Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): Film

Ammenmärchen

Andres Jordi | Freitag, 18.12.2009

«Die Emotion entströmt der gefilmten Wirklichkeit dank einer Kamera, die den Mut zur Ruhe hat», schrieb Ciné-Feuilles über den neuen Schweizer Film «Geburt». Einen Film, den ich mir unbedingt ansehen muss, denke ich.

«Eine sehr intime, nie voyeuristische Hommage an das prägende Weltwunder des Lebens», schrieb die Mittelland-Zeitung. Nun ist es endlich so weit. Ich sitze im Kino. Vorfreude und Spannung sind gross.

«Man sitzt mit angehaltenem Atem im Saal vor dem Geschehen und ist tief bewegt», schrieb seniorenweb.ch. So ähnlich ergeht es jetzt auch mir, ich befürchte jedoch, aus anderen Gründen.

«Hier ist eine reife, filmische Konzeption am Werk, die sich Zeit lässt für eine Vision, die nichts erschüttern kann», schwärmte das Festival Visions du Réel. Ich verstehe nichts vom Filmen und vielleicht ist das mein Problem. Denn ich finde den hoch gelobten Streifen – mit Verlaub – grottenschlecht.

«Es ist der weibliche Körper, der im Mittelpunkt des Filmes steht, und die Kraft, die in diesem Körper steckt», schrieb die Woz. Ein Teil des Filmmaterials ist, so kommt es mir vor, mindestens dreissig Jahre alt und ziemlich unscharf, die Atmosphäre dabei muffig, die Protagonisten scheinbar einer esoterischen Kommune entsprungen, die seltsame, an Gruppensex gemahnende Geburtsvorbereitungsrituale pflegt.

«Der Film kontert die Hektik der heutigen Zeit mit der Kunst des verweilenden Hinschauens», schrieb Arthouse Movie News. Und minutenlang muss ich mir diese ungepflegten, eckligen Füsse ansehen, die von irgendwem massiert werden.

«Der Zuschauer atmet und presst bis zum Schluss ganz fest mit», schrieb der Landbote. Immerhin: Wie die Mutter unter grossen Wehen ihre Cheyenne, das zweite Baby, das im Film geboren wird, zur Welt bringt, das geht unter die Haut und berührt mich.

«Geburt» sei eine Herausforderung, sich existenziellen Fragen zu stellen – nicht als Predigt oder Plädoyer, sondern durch eindringliches Erzählen in Bildern, schrieb die Neue Luzerner Zeitung. Ich glaube keiner Filmkritik mehr.

Haben Sie den Film auch gesehen?

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Flipper, Fury, Bonanza und die fehlenden Mütter

Markus Kellenberger | Donnerstag, 10.09.2009

Kaffeetisch-Gespräche können manchmal verdammt mühsam sein. Zäh geradezu! Oder auch schlicht langweilig. Falls Sie eine solche Runde einmal richtig aufmischen wollen – reden Sie über die TV-Serien Ihrer Kindheit. Da kommt nicht nur Stimmung auf, Sie werden auch schnell merken, wie tief sich diese Sendungen in Ihr Hirn und das Ihres Gegenübers eingegraben haben (sofern der Altersrange einigermassen stimmt). Da tauchen nicht nur ganze Episoden auf, nein, da werden auch plötzlich Titelmelodien geschmettert und halbe Szenen nachgestellt und fast fehlerfrei nachgesprochen.

Kommen Sie mit mir auf eine kleine Zeitreise – in eine Zeit, die TV-mässig natürlich viiiiiel besseres zu bieten hatte, als den Schrott, den sich unsere Kinder heute reinziehen. Allererste Erinnerungen habe ich an die skurrile Serie "Immer wenn er Pillen nahm". Selbstverständlich in s/w. Bin ich der einzige, der sich daran erinnert? Oder "Ivanhoe" mit einem knackig jungen Roger Moore. Dann natürlich Robin Hood, ebenfalls s/w (auch die Strumpfhosen) und das unvergessliche Lied:

"Robin Hood, Robin Hood, reitet durch die Lande,
Voller Stolz und Wagemut folgt ihm seine Bande,
Es fürchten ihn die Bösen, die Guten sind im Gut,
Robin Hood, Robin Hood, Robin Hoooooooood!

Und beim Schlussrefrain trifft federnd - trrrrrrrrrrr - Robins Pfeil punktgenau in den Baumstamm. Vielleicht hatten Sie's aber mehr mit "Mr. Ed", dem sprechenden Pferd. Oder mit "Fury". Erinnern Sie sich, wie am Schluss jeder Episode alle Beteiligten glücklich zusammen standen und zusammen mit dem wiehernden Fury lachten?

Apropos "Fury". Mit andern Serien wie "Flipper", "Mein Freund Ben" (der Bär, Sie wissen schon!), "Lassy" und "Lieber Onkel Bill" und auch "Bonanza" hatte Fury etwas immens wichtiges Gemeinsam. Na? Kommen Sie drauf? ….. In jeder Serie kamen zwar Onkels und (allein erziehende) Väter, allenfalls vielleicht noch eine verschrobene Haushälterin vor, aber keine Mütter. Wie bei Pippi Langstrumpf wurden solche zwar hie und da in Gebeten erwähnt, aber grundsätzlich waren sie abwesend – ohne dass deswegen jemand besonders traurig war. Wie kommt das? Ich behaupte, das liegt daran, dass Kinder viel erwachsener sind als wir Erwachsenen glauben – und dass wir Männer eigentlich sowieso die besseren Mütter sind.

Foto: bionicteaching / flickr / cc

9 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BonanzaFernsehenFilmFlipperFuryTV-Serien

Ein Date mit der Erde

Andres Jordi | Dienstag, 02.06.2009

Am 5. Juni war Weltumwelttag. Passend dazu findet europaweit ein spezielles Filmereignis statt: Home – eine bildgewaltige Hommage an unseren Heimatplaneten. Der besondere Film von Regisseur und Fotograf Yann Arthus-Bertrand (Die Erde von oben) und Produzent Luc Besson wird in 50 Ländern meist kostenlos gezeigt. Die Uraufführung findet gleichzeitig in Kino, Fernsehen und auf Youtube statt.

Der Film zeigt in spektakulären Luftbildern die Einzigartigkeit des blauen Planeten und dessen ökologische Problemzonen. Gleichzeitig soll er vermitteln, dass es Lösungen für diese gibt, so die Filmemacher.

Auch Kinofreunde in der Schweiz haben die Möglichkeit auf ein eindrückliches Filmschauspiel. Auf der Homepage von Filme für die Erde finden sich alle Schweizer Vorführorte. Hier lässt sich auch ein Trailer des Filmes anschauen.

4 Kommentar(e) Tags (Stichworte): ÖkologieFilmUmweltschutz

Sex, Drogen oder Wetter?

Markus Kellenberger | Freitag, 30.05.2008

Was möchten Sie eigentlich von mir lesen? Ich bin mir da manchmal gar nicht im Klaren darüber. Darum habe ich mich entschlossen, zu einem aus Funk- und Fernsehen bekannten Mittel zu greifen, nämlich jenem des sogenannten "Wunschfilms". Doch anstelle eines zum x-ten Mal wiederholten TV-Schunkens, biete ich Ihnen Einsichten in mein Seelenleben und meine nicht immer gloriose Vergangenheit an. Sie entscheiden - ich schreibe - Sie kommentieren.

Also los: Was möchten Sie nächstens von mir erfahren?
• Warum ich Drogen nahm und das eine Zeit lang auch wunderbar fand!
• Warum ich mich als emanzipiert betrachte, aber Frauen jahrelang belog, betrog und als Objekte behandelte!
•  Warum ich Blocher als eine Gefahr für die Schweiz und Leuenberger als einen linken Sesselkleber halte!
•  Oder (das die Option für die ganz Vorsichtigen) warum ich gerne nackt im Regen tanze!

Stimmen Sie bei der Umfrage in der rechten Spalte ab oder geben Sie einen Kommentar ab und sagen Sie was Sie von mir hören wollen! Ich warte!

8 Kommentar(e) Tags (Stichworte): DrogenPolitikSexUmfrageWunschfilm


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