech. Park schloss. Mussten ohne Abschuss nach Hause. Alle todmüde. Alle Glücklich.

Europapark! Wir kommen bald wieder – aber Du kannst mich kreuzweise. Einen doofen Kleber kleb ich mir nicht ans Heckfenster. Wäh!

Und Ihr? Wer von Euch hat einen?

Fotos: bohwaz/flickr/cc, NicolasWozniak/flickr/cc

4 Kommentar(e) Tags (Stichworte): AchterbahnEuropaparkFreizeit

Federball und die unendliche Langeweile

Markus Kellenberger | Mittwoch, 26.08.2009

Über die wunderbaren Holländerinnen habe ich mich schon ausgelassen - nicht aber übers Federball-Spielen. Ist Ihnen schon mal aufgefallen: Kaum in den Ferien sieht man gestandene Paare beim gemeinsamen Federballspiel. Ping und Pong geht das gefiederte Bällchen hin und her, meist in gemächlich hohem Bogen, möglichst langsam und auf jeden Fall selbst für Blindlahme leicht erreichbar.

Der hohe Bogen ist immens wichtig, denn er ist Grundvoraussetzung für die fehlerfreie Umsetzung einer ungeschriebene Regel, die da lautet: Immer auf die Person spielen, möglichst keine unnötigen Bewegungen, immer schön mit beiden Beinen am selben Fleck kleben. Verlässt der Ball auch nur ein winziges Stücklein die derart vorgeschriebene Flugbahn, geht er halt zu Boden.

"Sorry", sagt dann der oder die Schuldige. "Macht nichts" sagt darauf der oder die Unschuldige, jedoch nicht ohne dem oder der Schuldigen ein klitzekleines Bisschen ein schlechtes Gewissen zu machen, indem er, respektive die Unschuldige beim Bücken nach dem gefallenen Bällchen ein klitzekleines Bisschen stöhnt. Die mehrfache Beobachtung dieses Phänomens löste bei mir folgende Fragen aus:
1. Warum spielen Paare in den Ferien Federball?
2. Spielen diese Paare auch zu Hause Federball?
3. Warum haben wir im Feriengepäck auch ein Federballspiel?

Haben Sie weitere Fragen - oder vielleicht die Antworten?

Bild: BotheredByBees / flickr / cc

3 Kommentar(e) Tags (Stichworte): CampingFamilieFederballFerienFreizeitKinder

Pfingsten geits am ringsten

Markus Kellenberger | Freitag, 29.05.2009

Hey, Leute, ich war über Auffahrt am Wandern. In der wunderschönen Provence. Stundenlange Märsche durch schroffe Schluchten, steile Felswände und ab und zu auch über blühende mit Thymian, Rosmarin und Lavendel. Das ganze bei über 30 Grad.

Meine Partnerin und ich, wir stehen auf getrennte Ferien. Ab und zu jedenfalls. Das tut der Seele gut. Mit einem guten Freund ab, auf und davon. Ein paar Tage lang nix rasieren, kaum Seife, Pizza pur und abends, während der taktischen Routenplanung, ein, zwei, drei Bier, dann ab ins Zelt. Männerferien!

Jetzt ist Pfingsten dran, und die gehört der Familie, den Kindern, den lieben Kleinen, die bereits ihre dahingehende Befürchtung geäussert haben, der Alte wolle wohl weiter seinem Wanderhobby frönen. Das kommt bei heranwachsenden Knaben gar nicht gut an, obschon sie allein aufgrund ihres durchschnittlichen Energiedrink-Konsums eigentlich ohne Pause von hier bis nach China laufen könnten. Vor zwei Wochen machten wir bereits so einen Familientrip auf die Hohwacht. Ein schöner Aussichtspunkt - aber unser Ältester hat uns den Ausflug ziemlich vermiest. Humpelte hinter uns her und behielt ganze zwei Stunden lang diesen Gesichtsausdruck bei, der allen andern Wanderern, die uns kreuzten, in aller Deutlichkeit signalisierte, dass er mit diesen Eltern eindeutig die Arschkarte gezogen habe. Oben auf der Hohwacht angelangt, bestellte er zur Strafe den grössten Coup.

Der Kleinere machte weniger Zicken, verlangte aber, dass ihm, um seine Füsse in Gang zu halten, während der ganzen Dauer der Wanderung ein Märchen nach dem andern erzählt wurde. Uff!

Jetzt frage ich Sie, falls Sie a) selber Kinder haben oder b) mal eins waren: Was soll ich nun über Pfingsten mit meinen Vorpupertierenden anstellen - denn um ehrlich zu sein: Ich habe mir schon eine familiengerechte Wanderroute ausgesucht, weiss aber nicht, ob ich die Nerven dazu habe.

Foto: © respres, www.flickr.com

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