Ihr habt entschieden. Meine lang zurück liegenden Drogenerfahrungen sind mit 20 Prozent aller Stimmen nicht der Renner, obschon ich gerne erzählt hätte, wie nach meinem ersten Joint Donovans "Lalena" in unglaublich bunten Blasen aus den Laut-sprechern quoll. Ganze zwei Jahre lang brauchte ich danach, um zur Überzeugung zu gelangen: Einen so schönen Trip gibt es nur einmal im Leben!
Aber lassen wir das. 24 Prozent der Abstimmenden sähen mich gern nackt im Regen tanzen (wer weiss, eines Tages…), 24 wüssten gern mehr über mein Verhältnis zu Blocher und Leuenberger, doch 26,7 Prozent der Abstimmenden möchten wissen, warum ich mich als emanzipiert betrachte, aber Frauen jahrelang belog, betrog und als Objekte behandelte … ein interessantes Psychogramm der "Natürlich"-Blog-Gemeinde!
Aber kommen wir jetzt zum Thema, zum "Wunschfilm". Ich belog, betrog und objektivierte Frauen aus einem - rückblickend zumindest - simplen Grund: Angst! Frauen, das stellte ich als junger Mann schnell einmal fest, waren mir in vielen Dingen haushoch überlegen. Sie waren selbstbewusster, sich ihrer Rolle weitaus sicherer, zielstrebiger und überhaupt von einer anderen Welt. Damals, in den frühen 80-ern, war die Frauen-bewegung eben voll in Schwung gekommen, und diese Kraft hatte sich auf viele meiner Kolleginnen und Freundinnen übertragen. Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen. Als Mann war man damals einfach der schlechtere Mensch, ein potenzieller Vergewaltiger, Gewalttäter und Unterdrücker.
Um mich zu bessern, füllte ich mein Bücherregal in den folgenden Jahren mit über zwei Meter Männer- und Frauenliteratur. Sanfte Männer, neue Männer (kaufte deshalb eine Platte von Ina Deter!), starke Männer, einfühlsame Männer, himmlische Männer, männliche Männer…, mir tränten die Augen.
Zwischen damals und heute liegen fast 20 Jahre, die Wirtschaftskrise der 90-er, die Internetblase und ein radikaler gesell-schaftlicher Gesinnungswandel. Fazit: Viele Frauen kehrten aus der Frauendisco direkt an den Herd zurück; kaum ein Schwein liest mehr Männerliteratur; ich koche drei bis vier Mal die Woche, putze an meinem freien Tag Klo, Bad und Küche, mache die Wäsche; trage, bade, wickle und füttere gerne Babys (auch fremde), sorge dafür, dass unsere Söhne kleine Männer sein dürfen (Sie wissen schon: Peng, peng und so!), und finde es verflucht geil und gottverdammt männlich, meine Geliebte und Mutter unserer Kinder hinten aufs Motorrad zu klemmen - und das mit der festen Absicht, sie auf irgend einer Wiese zu verführen.
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Bilder: © manwalk / PIXELIO, PD